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Literaturzeitschriften, Periodika bzw. Produktionszeitschriften, die ausschließlich literarische Texte – Erstveröffentlichungen, Nachdrucke, Teilveröffentlichungen – präsentieren, aber auch so genannte Rezensionszeitschriften, die vorrangig Diskussionsbeiträge zu Werken, Autoren, Literaturdebatten etc. liefern, über Aktuelles aus allen Gebieten des literarischen Lebens informieren und als Berichts- und Rezensionsorgane Kritiken publizieren. Zu den Literaturzeitschriften werden aber auch allgemein-kulturelle, literarisch-politische und literarisch-weltanschauliche Journale gezählt, die neben anderen Inhalten einen Literaturteil besitzen und zumeist ein größeres Publikum erreichen als die rein literarischen Fachzeitschriften. Die Literaturzeitschriften sind ein wichtiger Indikator für die jeweilige Bedeutung der Literatur in der Gesellschaft; auch fungieren sie als Plattform für neue literarische Richtungen und neue Autoren und stellen somit ein wichtiges Element des Literaturbetriebs dar. Der Vielzahl der seit dem 17. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum erschienenen Literaturzeitschriften – allein für den Zeitraum von 1880 bis 1945 lassen sich 3 341 Titel bibliographisch erfassen – entspricht die formale und inhaltliche Vielfalt vom repräsentativen, opulent illustrierten Magazin bis zum hektographierten Blättchen, vom volkspädagogisch orientierten Bildungsheft bis zur avantgardistischen Programmzeitschrift bzw. vom reinen Unterhaltungsblatt bis zum gelehrten Rezensionsorgan. Wichtige literarische Zeitschriften der deutschen Literatur seit dem 18. Jahrhundert waren u. a. Christoph Martin Wielands Teutscher Merkur (1773-1810), Friedrich von Schillers Horen, Johann Wolfgang von Goethes Propyläen (1798-1800), die Freie Bühne des Naturalismus (seit 1890, ab 1894 Neue Deutsche Rundschau, ab 1904 Neue Rundschau), zur Jahrhundertwende Die Insel (1899-1902), Die Jugend (1896-1940) und Karl Kraus’ Die Fackel (1899-1936), im Expressionismus Herwarth Waldens Der Sturm (1910-1932), Franz Pfemferts Die Aktion (1911-1932) und Ludwig von Fickers Der Brenner (1910-1934), Carl von Ossietzkys Die Weltbühne (1918), für die Exilliteratur Die Sammlung (1933-1935) und Das Wort (1936-1939) sowie für die deutsche Literatur nach 1945 Der Ruf (1946-1949). Weitere wichtige Produktions- und Rezensionszeitschriften des 20. und 21. Jahrhunderts sind u. a. Arcadia, Akzente, Daphnis, Deutsche Vierteljahresschrift für Literatur, Die Horen, German Quarterly, Kursbuch, manuskripte, Literatur für Leser, Poetica, Zeitschrift für deutsche Philologie und die für die deutsche Literaturwissenschaft bedeutende Zeitschrift Germanistik.
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