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Kommunistische Partei Deutschlands

Enzyklopädieartikel
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Rosa LuxemburgRosa Luxemburg
Artikelgliederung
1

Einleitung

Kommunistische Partei Deutschlands, Abkürzung KPD, am 1. Januar 1919 aus dem Zusammenschluss des Spartakusbundes unter Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und anderen sowie der Gruppe Internationale Kommunisten Deutschlands (früher Bremer Linksradikale) entstandene politische Partei. Das Programm der Partei wurde im Wesentlichen von Rosa Luxemburg entworfen und auf dem Gründungsparteitag der KPD (30. Dezember 1918 bis 1. Januar 1919) angenommen; Ziel der Partei war die Errichtung einer sozialistischen Republik unter einer Räteverfassung und mit einer sozialistischen Gesellschaftsordnung. Mit der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch Rechtsradikale am 15. Januar 1919 verlor die Partei ihre Führungspersönlichkeiten und bedeutendsten Theoretiker.

2

Die KPD in der Weimarer Republik

Unter starkem Einfluss anarchistischer und radikalsyndikalistischer Kräfte beteiligte sich die KPD 1919 maßgeblich an den Bürgerkriegskämpfen und der Leitung der kurzlebigen Bremer und Münchener Räterepubliken. Nach der Vereinigung mit dem linken Flügel der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) 1920 gewann die KPD, die bei den ersten Reichstagswahlen 1920 nur zwei Prozent der Wählerstimmen erhalten hatte, eine Massenbasis. Bis 1924 schwankte der Kurs der KPD zwischen der Anführung von linksradikalen Aufstandsaktionen (Thüringen und Vogtland 1921, Hamburg, Sachsen und Thüringen 1923) und der Bildung von Regierungskoalitionen mit der SPD (in Sachsen und Thüringen 1923). Auf dem IX. Parteitag der KPD 1924 setzte sich schließlich die streng marxistisch-leninistische Gruppe um Ernst Thälmann gegen die als rechtslastig geltende, eine Einheitsfront mit der SPD anstrebende Führung um August Thalheimer durch, und 1925 übernahm Thälmann den Vorsitz der Partei. Er setzte eine streng am Vorbild des Stalinismus in der Sowjetunion orientierte Linie durch und festigte die KPD als marxistisch-leninistische Kaderpartei, die den Anweisungen der Komintern (siehe Dritte Internationale) folgte. Weil sie in der Niedergangsphase der Weimarer Republik die SPD als „sozialfaschistische” Steigbügelhalter der Nationalsozialisten begriff, ließ die KPD eine antifaschistische Einheitsfront in der Arbeitschaft nicht zustande kommen und nahm den Aufstieg der Nationalsozialisten hin. Den der SPD nahe stehenden Gewerkschaften stellte sie die konkurrierende kommunistische Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO) entgegen. Auf Kosten der SPD kam die KPD 1928 auf 10,6 Prozent, 1932 auf 17 Prozent der Wählerstimmen und bildete im Reichstag zusammen mit der NSDAP eine Sperrmajorität, die das parlamentarische System der Weimarer Republik paralysierte.

3

Im Dritten Reich

Nach dem Reichstagsbrand wurde die KPD von den Nationalsozialisten zerschlagen, ihre Führer und Funktionäre wurden verhaftet. In Prag und Paris, später in Moskau, organisierten sich die emigrierten Kader. Die im Dritten Reich in der Illegalität weiterarbeitenden Widerstandszirkel wurden größtenteils ausgehoben. Von allen politischen Gruppierungen hatte die KPD durch die nationalsozialistische Verfolgung die meisten Opfer zu beklagen. 1935 gab sie ihren ultralinken Kurs auf und propagierte aus der Emigration die Volksfrontpolitik gegen den Faschismus.

4

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die KPD 1945 in allen vier Besatzungszonen wieder gegründet. Geführt von Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck, gefördert und kontrolliert von der sowjetischen Besatzungsmacht, sicherte sie sich in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) die politischen Schlüsselstellungen. Während sie in Westdeutschland am Widerstand der SPD mit ihrer Absicht scheiterte, eine einheitliche Arbeiterpartei zu gründen, erreichte sie in der SBZ am 21. April 1946 die Vereinigung mit der SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), in der die Kommunisten dominierten. In Westdeutschland erhielt die KPD 1949 bei der ersten Bundestagswahl 5,7 Prozent der Wählerstimmen, 1953 scheiterte sie mit 2,2 Prozent an der Fünfprozentklausel. 1956 wurde sie vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt und aufgelöst. Als faktische Nachfolgeorganisation konstituierte sich 1968 die Deutsche Kommunistische Partei (DKP).

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