Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Adolph Freiherr von Knigge", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Adolph Freiherr von Knigge |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Adolph Freiherr von KniggeEnzyklopädieartikel
Adolph Freiherr von Knigge, Pseudonyme u. a. Josephus Aloisius Maier, J. C. Meywerk und Melchior Spießglas, (1752-1796), deutscher Schriftsteller. Er war ein wichtiger Wegbereiter der Aufklärung. Bis heute bekannt ist das oftmals falsch rezipierte Buch mit Lebensregeln Über den Umgang mit Menschen (2 Bde., 1788), kurz der Knigge genannt. Adolph Franz Friedrich Freiherr von Knigge wurde am 14. Februar 1752 in Bredenbeck am Deister geboren und studierte nach der für Adelige üblichen Erziehung Jura in Göttingen. Danach war er als Assessor in Kassel. 1777 wurde er auf Anregung Johann Wolfgang von Goethes Kammerherr in Weimar; hier trat er für die Verwirklichung der Menschenrechte ein und verlor einen Großteil seines Vermögens. Zwischen 1780 und 1784 war Knigge einer der zentralen Köpfe des Illuminatenordens. Während dieser Zeit publizierte er seine Autobiographie Der Roman meines Lebens (4 Bde., 1781-1783). 1788 erschien die zweibändige Gesellschaftslehre Über den Umgang mit Menschen, die jedoch keineswegs, wie heute zumeist irrtümlich angenommen, eine Anstands- und förmliche Verhaltenskunde darstellt. 1790 erhielt Knigge die Stelle eines Oberhauptmanns von Bremen. Hier starb er am 6. Mai 1796. Knigge studierte die Philosophie von Thomas Hobbes, übersetzte Jean-Jacques Rousseaus’ Bekenntnisse und entwickelte eine praktische Moralphilosophie: Seine Sechs Predigten gegen Despotismus, Dummheit, Aberglauben, Ungerechtigkeit, Untreue und Müßiggang (1783) waren von der Hoffnung getragen, die genannten Laster beseitigen zu können. Im Dienst von Moral und Aufklärung stehen auch Knigges Theaterstücke und Romane: Benjamin Nordmanns Geschichte der Aufklärung in Abyssinien (1790/91) verlegt die kritisch beschriebenen Zustände des eigenen Landes in ein fremdes, für Die Reise nach Braunschweig (1792) war der Roman der Empfindsamkeit, namentlich von Henry Fielding und Samuel Richardson, ein Vorbild. Knigges Spätwerk formuliert melancholisch die Begrenztheit der Möglichkeiten, die menschlichen Verhältnisse zu verbessern. Reise nach Fritzlar im Sommer behandelt satirisch die Reise Johann Kaspar Lavaters nach Kopenhagen, zugleich eine Parodie auf eine Knigge fremde, als eitel gezeichnete Weltanschauung. Weitere Werke sind die Romane Geschichte des armen Herrn von Mildenburg (3 Bde., 1789/90) und Des seligen Herrn Etatsraths Samuel Konrad von Schaafskopf hinterlassene Papiere (1792) sowie die Theaterstücke (2 Bde., 1779/80).
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |