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Windows Live® Suchergebnisse KaiserchronikEnzyklopädieartikel
Kaiserchronik, um 1150 in Regensburg entstandene mittelalterliche Chronik von einem oder mehreren unbekannten Verfassern. Sie ist die erste Reimchronik in deutscher Sprache und umfasst 17 283 Verse. Das in einen römischen, geschichtlich bis zum christlichen Imperator Konstantin reichenden Teil und in einen deutschen Abschnitt gegliederte Werk erzählt die historische Entwicklung des Römischen Reiches von Caesar bis zu dem Stauferkaiser Konrad III. Dem Herrscherideal des Chronisten entsprechend, werden die Kaiser in „gute” und „böse” unterschieden, so dass das Werk als Fürstenspiegel dienen konnte. Im römischen Teil der Kaiserchronik überwiegen Erzählungen, Sagen und Legenden gegenüber historisch verbürgten Tatsachenschilderungen; der deutsche Teil enthält die Biographien von 18 deutschen Kaisern, darunter jene des zum Herrscherideal erhobenen Karls des Großen als Schirmherr der civitas dei, des Gottesstaats. Bestimmt wird die Darstellung von einer geschichtsteleologischen Perspektive des Chronisten, die in der Harmonie von Gottes- und Erdenstaat, d. h. von Papst und Kaiser, den göttlichen Heilsplan verwirklicht sieht – eine Perspektive, die von der politischen Entwicklung im 12. Jahrhundert nachhaltig in Frage gestellt wurde (siehe Investiturstreit). Die Kaiserchronik war im deutschsprachigen Raum des Hochmittelalters die am weitesten verbreitete Dichtung; sie ist in zahlreichen Abschriften und Fassungen erhalten und fand ausschnittweise Eingang in andere literarische oder geschichtliche Werke, z. B. in die Sächsische Weltchronik Eikes von Repgow.
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