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Windows Live® Suchergebnisse AsienkriseEnzyklopädieartikel
Asienkrise, Begriff für die Finanz- und Wirtschaftskrise in Südostasien, die im zweiten Halbjahr 1997 beinahe zum Zusammenbruch des gesamten Bankenwesens in der Region führte. Den Auftakt für die bis dahin schwerste Wirtschaftskrise in Südostasien bildete der massive Verkauf des thailändischen Baht durch Spekulanten Mitte 1997. Viele ausländische Investoren gingen davon aus, dass das ausgezeichnete Wirtschaftswachstum von 1996 in der Region für längere Zeit andauern würde; ein hohes Investitionsaufkommen aus dem Ausland war die Folge. Als sich die Wachstumsraten jedoch nicht wie erhofft entwickelten und sich ein Ausfall von Krediten abzuzeichnen begann, setzte der massenhafte Verkauf des thailändischen Baht ein, dessen Bindung an den US-Dollar schließlich am 2. Juli 1997 aufgehoben wurde. Innerhalb weniger Tage stürzte die Währung ins Bodenlose, und auch andere Länder der Region wie z. B. die Philippinen, Indonesien, Südkorea und Malaysia wurden in den Strudel des Währungsverfalls hineingezogen. Im August erfasste die Krise die Börse von Hongkong, die binnen fünf Tagen Kursverluste von 17 Prozent verzeichnete. Ihren Tiefpunkt erlebte sie im Oktober, als die Kurse um 40 Prozentpunkte fielen. Die Folge davon waren Panikreaktionen bei den Gläubigern und eine internationale Kapitalflucht, die in der zweiten Jahreshälfte beinahe im Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft in der Region mündete. Als Ursachen für die Krise galten nicht kooperativ bewertete Währungen, Fehlinvestitionen in großem Umfang, Handelsbilanzdefizite und fragwürdige Wirtschaftspolitik. Allgemein sahen Experten im Investitionsboom, der mit ungesicherten Krediten finanziert wurde, aber auch in der Rezession Japans, der zweitgrößten Wirtschaft der Welt, einen wesentlichen Grund für den Einbruch. Zur Bekämpfung der Krise verordnete der Internationale Währungsfonds (IWF) den betroffenen Ländern eine generelle Strukturreform. Als Gegenleistung für die Kredite mussten die Länder einen rigiden Sparkurs einhalten, verbunden mit hohen Zinssätzen. Kritiker warfen dem IWF vor, dass er sich mit seinen Vorgaben für eine generelle Strukturreform zu sehr in politische Angelegenheiten der Länder eingemischt habe. Strittig war, inwiefern die Entscheidung des IWF, insolvente Banken zu schließen, die allgemeine Panik verschärfte und dadurch auch solvente Banken mit dem Ruin bedrohte. Ab Herbst 1998 machten sich die Reformen im Finanzsektor deutlich bemerkbar, so dass sich die südostasiatischen Märkte allmählich erholten. Mitte 1999 hatte sich die Situation insbesondere in Korea und Thailand so weit stabilisiert, dass die Asiatische Entwicklungsbank ihre Wachstumsprognose für die Region von 4,1 Prozent auf 5,5 Prozent nach oben korrigierte. Allerdings kam die Asiatische Entwicklungsbank in ihrem Jahresbericht 1999 auch zu dem Ergebnis, dass die Krise dramatische Folgen für die Armutsbekämpfung in der Region hatte. Insbesondere Frauen, Kinder und Wanderarbeiter litten unter der Verarmung, der Verschlechterung in der Gesundheitsversorgung und ansteigender Gewalt. Aufgrund der Wirtschaftskrise mussten in Indonesien sechs Millionen Schüler ihre Ausbildung aufgeben, in Thailand bedrohte der Kostenanstieg im Gesundheitswesen die Behandlung von AIDS-Patienten. Die Entwicklungsbank forderte die Regierungen daraufhin auf, angemessene Sozialprogramme aufzulegen.
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