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Neuer Markt

Enzyklopädieartikel

Neuer Markt, ehemaliges Aktienmarktsegment der Deutschen Börse AG, das im März 1997 an der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt und infolge eines Börsencrashs im Juni 2003 eingestellt wurde.

Am Neuen Markt wurden vor allem Aktien junger Technologieunternehmen, etwa aus der Biotechnologie und Telekommunikation, gehandelt. Zugang hatten ausschließlich Stammaktien junger Firmen aus der so genannten New Economy mit einem Mindestemissionsvolumen von fünf Millionen Euro, das wenigstens zu 50 Prozent aus einer Kapitalerhöhung stammen sollte. Mindestens 20 Prozent der ausgegebenen Wertpapiere mussten dem privaten Streubesitz vorbehalten sein.

Der Neue Markt, der binnen zweier Jahre von 17 auf über 100 Firmen anschwoll, erlebte in den Jahren 1999 und 2000 einen beispiellosen Boom. Der zum 1. Juli 1999 für die Blue Chips des Neuen Marktes eingeführte Nemax 50 erreichte im März 2000 fast 10 000 Punkte, ehe Bilanzfälschungsskandale und spektakuläre Firmenpleiten die Blase platzen ließen. Dies leitete den rasanten Niedergang des Neuen Marktes mit Kurseinbrüchen von teilweise mehr als 90 Prozent ein.

Als der Nemax 50 im September 2002 unter 300 Punkte fiel, kündigte die Deutsche Börse AG die Einstellung des Neuen Marktes an, die am 5. Juni 2003 vorzeitig vollzogen wurde. Die überlebenden Unternehmen des Neuen Marktes mussten in die neuen Börsensegmente Prime Standard oder General Standard wechseln.

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