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Tarik Aziz

Enzyklopädieartikel

Tarik Aziz (*1936), irakischer Politiker, Journalist, Außenminister (1983-1991) und stellvertretender Ministerpräsident (1979-2003) des Irak.

Tarik Aziz wurde 1936 als Sohn eines Beamten unter dem christlichen Namen Michail Yuhanna in der Nähe der nordirakischen Stadt Mosul geboren. Während seines Studiums der Anglistik an der Universität Bagdad schloss er sich der Baath-Partei an, wodurch er den späteren Staatschef Saddam Hussein kennen lernte. 1962 wurde er Chefredakteur einer Tageszeitung in Bagdad. Da zu jener Zeit die Mitglieder der Baath-Partei häufig Verfolgungen ausgesetzt waren und er deshalb zeitweilig in den Untergrund gedrängt wurde, nahm er damals den religionsneutralen Namen Tarik Aziz an. Als die Baath-Partei des Irak 1968 in Bagdad die Macht übernahm, wurde Aziz Chefredakteur der Parteizeitung Al Thawrah, 1974 wurde er Informationsminister und 1977 in den Revolutionären Kommandorat aufgenommen, das eigentliche Machtzentrum des Staates. Zwei Jahre später stieg Aziz, der als einer der wichtigsten Ideologen des irakischen Regimes galt, zum stellvertretenden Ministerpräsidenten auf. Von 1983 bis 1991 übte Aziz zusätzlich das Amt des Außenministers aus. Auch nach der Kabinettsumbildung nach dem Zweiten Golfkrieg 1991, als er das Außenministerium abgab, blieb er der eigentliche Chefdiplomat von Saddam Hussein und vertrat weiterhin auf zahlreichen Besuchen im Ausland die Position seines Landes nach außen, vor allem in den Verhandlungen mit den Vereinten Nationen. Kurz nach dem Sturz des Hussein-Regimes im Irak-Krieg im April 2003 stellte sich Aziz den alliierten Truppen und kam in US-amerikanische Haft.

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