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Körperbemalung

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Körperbemalung eines NubaKörperbemalung eines Nuba

Körperbemalung, die Gestaltung von Körper und Gesicht mit Erd- oder Mineralfarben sowie mit industriell hergestellten Farbpigmenten, die auf verschiedenste Weise weltweit und seit Jahrtausenden ausgeübt wird.

Die Körperbemalung dient ästhetischen Zwecken, steht jedoch wie andere Formen der Körpergestaltung (Tätowierung, Narbenzeichnung, auch Skarifizierung genannt, und operative Körperveränderungen, aber auch Kleidung und Schmuck) in engem Zusammenhang mit der Gesellschaftsstruktur und der Religion einer Kultur. Ihre Ästhetik kann erst in diesem Sinnzusammenhang gedeutet und interpretiert werden. Die bewusste Gestaltung des Körpers ist ein Ausdruck menschlicher Kultur, die sich durch die Kunst von der ungeformten Natur, die sie umgibt, nachdrücklich abgrenzt. Die Regeln dieser Kunst werden von der jeweiligen Gemeinschaft aufgestellt, weitergegeben und festgeschrieben und sind Ausdruck der kulturellen Eigenart einer Gesellschaft, ihres Wertesystems und ihrer Ideale. Die spezifischen Muster, die häufig einen tiefen Symbolgehalt besitzen, finden sich häufig auch auf Gebrauchsgegenständen einer Kultur wieder. Eine bedeutende Rolle bei der Körperbemalung bzw. -gestaltung spielen Alter, Geschlecht und gesellschaftliche Position des Geschmückten, aber auch zu welchen Gelegenheiten sie angelegt wird (Ritus, Zeremonien, Feste, Arbeitswelt usw.).

Körperbemalungen kennzeichnen häufig Phasen im Lebensweg eines Menschen (z. B. bestimmte Dekors bei Initiationsriten für Männer und Frauen, Körperbemalungen der Männer der südsudanesischen Nuba oder der ostafrikanischen Masai, die der Altersklasse der Krieger angehören), seine soziale und politische Stellung (etwa Bemalungen von Priestern in präkolumbianischen Kulturen Südamerikas oder in Zusammenhang mit weiterem Schmuck die Bemalung der big men in verschiedenen Gesellschaften auf Papua-Neuguinea) und seinen beruflichen oder wirtschaftlichen Erfolg (Bemalungen erfolgreicher Krieger und Jäger bei den Prärie- und Plainsindianern). Bei Gesellschaften der australischen Aborigines beispielsweise stehen die Körperdekors bei einem Totemritual in enger Beziehung zu dem jeweiligem Totem, religiöse und mythologische Bezüge finden sich auch bei den Körperbemalungen mehrerer südamerikanischer Ethnien oder bei Anhängern verschiedener Religionsgemeinschaften in Indien. Vielerorts verdeutlicht eine spezifische Körperbemalung eine Verbindung mit der geistigen Welt und den Ahnen, häufig dient sie auch als Schutz vor negativen Einflüssen.

Körperbemalung findet sich auch in westlichen Industriegesellschaften, sei es beim Make-up oder der Schminkmaske im Theater sowie im Karneval, aber auch als Ausdruck der Gruppenzugehörigkeit in der Jugendkultur oder bei Sportveranstaltungen. In der modernen Kunst spielt sie in der Body-Art eine wichtige Rolle.

Siehe auch Kosmetika

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