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Röstverfahren

Enzyklopädieartikel

Röstverfahren, Bezeichnung für ein großtechnisches Verfahren, bei dem man meist schwefelhaltige, aber auch arsen- oder antimonhaltige Erze durch thermische Behandlung unter Zufuhr von Luftsauerstoff in Rohprodukte bzw. Zwischenprodukte für die Hüttenindustrie überführt. Die flüchtigen, sauerstoffhaltigen Reaktionsanteile gehen bei diesem Prozess in den gasförmigen Zustand über. Je nach Prozessführung (Temperatur, Sauerstoffzufuhr) und Ausgangsprodukt erhält man bei diesem Verfahren Rohmetalle, Metalloxide (z. B. Eisenoxide wie Fe2O3) sowie Nichtmetallprodukte (z. B. Schwefeldioxid). Gelegentlich zählt man auch die Calcinierung zu den Röstverfahren.

Bei der Metallherstellung wird häufig das Röstreduktionsverfahren angewandt, d. h. die Metallgewinnung verläuft über zwei Stufen:

  • 1.) Rösten des Ausgangsmaterials, meist zum Oxid;
  • 2.) Reduktion des Zwischenprodukts zum Metall.
Ein Beispiel hierfür ist die Gewinnung von Zink aus Zinkblende in mehreren Arbeitsgängen. Häufig bereitet man das rohe Mineral durch Flotation (siehe Metallurgie) auf und unterwirft das dabei anfallende zinksulfidhaltige Konzentrat dem Röstverfahren:

2ZnS + 3O2 → 2ZnO + 2SO2.

Das so gewonnene Zinkoxid lässt sich anschließend durch thermische Behandlung mit Koks zu gasförmigen Zink weiterverarbeiten:

ZnO + C → Zn + CO

(das Zink wird daraufhin kondensiert). Das Röstreduktionsverfahren dient u. a. auch zur Herstellung von Kupfer.

Ein zweites Verfahren ist das so genannte Röstreaktionsverfahren. Hierbei setzt man oxidisches und sulfidisches Ausgangsmaterial in einem Arbeitsschritt zum Metall um. Ein Beispiel ist die Produktion von Blei, bei der zunächst Bleiglanz unvollständig unter Luftzufuhr geröstet

3PbS + 3O2 → PbS + 2PbO + 2SO2

und anschließend unter Luftabschluss weiterverarbeitet wird

PbS + 2PbO → 3Pb + SO2

Mit Hilfe von Röstverfahren werden großtechnisch nicht nur Metalle sondern auch Nichtmetallprodukte erzeugt, wie beispielsweise Schwefeldioxid aus Pyrit:

4FeS2 + 11O2 → 2Fe2O3 + 8SO2

Das Schwefeldioxid kommt dann bei der Produktion von Schwefelsäure zum Einsatz. Diese Verfahren kommen vor allem dort zur Anwendung, wo sulfidische Erze kostengünstig zu gewinnen sind und es an Naturschwefel fehlt.

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