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Xanana Gusmão

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Xanana GusmãoXanana Gusmão

Xanana Gusmão (*1946), osttimoresischer Rebellenführer und Politiker, Führungsfigur im Widerstand gegen die indonesischen Besatzer (siehe Osttimorkonflikt) und erster Staatspräsident (2002-2007) sowie Ministerpräsident (seit 2007) des unabhängigen Timor-Leste.

José Alexandre (Xanana) Gusmão wurde am 20. Juni 1946 in Manatuto in der damaligen portugiesischen Kolonie Osttimor als Sohn eines Lehrers geboren. Er ging bei katholischen Missionsschwestern zur Schule, absolvierte den Wehrdienst bei den Kolonialtruppen und war als Journalist tätig, bevor er sich 1974 der marxistischen Befreiungsfront Frente Revolucionária de Timor Leste-Independente (FRETILIN) anschloss. Nach dem Einmarsch der Indonesier 1975 ging er in den Untergrund, 1979 trat er an die Spitze der Guerillabewegung. 1992 wurde er festgenommen und als „Staatsfeind Nummer eins” zum Tod verurteilt (auf internationalen Druck wurde das Urteil von Präsident Suharto auf 20 Jahre Haft ermäßigt).

Anfang 1999 wurde Gusmão in Hausarrest überstellt, und in den folgenden Monaten spielte er eine wichtige Rolle in den Verhandlungen zwischen der Unabhängigkeitsbewegung und den indonesischen Milizen. Nach dem Referendum, in dem sich die Osttimoresen im August 1999 für die Unabhängigkeit entschieden, entließ die indonesische Regierung unter Jusuf Habibie Gusmão im September 1999 in die Freiheit. Als charismatische Persönlichkeit und eine der Schlüsselfiguren im Konflikt um Osttimor galt Gusmão, unterdessen einer der besonnensten Politiker Osttimors, als aussichtsreichster Anwärter auf die Führung des entstehenden Staates. Im Oktober 2000 wurde er zum Vorsitzenden des neu geschaffenen osttimoresischen Nationalrates gewählt, und aus den Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung am 30. August 2001 ging seine FRETILIN mit über 57 Prozent der abgegebenen Stimmen als absolut stärkste Kraft hervor. Die Präsidentschaftswahlen am 14. April 2002 gewann Gusmão mit über 82 Prozent der abgegebenen Stimmen, und am 20. Mai 2002, als Osttimor unter dem Namen Timor-Leste die volle Unabhängigkeit erlangte, wurde er als Staatspräsident vereidigt. 2007 verzichtete er auf eine Wiederwahl und wurde nach fünf Jahren im Amt von José Ramos-Horta abgelöst.

In Reaktion auf die Unruhen im vorangegangenen Jahr bzw. deren Ursachen – anhaltende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, soziale Konflikte, zunehmende Spaltung der Gesellschaft – trennte sich Gusmão von der FRETILIN und gründete eine neue Partei, den Congresso Nacional de Reconstrução de Timor-Leste (CNRT; Nationaler Kongress für den Wiederaufbau Osttimors). Bei den Parlamentswahlen am 30. Juni 2007 wurde die neue Partei mit 24,1 Prozent der Stimmen (18 Mandate) sogleich zweitstärkste Kraft hinter der FRETILIN (29 Prozent der Stimmen, 21 Mandate), die erhebliche Verluste hatte hinnehmen müssen. Angesichts der schwierigen Lage im Land, für die die FRETILIN mitverantwortlich gemacht wurde, ernannte Ramos-Horta nicht den FRETILIN-Kandidaten, sondern Gusmão zum Ministerpräsidenten an der Spitze einer Koalitionsregierung aus CNRT und zwei kleineren Parteien.

Im Dezember 1999 wurde Gusmão vom Europäischen Parlament für seinen Einsatz für ein unabhängiges Osttimor mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet.

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