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Windows Live® Suchergebnisse Wert (Wirtschaft)Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Wert (Wirtschaft), in der Volkswirtschaftslehre die Bedeutung, die den Gütern im Hinblick auf ihre Fähigkeit, Bedürfnisse zu befriedigen, beigemessen wird. Für den Wert eines Gutes ist erstens entscheidend, welchen Nutzen es für die Bedarfsdeckung hat, und zweitens, in welchem Verhältnis die Knappheit eines Gutes zum Bedarf steht. Es wird zwischen dem Gebrauchswert (subjektive Wertschätzung) einerseits und dem Tauschwert (siehe Preis) andererseits unterschieden. Die objektivistischen Werttheorien gehen vom Tauschwert eines Gutes aus und lassen den Gebrauchswert außer Acht. Der Tauschwert wird aus den Kosten abgeleitet, die für die Herstellung des Gutes aufgebracht werden müssen. Man unterscheidet zwischen der Produktionskostentheorie und der Arbeitskostentheorie. Nach der Produktionskostentheorie entspricht der Wert eines Gutes den Kosten der Produktion: Arbeitslohn, Zins für investiertes Kapital, Kosten für die Benutzung des bei der Produktion benutzten Bodens. Dagegen lässt sich nach der Arbeitskostentheorie der Wert eines Gutes allein nach den Arbeitskosten bemessen. Die subjektivistischen Werttheorien leiten den Güterwert aus ihrem Gebrauchswert ab. Sie bestimmen den Wert ausgehend von der Nützlichkeit eines Gutes; diese bemisst sich an dem Maximum des Opfers, das aufgebracht wird, um ein bestimmtes Wirtschaftsgut zu erlangen. In der modernen Werttheorie wird ein Ausgleich zwischen objektivistischer und subjektivistischer Werttheorie gesucht. So ergibt sich nach der so genannten Gleichgewichtstheorie der Tauschwert eines Gutes aus dem Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage.
Die Marx’sche Kritik hat ihre Basis darin, dass er den Wert nicht als Kategorie betrachtet, welche den Dingen quasi natürlich anhaftet, sondern als allgemeinste und abstrakteste Form der kapitalistischen Produktion, die nur durch die Anhäufung abstrakter Arbeit geschaffen werden kann. Der Wert ist damit historisch und sozial aufgefasst: Weder ist er schon immer vorhanden, noch hat er Gültigkeit für alle Zukunft. An der Oberfläche erscheint der Wert als Tauschwert auf dem Markt. Zwei Waren treten einander gegenüber und sollen getauscht werden. Wie aber vergleicht man zwei Dinge, die einen völlig verschiedenen Gebrauchswert besitzen, etwa eine Gurke und eine Zeitung? Dazu bedarf es des Tauschwertes, der letztlich in Geld ausgedrückt wird und in dieser, seiner entwickelten Form die Waren universell austauschbar und verkäuflich macht. Marx fragt nun, woraus der Tauschwert der Ware entspringt, wenn er nicht in der Natur der Dinge liegt. Das allen Waren Gemeinsame kann nur eines sein: die zu ihrer Herstellung notwendige Arbeit. Die Grundlage des Wertes ist für Marx also die Arbeit, sein Maß ist aber nicht die individuelle Arbeitszeit, sonst müsste ein Produkt um so teurer sein, je länger der Hersteller braucht, sondern – vermittelt über den Markt – die durchschnittliche, gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit. Der Inhalt des Wertes ist aber auch nicht die konkrete lebendige Arbeit. Nicht die sinnliche Tätigkeit der Herstellung eines bestimmten Produkts ist die Hauptsache der Produktion, sondern der Verbrauch von wertschöpfender Arbeit als Selbstzweck. Diese abstrakte Arbeit muss weder Spaß machen noch eine sinnvolles Ergebnis zeitigen, sie muss sich lediglich als Wert der Ware vergegenständlichen und Geld bringen. Marx spricht deshalb auch von toter Arbeit, weil die lebendige Tätigkeit zugunsten der Werteigenschaft zurücktritt. Die Wertschöpfung beinhaltet für Marx die Entfremdung des tätigen Menschen von seinem Produkt sowie die Entfremdung der Menschen voneinander, da sie sich nur noch als Hersteller und Besitzer von Waren gegenübertreten. Ihre soziale Beziehung bleibt ihnen schleierhaft, da sie ihren Kontext nur über Dinge und Geld herstellen können; ihr Leben ist durch die Anhäufung von abstrakter Arbeit (Wert) geprägt, weshalb sie sich in der Konsequenz selbst als Waren bewerten. Marx spricht in diesem Zusammenhang auch von negativer Vergesellschaftung durch den Wert. Der Inhalt einer neuen Gesellschaft liegt nach Marx also nicht in der Planung und Berechnung des Wertes, wie sie in den Staaten des Ostblocks vergeblich versucht wurde, sondern in der Aufhebung der abstrakten Anhäufung von Wert zugunsten einer direkten Vergesellschaftung der Menschen und ihrer sinnlichen Tätigkeit.
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