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Windows Live® Suchergebnisse Königreich NeapelEnzyklopädieartikel
Königreich Neapel, von 1130 bis 1860 bestehendes Königreich in Süditalien, das die längste Zeit seines Bestehens auch Sizilien umfasste (1130-1282, 1442-1458, 1504-1707/13, 1720-1798, 1799-1805 und 1815-1860). Die Bezeichnung Königreich Neapel kam erst um die Mitte des 14. Jahrhunderts auf, war jedoch nicht der offiziell gebrauchte Name, denn das Gebiet wurde weiterhin als Teil des Königreiches Sizilien angesehen. Erst im 16. Jahrhundert wurde der Begriff Königreich Neapel in den europäischen Kanzleien zum festen Terminus und hielt sich bis 1816; danach hieß es, bis es 1860 im Königreich Italien aufging, Königreich beider Sizilien. Nachdem die Normannen schon weite Teile des von Langobarden und Byzantinern beherrschten Süditalien unterworfen hatten, eroberte Roger I. bis 1091 Sizilien von den Sarazenen. Dessen Sohn Roger II. belehnte 1130 (Gegen-)Papst Anaklet II. mit den unteritalienischen normannischen Herzogtümern, die er zuvor zum Königreich erhoben hatte. In der Folgezeit eroberte Roger II. die Neapel nahe gelegenen Küstenstädte Salerno, Amalfi, Ravello und gewann 1137 durch Übereinkunft mit dem Herzog von Neapel die Stadt selbst, der er weitgehende Autonomie zugestand. Von da an war die Geschichte Neapels unmittelbar mit der des Königreichs Sizilien verbunden. 1194 ging das Königreich an die Staufer in Gestalt von Heinrich VI. über, der mit Konstanze, der Tochter und Erbin Rogers II., verheiratet war. Unter Friedrich II., dem Sohn und Nachfolger Heinrichs, erlebte das Königreich eine Blütezeit. Von Papst Klemens IV., der die staufische Herrschaft in Italien beendet sehen wollte, 1065 mit dem Königreich Sizilien belehnt, besiegte Karl I. von Anjou zunächst Manfred, den unehelichen Sohn Friedrichs II., und dann Konradin und brachte das Königreich unter seine Herrschaft. Durch die Sizilianische Vesper von 1282, einem Volksaufstand der Sizilianer gegen die französische Herrschaft, verlor Karl I. von Anjou die Insel Sizilien an Peter III. von Aragonien, der als Schwiegersohn Manfreds selbst Ansprüche auf das Königreich anmeldete und in dem Aufstand die Sizilianer unterstützt hatte; Sizilien wurde zur aragonesischen Sekundogenitur, während in Neapel weiterhin die Anjou regierten. Nach der Absetzung der Königin Johanna I. von Neapel 1382 erhielt Karl von Durazzo, ebenfalls aus dem Hause Anjou, das Königreich Neapel. 1442 eroberte Alfons V. von Aragonien im Zuge der Auseinandersetzung um die Nachfolge der Königin Johanna II. Neapel und vereinigte es wieder mit Sizilien. Nach Alfons’ Tod 1458 kam Neapel zeitweise wieder unter französische Herrschaft; 1504 jedoch verdrängte Ferdinand II. von Aragonien die Franzosen aus Neapel und unterstellte Neapel und Sizilien als Vizekönigreich der spanischen Krone. 1713 kam Neapel im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges an Österreich, das seit 1707 das Gebiet besetzt hielt; Sizilien fiel zunächst an Savoyen und 1720 im Tausch gegen Sardinien ebenfalls an Österreich. 1735 wurde Neapel-Sizilien unabhängige Sekundogenitur der spanischen Bourbonen. 1799 wurde mit Unterstützung der französischen Revolutionstruppen die Parthenopeische Republik ausgerufen, die jedoch wenig später wieder zusammenbrach. 1806 eroberte Napoleon I. Neapel und übertrug das Königreich seinem Bruder Joseph und 1808 seinem Schwager Joachim Murat. In Sizilien regierte unterdessen Ferdinand I. Nach dem Sturz Napoleons 1815 kam Neapel gemäß den Bestimmungen des Wiener Kongresses wieder unter die bourbonische Herrschaft Ferdinands, wurde also wieder mit Sizilien vereint. Ferdinand I. schlug mit österreichischer Hilfe 1820/21 einen Volksaufstand gegen seine Herrschaft brutal nieder, und nach dem Scheitern einer Revolution 1848/49 verstärkte sich unter dessen Enkel Ferdinand II. das absolutistische Regiment. Im Zuge des Risorgimento, nach der Eroberung Siziliens und Neapels durch Garibaldi im Mai bzw. September 1860, schloss sich Neapel-Sizilien nach einer Volksabstimmung am 21. Oktober 1860 dem neu gegründeten Königreich Italien an.
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