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    Der Magen ist eines der wichtigsten Organe für das Wohlbefinden des Menschen. Schädigende Einflüsse wie zu viel Nahrung und Alkohol, hektische Mahlzeiten, Stress, Ärger und ...

  • Helicobacter pylori – Wikipedia

    Helicobacter pylori ist ein gramnegatives, mikroaerophiles Stäbchen bakterium, das im menschlichen Magen vorkommt. Der spiralig gekrümmte Keim bewegt sich mittels seiner Geißeln ...

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Helicobacter pylori

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Helicobacter pyloriHelicobacter pylori

Helicobacter pylori (früherer Name: Campylobacter pylori), spiralförmig gewundenes, begeißeltes, gramnegatives Bakterium von 0,3 bis 0,5 Mikrometer (tausendstel Millimeter) Größe, das u. a. Magenschleimhautentzündung (Gastritis) verursachen kann.

Helicobacter pylori ist weltweit verbreitet und befällt sowohl Tiere als auch Menschen. Eine Infektion findet zumeist bereits im Kindesalter statt. Der Infektionsweg ist unbekannt, vermutet wird, dass das Bakterium durch Speisen, die mit Fäkalien verunreinigt sind (etwa infolge unzureichenden Händewaschens nach dem Toilettengang), in den Körper gelangt; möglicherweise spielen auch Fliegen bei der Übertragung eine Rolle. Das Bakterium wurde 1979 entdeckt: Der australische Pathologe Robin Warren isolierte es aus der Magenschleimhaut eines Patienten mit chronischer Magenschleimhautentzündung und züchtete es für Forschungszwecke im Labor. Sein Mitarbeiter, der Mikrobiologe Barry Marshall, zeigte 1982 in einem Selbstversuch, dass dieses Bakterium Magenschleimhautentzündung verursachen kann. Den beiden Forschern wurde für ihre Entdeckung 2005 der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zuerkannt.

Das Bakterium umhüllt sich mit Hilfe des Enzyms Urease mit einer Schicht aus Ammoniak, wodurch es sich vor der aggressiven Säure des Magens schützt. Es injiziert mit einer nadelähnlichen Struktur seinen Zellwandbestandteil Peptidoglykan (auch Murein genannt) in Zellen der Magenschleimhaut, wodurch eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird. Diese Struktur fehlt allerdings manchen Stämmen von Helicobacter pylori, was zu erklären scheint, warum nicht alle Menschen erkranken, die mit dem Bakterium infiziert sind (Nature Immunology, 2004). Helicobacter pylori verändert sein Erbgut nach einer Infektion durch Austausch mit anderen Pylori-Stämmen durchschnittlich etwa 60 Mal pro Jahr (Proceedings of the National Academy of Sciences, 2001).

Nach intensiver Forschung gilt der Zusammenhang zwischen dem Befall mit Helicobacter pylori und einer bestimmten Art der Magenschleimhautentzündung, der Antrum- oder Typ-B-Gastritis (und des daraus entstehenden Magengeschwürs) als gesichert. Auch das statistische Risiko, an einem Magenkarzinom (einer Krebserkrankung des Magens) zu leiden, ist bei betroffenen Menschen um das Vielfache höher.

Nachgewiesen wird Helicobacter pylori durch einen Atemtest, wobei die Urease-Aktivität des Bakteriums festgestellt wird, oder durch eine Biopsie (Gewebeentnahme) aus der Magenschleimhaut. Mit Hilfe serologischer Tests lassen sich Antikörper gegen Helicobacter pylori im Blutserum aufspüren. Eine erfolgreiche Behandlung (Eradikation) erfolgt durch eine Kombinationstherapie mit Säure hemmenden Medikamenten (Protonenpumpenhemmer, H2-Antagonisten; siehe Antihistaminika) und durch Antibiotika wie Amoxicillin. Des Weiteren kommt eine Mehrfachtherapie mit Antibiotika, Metronidazol und Bismutsalzen zum Einsatz. Im Labor konnten Helicobacter pylori durch Bestrahlung mit sichtbarem (vor allem blauem und violettem) Licht abgetötet werden, da sich in ihnen photosensitive Porphyrine anreichern, die bei Bestrahlung zum Zelltod führen (Antimicrobial Agents and Chemotherapy, 2005).

Das Bakterium besiedelt den menschlichen Körper DNA-Analysen zufolge seit mindestens 58 000 Jahren. Es hat seinen Ursprung in Ostafrika und gelangte von dort mit dem Menschen in die übrigen Regionen der Erde (Nature, 2007).

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