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Windows Live® Suchergebnisse TaihocodexEnzyklopädieartikel
Taihocodex, japanisches Gesetzbuch des 8. Jahrhunderts n. Chr. Im Jahr 700 gab der junge Kaiser Mommu einer Kommission von Adeligen den Auftrag, die Gesetze des Reiches, die während der Taikareform zwischen 646 und 686 erlassen worden waren, zu überarbeiten und in einem Codex zusammenzustellen. 702 wurde diese neue Gesetzessammlung, der Taihocodex, in Kraft gesetzt. Der Text ist nicht im Original erhalten, sondern durch einen 833 erstellten Kommentar zum Taihocodex überliefert. Die Gesetze waren in zwei Gruppen eingeteilt: die Strafgesetze (ritsu) und die Verwaltungsverordnungen (ryo). Letztere legten die Regierungsstrukturen, die gesellschaftliche Hierarchie und bürokratische Praxis bis ins Detail fest und orientierten sich an dem Vorbild der chinesischen Zentralregierung. Es gab kaum einen Bereich des öffentlichen oder privaten Alltagslebens, der nicht durch die Normen des Taihocodex geregelt wurde. Dieses umfassende Gesetzeswerk blieb zwar bis zum Ende des japanischen Feudalismus im 16. Jahrhundert die Grundlage der Verwaltungspraxis und des geltenden Rechts, konnte allerdings nie in allen seinen Bestimmungen vollständig durchgesetzt werden. Bis in das späte 19. Jahrhundert hinein prägte es die japanischen Vorstellungen von Politik, Verwaltung und Recht.
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