Bei der großtechnischen Herstellung von Schwefelsäure kommt heutzutage Vanadiumpentoxid V2O5 als Katalysator zum Einsatz. Diese Illustration zeigt ein stark vereinfachtes Schema des so genannten Einfachkontaktverfahrens. Das aus reinem Schwefel oder aus Metallsulfiden gewonnene Schwefeldioxidgas (SO2) gelangt (links im Bild) in den Kontaktofen mit den Katalysatorbetten (so genannten Horden). Hier findet die Reaktion von SO2 und getrocknetem Luftsauerstoff (O2) zu Schwefeltrioxid (SO3) statt. Da diese Reaktion unter starker Wärmeentwicklung abläuft, regelt man die Temperaturen mit Hilfe der vor- und nachgeschalteten Wärmetauscher – nahezu alle Verfahrensschritte sind mit Hitzeentwicklung verbunden. Das gewonnene SO3 wird nun in die Absorptionstürme weitergeleitet, in denen sich Oleum, stark konzentrierte Schwefelsäure, befindet. Sie vermag SO3 unter Bildung von Pyroschwefelsäure (H2S2O7) aufzunehmen. Durch Zufluss von reinem Wasser wird diese im anschließenden Produktionsschritt zu Schwefelsäure (H2SO4) umgewandelt. Der „Umweg” ist notwendig, weil bei einer direkten Umsetzung von Wasser und SO3 ein Großteil des SO3 entweichen würde. Die über die Wärmetauscher abgeführte Prozesswärme wird zur Erzeugung von Hochdruckdampf genutzt. Die verbleibenden Restgase gelangen in die Abgasreinigung. Schwefelsäure gehört zu den wichtigsten chemischen Grundstoffen der Industrie.