Mit seiner am französischen Klassizismus und der aristotelischen Poetik ausgerichteten Dramentheorie avancierte Johann Christoph Gottsched (1700-1766) zum einflussreichsten Theaterkritiker vor Gotthold Ephraim Lessing. Im Bestreben, das deutsche Theater zu reformieren, vertrieb er u. a. die komische Figur des Hanswurst von der Bühne und plädierte für eine klar-präzise Dramensprache. Mit dem Trauerspiel Sterbender Cato (1732) suchte er seine Position praktisch umzusetzen. Im Theater seit Lessing wurden seine Theoreme schließlich überwunden.