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Jonathan Demme

Enzyklopädieartikel

Jonathan Demme (*1944), amerikanischer Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor. Mit The Silence of the Lambs (1991; Das Schweigen der Lämmer) leistete er einen wesentlichen Beitrag zum Thrillergenre in den neunziger Jahren.

Demme wurde am 22. Februar 1944 in Baldwin (New York) geboren. Er absolvierte ein Studium der Veterinärmedizin, nebenbei verfasste er Filmkritiken und arbeitete bei einigen Filmverleihern. Nachdem er 1969 Roger Corman kennen gelernt hatte, war er für ihn als Regieassistent, Autor und Produzent tätig. Sein Regiedebüt gab Demme noch unter Corman mit Caged Heat (1974; Das Zuchthaus der verlorenen Mädchen). In der Folgezeit inszenierte er Spielfilme wie die melancholische Komödie Melvin and Howard (1979; Melvin und Howard), den Liebesfilm Swing Shift (1984; Swing Shift – Liebe auf Zeit, mit Goldie Hawn), den Thriller Something Wild (1987; Gefährliche Freundin, mit Melanie Griffith und Jeff Daniels) und die schwarze Gangsterkomödie Married to the Mob (1988; Die Mafiosi-Braut, mit Michelle Pfeiffer).

Überragenden künstlerischen und kommerziellen Erfolg hatte Demme mit dem Stilelemente des Horrorfilms verwendenden Psychothriller The Silence of the Lambs (1991; Das Schweigen der Lämmer), in dem sich eine FBI-Agentin (Jodie Foster) bei der Verfolgung eines hochintelligenten, psychopathischen Frauenmörders der analytischen Fähigkeiten eines wegen Kannibalismus lebenslang inhaftierten Psychiaters (Anthony Hopkins) bedient, der dabei aus dem Hochsicherheitsgefängnis entkommt. Der stilbildende Film wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet. Ebenfalls mit einem Oscar prämiert wurde Demmes darauf folgender Spielfilm Philadelphia (1993; Philadelphia), ein mit Tom Hanks und Denzel Washington hochkarätig besetztes Drama, das sich mit der AIDS-Thematik auseinandersetzt und für den Abbau von Berührungsängsten wirbt, dabei jedoch oberflächlich und auf Hollywood-typische Art publikumsverträglich bleibt. Es folgten die Toni-Morrison-Adaption Beloved (1998; Menschenkind), in der die bekannte amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey eine ehemalige Sklavin verkörpert, The Truth about Charlie (2002; The Truth about Charlie), ein Remake von Stanley Donens Komödie Charade (1963; Charade) mit Audrey Hepburn und Cary Grant, sowie der packende Politthriller The Manchurian Candidate (2004; Der Manchurian Kandidat), ein Remake des John-Frankenheimer-Klassikers aus der Zeit des Kalten Krieges.

Neben seinen Spielfilminszenierungen dreht Demme mit großem Erfolg immer wieder auch Dokumentarfilme. Aufsehen erregte er u. a. mit dem Konzertfilm der Rockgruppe Talking Heads Stop Making Sense (1984; Stop Making Sense), dem monologischen Kambodscha-Film Swimming to Cambodia (1986; Nach Kambodscha schwimmen), dem Haïti-Porträt Haiti: Dreams of Democracy (1987), dem Film über seinen Cousin, den Pastor und Bürgerrechtler Robert Castle, Cousin Bobby (1991; Cousin Bobby), dem Nelson-Mandela-Porträt Mandela (1996) und dem Neil-Young-Konzertfilm Neil Young: Heart of Gold (2006). Außerdem inszenierte er eine Reihe von Musikvideos, u. a. für New Order, The Pretenders und Bruce Springsteen. Neben seiner Regietätigkeit tritt Demme bei zahlreichen Filmen auch als Produzent auf, so produzierte er neben mehreren eigenen Werken u. a. George Armitages Miami Blues (1988; Miami Blues), Tom Hanks’ That Thing You Do (1996; That Thing You Do) und Spike Jonzes Adaptation (2002; Adaption – Der Orchideen-Dieb).

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