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Literaturoper

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Richard StraussRichard Strauss

Literaturoper, musik- und literaturgeschichtlicher Begriff, der die Vertonung eines oftmals bereits gegebenen literarischen, nicht unbedingt dramatischen Stoffs als Neuerung im Musiktheater des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Ihre operngeschichtliche Voraussetzung bildet die Abkehr von der spätromantisch-illustrativen Wort-Ton-Beziehung und die damit verbundene Höherbewertung des Textkomplexes. Den Beginn einer engen Zusammenarbeit zwischen Komponist und Dichter markieren die Opern von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, darunter Elektra (1909), Der Rosenkavalier (1911) und Ariadne auf Naxos (1917). In tendenzieller Umkehrung der untergeordneten Funktion des Librettos gegenüber der musikalischen Komposition wird hier der sprachlichen Gestalt ein zunehmend eigenständiger Anteil am Gesamtkunstwerk der Oper zugemessen, so etwa in Alban Bergs auf Georg Büchner zurückgehendem und 1925 uraufgeführtem Wozzeck. Zu den erfolgreichsten Literaturopern zählen die Kafka-Vertonung Gottfried von Einems (Der Prozeß, 1953), die Wolfgang Fortners Bearbeitung von García Lorcas Drama Die Bluthochzeit (1957), Hans Werner Henzes in Zusammenarbeit mit Ingeborg Bachmann entstandene Opern Der Prinz von Homburg (1960, nach dem Schauspiel Heinrich von Kleists) und Der junge Lord (1965, nach Wilhelm Hauff), Giselher Klebes Oper nach Franz Werfels Bühnenstück Jacobowsky und der Oberst (1965) und Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten (1965) nach dem Schauspiel von Jakob Michael Reinhold Lenz.

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