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Timor-LesteEnzyklopädieartikel
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Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,11 Millionen (2008), unterlag jedoch in der jüngeren Vergangenheit stärkeren Schwankungen. Am Ende der portugiesischen Kolonialherrschaft 1975 lag sie bei etwa 680 000 (darunter 1 Prozent Portugiesen). Im Zuge der Annexion durch Indonesien und der sich daran anschließenden blutigen Auseinandersetzungen kamen nach Schätzungen mehr als 200 000 Osttimoresen ums Leben. Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts war die Bevölkerungszahl hauptsächlich durch Zuwanderung von anderen Inseln auf rund 800 000 angewachsen. Im Vorfeld des Referendums über die Unabhängigkeit 1999 verließen viele Indonesier aus Furcht vor dem drohenden Konflikt die östliche Inselhälfte, und im Anschluss an die Bekanntgabe des Wahlergebnisses wurden rund 200 000 Osttimoresen – angeblich zum Schutz vor den sich anschließenden bewaffneten Auseinandersetzungen – hauptsächlich in den Westen der Insel Timor deportiert. Seither erfolgte eine starke Zuwanderung.
Das an der nördlichen Küste gelegene Dili war vor den Zerstörungen im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen mit rund 60 000 Einwohnern wichtigste und größte Stadt; sie verfügt über einen Flughafen und einen Schiffshafen. Weitere größere und ehemalige Kreisstädte sind Pante Makasar, Likisia, Ermera, Maliana, Suai, Aileu, Ainaro, Same, Manatuto, Vikeke, Baukau und Lospalos.
Die Bevölkerung von Timor-Leste besteht aus mehr als zehn ethnolinguistischen Gruppen, die zwei verschiedenen Sprachfamilien zuzuordnen sind: Neben Tetum, der Verkehrssprache in weiten Teilen Timors, gehören auch Mambai, Tukudede und Kemak zu den verbreiteten austronesischen Sprachen. Zu den Papuasprachen zählen u. a. Bunak und Fataluku. Indonesisch, das über 20 Jahre Verwaltungssprache war, wird hauptsächlich von der jüngeren Generation verstanden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung von Timor-Leste bekennt sich zum Katholizismus, der häufig vermischt mit einheimischen Religionselementen praktiziert wird (siehe Ahnenkult). Außerdem leben hier Protestanten, Muslime, Hindus und Buddhisten.
Unter der indonesischen Regierung wurden Anstrengungen unternommen, ein Gesundheitssystem aufzubauen, das jedoch im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen komplett zusammenbrach. Durch die angespannte Ernährungssituation und weit verbreitete Krankheiten (z. B. Tuberkulose und Malaria) ist die Kindersterblichkeit hoch.
Mit dem Abzug der indonesischen Lehrerschaft brach auch das indonesische Schulsystem in Osttimor zusammen. Der Anteil an Analphabeten unter der älteren Bevölkerung ist hoch. Ein funktionierendes Bildungssystem muss erst neu aufgebaut und entwickelt werden.
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