| Willy Brandt war der erste sozialdemokratische Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1969-1974). Sowohl in der Außen- als auch in der Innenpolitik stellte er die Weichen neu: Mit seiner Ostpolitik trug Brandt entscheidend zur Entspannung der Ost-West-Konfrontation in Europa bei, was 1971 mit der Verleihung des Friedensnobelpreises honoriert wurde; in der Innenpolitik forcierte er den Ausbau des Sozialstaates und rief zu „mehr Demokratie” auf. Vor seiner Kanzlerschaft hatte sich Brandt während des Dritten Reiches von der Emigration aus im sozialdemokratischen Widerstand engagiert und war später u. a. regierender Bürgermeister von Berlin (1957-1966) und Außenminister (1966-1969). Daneben war er lange Jahre Vorsitzender der SPD (1964-1987), als der er seine Partei nachhaltig prägte, und der Sozialistischen Internationale (1976-1992). |