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Windows Live® Suchergebnisse MochicakulturEnzyklopädieartikel
Mochicakultur, auch Mochekultur, peruanische Hochkultur des 2. bis 8. Jahrhunderts n. Chr., benannt nach dem wichtigsten Fundort im Moche-Tal im Norden von Peru. Die Ursprünge der Mochicakultur sind noch nicht geklärt. Sie scheint sich aus Traditionen der Chavín entwickelt zu haben und ist ab etwa 100 n. Chr. im Moche-Tal nachgewiesen. Von dort aus breitete sich die Kultur über das gesamte nördliche Küstengebiet zwischen Piura und Huarmey aus. Die Siedlungen lagen in den Küstentälern, wo genügend Wasser für ausgeklügelte landwirtschaftliche Bewässerungssysteme zur Verfügung stand. Es wurden sowohl Mais, Bohnen und Erdnüsse als auch Baumwolle angebaut, und die Felder wurden mit Guano gedüngt. Als Haustiere züchtete man Lamas, Alpakas und Moschusenten, zudem wurde im Pazifik Fischfang betrieben. Die Architektur der Mochica zeichnet sich durch große, mit Wandmalereien verzierte Tempel- und Pyramidenbauten aus, die ebenso wie Paläste und Gebäudeplattformen aus Adobeziegeln errichtet wurden. Die über 40 Meter hohe Sonnenpyramide im Moche-Tal ist eines der größten Bauwerke des vorkolumbianischen Amerika. Berühmt geworden ist die Mochicakultur aber insbesondere für ihre kunstvolle Keramik, die eine charakteristische orangebraune Bemalung auf beigefarbenem Grund trägt und auch vollplastische Figurengefäße in Form von Pflanzen, Tieren und Menschenköpfen aufweist. Die naturalistischen Malereien auf den Gefäßen bilden Aspekte des Alltagslebens und mythische Motive ab; viele konnten auch als rituelle Szenen identifiziert werden. Sie zeigen z. B. Priester, die Menschenopfer darbringen und ebensolche Götterkostüme tragen, wie sie auch in einigen ungewöhnlich reich ausgestatteten Gräbern gefunden wurden. Aufgrund dieser Funde geht man von der Existenz einer hochrangigen Priesterkaste in der Mochicakultur aus. Ob die Gesellschaft allerdings von solchen Priestern beherrscht wurde, also eine Theokratie war, oder ob es übergeordnete weltliche Regenten gab, bleibt noch zu erforschen. Aus ebenfalls noch nicht geklärten Gründen wurden die großen Tempel- und Pyramidenstädte der Mochicakultur zu Beginn des 8. Jahrhunderts verlassen. Neu gegründete Siedlungen wiesen keine aufwendigen Sakralbauten mehr auf, sondern ähnelten in ihrer weitläufigen Anlage bereits den Städten des Chimúreiches, das erst etwa 400 Jahre später im Verbreitungsgebiet und auf der kulturellen Grundlage der Mochicakultur entstand.
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