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Windows Live® Suchergebnisse VertragshäfenEnzyklopädieartikel
Vertragshäfen, Bezeichnung für diejenigen Hafenstädte, in denen China nach dem Opiumkrieg (1840-1842) zunächst Großbritannien, dann auch weiteren westlichen Staaten unbeschränkte Handelsfreiheiten einräumen musste. Die beiden wichtigsten Vertragshäfen waren Kanton (Guangzhou) und Shanghai. In den Jahrhunderten vor dem Opiumkrieg wurde der Handel zwischen China und den europäischen Mächten über staatlich konzessionierte Handelsgesellschaften abgewickelt und war nach 1759 auf die südchinesische Stadt Kanton beschränkt (abgesehen vom Handel über Macao, das 1557 portugiesisch wurde). Mit dem Opiumkrieg erzwang Großbritannien im Friedensvertrag von Nanking 1842 die Öffnung von fünf chinesischen Häfen für britische Schiffe sowie die Abtretung der Insel Hongkong für zunächst 99 Jahre. In einem Zusatzvertrag von 1843 musste China britischen Händlern zudem in den Vertragshäfen nicht nur freie Handelstätigkeit, sondern noch weitere Privilegien gewährleisten. Dazu gehörten u. a. die Festlegung der Einfuhrzölle auf höchstens 5 Prozent des Warenwertes und die Immunität der Briten gegenüber der chinesischen Justiz, was letztlich deren Extraterritorialität bedeutete. Während des Lorchakrieges (1856-1860) erzwangen Frankreich und Großbritannien gemeinsam mit Waffengewalt die Öffnung von zehn weiteren Hafenstädten. Bis 1900 setzten weitere europäische Mächte auf ähnliche Weise die Öffnung zusätzlicher Häfen durch; zuletzt waren es über 70. Erst nach 1927 gelang es der nationalchinesischen Regierung unter Chiang Kai-shek, einen großen Teil der verlorenen Rechte in den Vertragshäfen, die sich unter ausländischer Kontrolle zu den führenden Wirtschafts- und Handelszentren in China entwickelt hatten, wieder zurückzugewinnen.
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