Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme emigriert Frahm im April nach Norwegen und nimmt hier den Decknamen Willy Brandt an. Im Exil leitet Brandt die Außenstelle der SAP und arbeitet als Journalist.
1936
Brandt hält sich unter falscher Identität einige Monate in Berlin auf und leitet die dortige Untergrundorganisation der SAP.
1937
Brandt berichtet als politischer Beobachter und Journalist aus dem Spanischen Bürgerkrieg.
1940
Nach der deutschen Besetzung Norwegens flieht Brandt nach Schweden. Brandt wird norwegischer Staatsbürger.
1942-1945
Brandt leitet das schwedisch-norwegische Pressebüro und tritt wieder der SPD bei.
'Beauftragter des SPD-Parteivorstands in Berlin und bei den alliierten Kontrollbehärden'.
1948
1. Juli: Brandt wird wieder deutscher Staatsbürger.
1949-1957
Berliner Abgeordneter im Deutschen Bundestag.
1951-1969
Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.
1955-1957
Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses.
1957-1966
Regierender Bürgermeister von Berlin.
1958
Brandt wird zum Vorsitzenden des Berliner Landesverbands der SPD und in den Bundesvorstand der SPD gewählt.
1961
Brandt tritt als Kanzlerkandidat der SPD erfolglos gegen Konrad Adenauer an.
1963
Berlin-Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy. Brandt und sein Mitarbeiter Egon Bahr stellen die Grundlinien ihrer 'neuen Ost- und Deutschlandpolitik' vor.
1964-1987
Vorsitzender der SPD.
1965
Brandt tritt als Kanzlerkandidat der SPD gegen Ludwig Erhard an, wieder erfolglos.
Brandt ist Bundeskanzler einer sozialliberalen Koalition, auf die er sich nach den Bundestagswahlen von 1969 mit der FDP geeinigt hat. Außenminister ist Walter Scheel. In seiner Regierungserklärung plädiert Brandt für eine Normalisierung der deutsch-deutschen Beziehungen und gibt die Devise 'Mehr Demokratie wagen' aus.
1969-1992
Mitglied des Bundestags.
1970
19. März: Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen: Brandt trifft sich mit dem Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, Willi Stoph, in Erfurt. 21. Mai: Zweites deutsch-deutsches Gipfeltreffen: Brandt und Stoph treffen sich in Kassel. 12. August: Unterzeichnung des Moskauer Vertrags. 7. Dezember: Unterzeichnung des Warschauer Vertrags. Durch seinen Kniefall vor dem Mahnmal für die von der SS im Warschauer Ghetto ermordeten Juden demonstriert Brandt seinen Versöhnungswillen.
1971
10. Dezember: Brandt wird für seine Entspannungs- und Ostpolitik mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
1972
27. April: Das von der CDU/CSU-Opposition im Bundestag eingebrachte konstruktive Misstrauensvotum gegen Brandt scheitert. 20. September: Brandt verliert (wie beabsichtigt) die Vertrauensabstimmung im Bundestag; der Bundestag wird aufgelöst. 19. November: Aus den vorgezogenen Bundestagswahlen geht die SPD erstmals als stärkste Fraktion hervor. Brandt setzt die sozialliberale Koalition fort. 21. Dezember: Unterzeichnung des Grundlagenvertrags mit der DDR.
1973
26. September: Nach der Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die Vereinten Nationen hält Brandt als erster deutscher Bundeskanzler eine Rede vor der UN-Vollversammlung. 11. Dezember: Unterzeichnung des Prager Vertrags.
1974
6. Mai: Im Zusammenhang mit der so genannten Guillaume-Affäre tritt Brandt als Bundeskanzler zurück.