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Windows Live® Suchergebnisse DerwischordenEnzyklopädieartikel
Derwischorden, Sufi-Orden, Bruderschaften und Orden im islamischen Sufismus. Der arabische Begriff tariqa bezeichnet sowohl den mystischen Pfad der Gottsuche wie auch die Bruderschaften von Sufis und Derwischen, die es in der ganzen islamischen Welt gibt. Diese Bruderschaften sind keine Orden im Sinn der Mönchsorden des Christentums, sondern religiöse Gemeinschaften mit äußerst vielfältigen Erscheinungsformen. Es wird unterschieden zwischen ba-shar- und bi-shar-Orden. Als ba-shar (mit dem religiösen Gesetz konform) werden die Gruppen bezeichnet, die dem orthodoxen Islam nahestehen. Ihnen gehört die Mehrheit der Sufis und Derwische an. Daneben gibt es die bi-shar (ohne das Gesetz), die freien Bruderschaften, die ein unkonventionelles, ungebundenes Leben mit Drogengenuss, Musik, Tanz und außergewöhnlichen Formen der Ekstase führen. Oft ziehen sie als Wanderderwische durch Straßen und leben vom Betteln, manche halten sich auch für längere Zeit an einem Ort auf, z. B. an einem Heiligenschrein. Von den mehr als 100 Bruderschaften, die es gibt, ist die größte die Qadiriyya, die sich auf den von Westafrika bis Bengalen wohl populärsten und bekanntesten Heiligen zurückführt: Abdul Qadir al-Dschilani (gestorben 1166). Von großer Bedeutung ist auch die von Abdul Qahir Abu Nadschib as-Suhrawardi (gestorben 1168) gegründete Suhrawardiyya. Sie ist ein eher nüchterner Orden, der Dichtung, Musik und Tanz als Quelle religiöser Erfahrung ablehnt. Ein ebenso nüchterner Orden ist die Naqschbandiyya, die großen Wert auf Meditation und stilles Gottgedenken legt. Sie geht zurück auf Baha ud-Din Naqschband (gestorben 1389). Eine rein schiitische Bruderschaft ist die Nimatullahiyya, die auf Shah Nimatullah-i Wali (gestorben 1431) zurückgeht und im Iran große Bedeutung gewann. Deutlich beeinflusst von der Schia ist auch die Bektaşiye, eine volkstümliche Bruderschaft in der Türkei, als deren Stifter der legendäre Hadschı Bektaşı Veli verehrt wird. Ein vom anatolischen Konya ausgehender, aber in der ganzen Welt verbreiteter Orden ist die Mevleviyye, die auf den Poeten Djalal ad-Din Rumi (gestorben 1273) zurückgeht. Die Mevlevi-Derwische sind wegen der reigenartigen Drehbewegungen beim dhikr als tanzende Derwische bekannt geworden. Bekannt sind auch die heulenden Derwische, die aufgrund ihres besonders ekstatischen dhikr-Rufs so genannt werden. Unter den freien, heterodoxen Bruderschaften ist die Qalandariyya in Indopakistan von größerer Bedeutung, eine Bruderschaft mit deutlich schiitischen Zügen, die als Bewegung gegen die etablierten Sufi-Bruderschaften und allgemein gegen die geltenden Normen und Werte der Gesellschaft gesehen werden kann.
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