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Literaturverfilmung

Enzyklopädieartikel
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Victor Fleming: Vom Winde verwehtVictor Fleming: Vom Winde verweht

Literaturverfilmung, allgemein die Umsetzung einer literarischen Vorlage – zumeist eines Romans oder einer Novelle bzw. Erzählung, seltener eines Dramas – in das Medium des Films.

Seit Beginn der Filmgeschichte entlehnte der Film seine Stoffe aus der Literatur: Zu den ersten noch rein illustrativen Adaptionen eines literarischen Werkes zählt der Faust (1896) der Brüder Lumière; die Umsetzung der narrativen Textstruktur in die filmische Erzählweise gelang erst im Tonfilm, der mit der Visualisierung der Handlung zugleich auch eine Wiedergabe der Dialoge ermöglichte. Erfolgreiche Romane bilden bis heute ein Reservoir für kommerzielle oder auch künstlerisch ambitionierte Filme. Als erstes hervorragendes Beispiel einer „werkgetreuen” Romanverfilmung im deutschen Kino gilt Piel Jutzis Berlin Alexanderplatz (1931) nach Alfred Döblins gleichnamigem Roman (Döblin selbst war maßgeblich am Drehbuch beteiligt); zu den internationalen Großprojekten zählen Vom Winde verweht (USA, 1939) – die Verfilmung von Margaret Mitchells Bürgerkriegs-Epos unter der Regie Victor Flemings war lange Zeit der größte Kassenerfolg der Filmgeschichte –, die dreistündige (1956, USA, Regie King Vidor) und die sechsstündige (1965-1967, UdSSR, Regie Sergej Bondartschuk) Fassung von Lew Tolstojs Krieg und Frieden oder Boris Pasternaks Doktor Schiwago (1965, USA, Regie David Lean).

Die Nouvelle Vague bzw. der moderne Autorenfilm schuf ein neues Verhältnis von Film und Literatur: innerhalb der französischen Literatur lieferten Alain Robbe-Grillet, Jean Cocteau oder Marguerite Duras, innerhalb der deutschen Literatur Peter Weiss, Alexander Kluge oder Peter Handke nicht nur die literarische Vorlage bzw. das Drehbuch, sondern drehten selbst Filme; aus der gegenseitigen Beeinflussung von Literatur und Film ist als neues Genre der so genannte roman cinemá erwachsen.

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