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Windows Live® Suchergebnisse BacksteingotikEnzyklopädieartikel
Backsteingotik, Sonderform der Gotik, die auf der Verwendung von Backstein (siehe Ziegel) als Baumaterial beruht. Ihr Verbreitungsgebiet waren die Norddeutsche Tiefebene und die angrenzenden Regionen, also die südlich der Küsten von Nord- und Ostsee gelegenen Länder von Belgien bis zum Baltikum, wo abbaubarer Werkstein aufgrund der geologischen Verhältnisse nicht verfügbar ist, aber andererseits die Rohstoffe für den Backstein, Lehm und Ton, reichlich vorhanden sind. Die Blütezeit der Backsteingotik dauerte von etwa 1250 bis 1500. Der flächige Baustil der Romanik hatte keine stilistische Differenzierung zwischen der Verwendung von Haustein und Backstein bewirkt. In der Gotik führte das Bauen mit Backstein jedoch zu einer materialspezifischen Bauweise, denn dieses Material erlaubte keinen figuralen Bauschmuck und nur in geringem Umfang Maßwerk. Die Backsteinbauten blieben daher lange Zeit vergleichsweise flächenbetont und ungegliedert, erst in der Spätgotik konnten mit Hilfe von Formsteinen die Wände durchbrochen und gotische Zierformen hergestellt werden. Eine dem Backstein eigentümliche Möglichkeit der Wandgliederung ergab sich aus der Verwendung farbig glasierter Ziegel. Die Backsteingotik wurde vor allem von den Hansestädten, dem Deutschritterorden und den Zisterziensern (siehe Zisterzienserbaukunst) getragen. Beispiele für Backsteinbauten der Zisterzienser sind die Klosterkirchen in Doberan (1298-1368) und Chorin (1273-1334). Als erster Bau der Backsteingotik gilt die um 1250 begonnene Marienkirche in Lübeck. Diese dreischiffige Basilika ohne Querschiff mit ihrem eigentümlichen Chor wurde zum Vorbild vieler Kirchen der Hansestädte. Im Allgemeinen bevorzugte die Backsteingotik jedoch den Typus der Hallenkirche. Der Stil der Backsteingotik wurde in abgewandelter Form auch auf profane Bauaufgaben wie Rathäuser, Wohnhäuser, Burgen und Torbauten übertragen; ein bekanntes Beispiel ist das Holstentor in Lübeck (1477). Außerhalb des Verbreitungsgebiets in der Norddeutschen Tiefebene finden sich nur vereinzelt gotische Backsteinbauten wie die spätgotische Frauenkirche in München und einige Bauten in Skandinavien, Frankreich und England. Siehe auch deutsche Kunst; niederländische Kunst und Architektur
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