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Germanien

Enzyklopädieartikel

Germanien (lateinisch Germania), in der antiken Geographie allgemein das Wohngebiet der Germanen zwischen den Kelten in Westeuropa und den Sarmaten in Osteuropa, ohne konkrete Festlegung von Grenzlinien.

Seit der frühen römischen Kaiserzeit, nach der Etablierung der Reichsgrenze am linken Rheinufer, bezeichnete der Begriff Germania in erster Linie das Gebiet der beiden römischen Provinzen Germania superior und Germania inferior, einen Gebietsstreifen, der sich links des Rheines – in unterschiedlicher Breite – vom Genfer See im Süden bis zur Rheinmündung im Norden erstreckte. Der übrige von Germanen bewohnte Raum außerhalb des Römischen Reiches dagegen wurde häufig Germania magna oder libera genannt; diese Germania magna entsprach etwa dem Land zwischen dem Rhein im Westen und der Weichsel im Osten bzw. im Südosten den Westkarpaten. Im frühen Mittelalter übertrug man den lateinischen Namen Germania zunächst auf den von Germanen bewohnten Teil des Fränkischen Reiches, später, nach den fränkischen Reichsteilungen im 9. Jahrhundert, wurde der Begriff allmählich auf das Ostfränkische Reich beschränkt. Im hohen Mittelalter bezeichnete Germanien meist den deutschen Teil des Heiligen Römischen Reiches, also in etwa das Gebiet nördlich der Alpen zwischen der Maas im Westen und der Oder im Osten. In der Neuzeit wird unter Germanien zumeist Deutschland in seinen jeweiligen Grenzen verstanden.

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