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Windows Live® Suchergebnisse MinamotoEnzyklopädieartikel
Minamoto, auch Genji (nach der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen), eine der vier großen Familien, die Japan während der Heian-Zeit (794-1185) politisch dominierten. Die Minamoto waren Nachkommen von Kaiser Saga (809-825). Sie waren somit eine Seitenlinie des kaiserlichen Hauses und stellten als solche im 9. und 10. Jahrhundert zehn weitere Kaiser. In diesen beiden Jahrhunderten gehörten die meisten Mitglieder der Minamoto-Familie zum engeren Hof und bekleideten hohe Hofämter. Einige der hoch kultivierten Aristokraten waren auch bedeutende Dichter wie Minamoto no Shitagau (911-983) oder Minamoto no Tsunenobu (1016-1097). Einer der Prinzen aus dem Haus der Minamoto war das Vorbild für den kurz nach 1000 verfassten Roman Die Geschichte des Prinzen Genji, einen der bedeutendsten Beiträge Japans zur Weltliteratur. Im 11. Jahrhundert etablierte sich ein Zweig der Familie in Ost- und Nordostjapan, stellte dort eine Reihe von Gouverneuren und baute sich dort auf dieser Basis allmählich eine vom kaiserlichen Hof unabhängige Position auf. Der bedeutendste Feldherr jener Zeit war Minamoto no Yoshiie (1039-1106), der sich in der damals größten japanischen Provinz, in Mutsu im Norden Honshus, eine solide Machtbasis schuf. Die ersten Minamoto, die in den Kriegerstand überwechselten (d. h. abstiegen), galten zunächst bloß als „Klauen und Zähne” der Fujiwara, die während der Heian-Zeit die meisten kaiserlichen Regenten stellten. Nach einem Thronfolgestreit wurden die Minamoto 1156 in einen fast dreißig Jahre andauernden Konflikt mit den Taira (einem anderen Zweig der kaiserlichen Familie) verwickelt. Unmittelbar auf die endgültige Niederlage der Taira im Gempeikrieg (1180-1185) folgte der bis 1189 dauernde Bruderkrieg zwischen Minamoto no Yoshitsune und Minamoto no Yoritomo. Der Sieger dieses bis heute in zahlreichen Dramen und Romanen beschriebenen Bruderkrieges, Minamoto no Yoritomo, wurde 1192 zum ersten Schogun ernannt. Yoritomo, nunmehr de facto Reichsregent, beließ sein Hauptquartier in Kamakura, das dadurch zum Regierungssitz wurde. Mit der Ermordung des jungen Schoguns Minamoto no Sanetomo (1192-1219; Schogun seit 1204), des Sohnes von Yoritomo, endete die Hauptlinie der Minamoto.
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