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Warenhaus

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Einkaufszentrum in ParisEinkaufszentrum in Paris

Warenhaus, Gebäude, in dem Waren verschiedener, nicht verwandter Branchen oder Berufsgruppen unter einem Dach zum Verkauf angeboten werden.

Die Begriffe Kaufhaus und Warenhaus werden trotz ihrer unterschiedlichen Betriebsformen in der Architektur oftmals synonym verwendet, da sich die architektonischen Anforderungen und die sich daraus ergebenden Gebäudetypen für beide Geschäftsbauten weitgehend ähneln.

Die Geschichte des Warenhauses begann im 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten. E. V. Haughwout & Co reagierten mit dem als Stahlskelettbau mit Glasfassade realisierten Warenhaus John P. Gaynor and Daniel D. Badger (1857) auf die neuen Anforderungen eines mehrgeschossigen Geschäftsgebäudes. Neben Schaufensterflächen besitzt das Gebäude den ersten brauchbaren Personenaufzug von Elisha Graves Otis.

Der Lichthof und die Verbindungsbrücken wurden zu charakteristischen Elementen des Warenhauses. Diesen Typus führte Henri Blondel bei La Belle Jardinière in Paris 1863 erstmals ein. Louis-Auguste Boileau und Gustave Eiffel übernahmen diesen Typus bei dem Magasins du Bon-Marché in Paris (1876). In Deutschland entwickelte sich in Berlin eine Warenhauskultur, die mit dem ehemaligen Kaufhaus Wertheim (1903) von Alfred Messel begann. Er führte das Motiv langer schmaler Fensterbahnen mit starker Betonung der Vertikalen in den Geschäftshausbau ein. Das Berliner KaDeWe (Kaufhaus des Westens) von Johann Emil Schaudt, 1906/07 erbaut und 1929/30 von ihm umgebaut, gilt heute mit 60 000 Quadratmetern und über 38 000 Artikeln als Größtes des Kontinents. In Rotterdam näherte sich Willem Marinus Dudok mit dem Warenhaus De Bijenkorf (1929–1931), einer Stahlbetonkonstruktion mit einer transparenten Fassade aus gläsernen Curtain Wall, stark den Konventionen der internationalen Moderne an. Von 1953 bis 1957 wurde das im 2. Weltkrieg weitgehend zerstörte Kaufhaus nach Plänen von Dudok von Marcel Breuer umgebaut. Das Konzept entsprach den neuen Anforderungen an ein Warenhaus mit geschlossenen Wänden, um die Waren mit Kunstlicht ausleuchten zu können und mehr Stellfläche zu gewinnen.

Seit den neunziger Jahren ist eine Rückbesinnung auf den Typus des Warenhauses mit Lichthöfen und Galerien, Brücken und transparenten Fassaden zu beobachten. So zitiert Jean Nouvel in Berlin mit der Galerie Lafayette (1993–1996) die Moderne der zwanziger Jahre.

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