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Windows Live® Suchergebnisse AssassinenEnzyklopädieartikel
Assassinen, eigentlich Nizariya, auch Nizari Ismailiten, europäische Bezeichnung für die Anhänger der Nizariya, einer aus einer Spaltung der Ismailiya hervorgegangenen schiitischen Glaubensgemeinschaft. Die Bezeichnung Assassinen ist eine Verballhornung des arabischen Wortes für Haschischraucher, hashishiyun. Obwohl der Haschischgenuss gerade in Sufi-Kreisen nicht unüblich war, wurde der Nizariya von ihren sunnitischen Gegnern unterstellt, ihre Anhänger durch Drogen gefügig zu machen. Die von Kreuzfahrern und europäischen Reisenden, u. a. Marco Polo, kolportierten Geschichten über Gräueltaten und die Brutalität dieser politisch-religiösen Gemeinschaft haben schließlich bewirkt, dass die Bezeichnung Assassinen in Europa eine Bedeutungsverschiebung erlebte und zum Synonym für politisch motivierten Mord wurde. Die Assassinen/Nizariya gingen Ende des 11. Jahrhunderts aus einer Spaltung der Ismailiya hervor, die mit der Fatimiden-Dynastie ein schiitisches Gegenkalifat zur sunnitischen Abbasiden-Dynastie errichtet hatte. Nach dem Tod des Kalifen Imam al-Mustansir (1094) kam es zwischen seinen beiden Söhnen Nizar und al-Mustali zum Machtkampf. Zwar unterlagen Nizar und seine Anhänger, Nizariya genannt, doch genossen sie die Unterstützung von Hasan-i Sabah. Dieser hatte in Persien erfolgreich eine ismailitische Erneuerungsbewegung begründet, deren Zentrum sich auf dem Berg Alamut am Kaspischen Meer befand. Von dort aus schickte Hasan-i Sabah seine Anhänger nach Syrien, um die dortigen Ismailiten für den neuen Weg zu gewinnen. Das Verhältnis zu den Seldschuken war gespalten. Zwar ließen die seldschukischen Prinzen sie in Syrien lange Zeit gewähren, um so ihre eigene Macht zu festigen. Als der Herrscher von Damaskus aber um seine Macht fürchtete, ließ er 1128 ein Massaker an Tausenden von Assassinen verüben. Obwohl der politisch bzw. religiös motivierte Mord bereits aus der islamischen Frühzeit bekannt ist, spielte diese Form des Glaubensbeweises bei den Assassinen/Nizariya eine bis dahin nicht gekannte Rolle. Dies hat nicht zuletzt zu dem Bild einer fanatischen und grausamen Sekte beigetragen. Im Vordergrund der Glaubensvorstellung steht indes die besondere Rolle, die dem Imam als höchster Instanz in Glaubensfragen zuteilwird. Ihren Höhepunkt erlebte die Bewegung ab der Mitte bis zum Ende des 12. Jahrhunderts unter Rashid ad-Din Sinan, der in die europäische Literatur als der „alte Mann aus den Bergen” einging und der zweimal einen Mordanschlag auf Salahaddin verübte. Ende des 13. Jahrhunderts war die Macht der Assassinen/Nizariya in Syrien endgültig gebrochen. Im Iran waren sie 1256 durch die Mongolen unterworfen worden. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Aga Khan das anerkannte Oberhaupt der Ismailiten, der Imam. Heute gibt es in 25 Ländern der Welt Nizariya-Gemeinschaften; zu den wichtigsten zählen die Khoja auf dem indischen Subkontinent.
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