| Slobodan Milosević (1941-2006) war von 1989 bis 1997 Präsident von Serbien und anschließend bis 2000 Präsident der Föderativen Republik Jugoslawien. In diesen Funktionen betrieb er eine serbisch-nationalistische Politik mit dem Ziel, auf dem Boden des ehemaligen Jugoslawien einen (groß-)serbischen Staat zu errichten. Dabei schreckte er, wie etwa in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo, nicht vor militärischer Gewalt zurück und ließ so genannte „ethnische Säuberungen” zu. 2001 wurde er an das Internationale Tribunal für Verbrechen im früheren Jugoslawien (ICTY) in Den Haag überstellt, vor dem er u. a. wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes angeklagt war. Ehe der langwierige Prozess mit einem Urteil abgeschlossen werden konnte, starb Milosević. |