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Windows Live® Suchergebnisse Wilhelm KreisEnzyklopädieartikel
Wilhelm Kreis (1873-1955), deutscher Architekt, der mit seiner kolossal-neoklassizistischen Architektur zu einem der führenden Architekten im Nationalsozialismus wurde (siehe nationalsozialistische Architektur). Wilhelm Kreis wurde am 17. März 1873 in Eltville am Rhein geboren. Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule in Dresden wurde er Assistent von Paul Wallot und errang 1895 mit nur 22 Jahren den 1. Preis beim Wettbewerb um das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. 1899 schuf er das Burschenschaftsdenkmal, dem mehr als 50 Bismarcktürme in ganz Deutschland folgten. Diese Bauten mit ihrem Hang zur Monumentalität blieben dem neoklassizistischen Formenkanon der Gründerzeit verbunden, den sie jedoch vereinfachten und auf wenige kubische und zylindrische Grundformen reduzierten. Ihr auftrumpfend-repräsentativer Charakter machte sie zu idealen Architekturvorbildern für die heraufkommende nationalistische Ära. Kreis lehrte von 1902 bis 1908 Raumkunst an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Von 1909 bis 1920 folgte er Peter Behrens als Direktor der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf nach. An der dortigen Kunstakademie lehrte er von 1920 bis 1926 als Professor für Architektur, und von 1926 bis 1936 an der Kunstakademie von Dresden. 1927 wurde Kreis Präsident des Bundes Deutscher Architekten. Den frühen Denkmalbauten folgten als Großaufträge 1904 die Rheinbrücke Düsseldorf–Neuss und 1908 die Augustusbrücke in Dresden. Eine Reihe von Warenhäusern und Museumsbauten zeigt Kreis’ zunehmende Bemühungen, den monumentalen Historismus mit funktionalen und neusachlichen Auffassungen zu verbinden. Die wichtigsten sind das Warenhaus Tietz in Köln (1912-1914), eines der ersten deutschen Hochhäuser, das Wilhelm-Marx-Haus in Düsseldorf (1922-1924), das Museum für Vorgeschichte in Halle (1916), die Gebäude für die Ausstellung der „GesoLei” („Gesundheit, soziale Fürsorge und Leibesübungen”) in Düsseldorf, ein Komplex mit Museumsbauten, einem Planetarium (heute Konzertsaal) und der Rheinterrasse (1926), sowie das Hygienemuseum in Dresden (1927-1930). Unter dem Nationalsozialismus zeichnete Kreis für viele der grotesk makabren „Totenburgen” verantwortlich, die auf den Schlachtfeldern die deutschen Gefallenen verherrlichen sollten. Auch arbeitete er an Albert Speers Berlinplanung mit, indem er das Gebäude für das Oberkommando des Heeres und Erweiterungsbauten der Berliner Museumsinsel (1942) entwarf. 1943 wurde Kreis Präsident der Reichskammer der bildenden Kunst. Nach 1945 arbeitete er vor allem für größere Unternehmen. Wilhelm Kreis starb am 13. August 1955 in Bad Honnef.
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