| Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Italien in zahlreiche kleinere und kleinste Staaten zerfallen; kriegerische Auseinandersetzungen um die Vormachtstellung gegenüber den Nachbarn waren an der Tagesordnung. Eine der aufstrebenden Mächte jener Zeit war Mailand, das, zunächst unter der Herrschaft der Visconti, dann unter den Sforza, den eigenen Herrschaftsbereich auf Kosten der Republiken Venedig und Florenz zu erweitern suchte. Florenz, das durch seinen Konflikt mit dem Papsttum und durch innere Unruhen geschwächt war, erlebte mit der Übernahme der Macht durch die Medici 1434 einen bemerkenswerten Aufschwung. Die Republik Venedig, die seit langem mit Genua um die Vormacht zur See rivalisierte, dehnte ihr Territorium zu Lasten kleinerer Herrschaften auf dem Festland aus, geriet dabei jedoch in Konflikt mit Mailand und dem Papsttum. Der Kirchenstaat war seit dem Ende des Konstanzer Konzils 1418 auf dem Wege zu innerer Stabilität, trotz seiner Konflikte mit den benachbarten Herrschaften. Das Königreich Neapel stand im Zentrum der dynastischen Auseinandersetzung der Anjou, wurde schließlich von Aragonien erobert und 1442 wieder mit dem Königreich Sizilien vereint. 1454 beendete der Friede von Lodi den langwierigen Konflikt zwischen Mailand und Venedig; zwischen den fünf mächtigsten Staaten Italiens (Mailand, Venedig, Florenz, Kirchenstaat und Königreich Neapel) herrschte nun eine Pattsituation und ein Gleichgewicht der Kräfte, das bis zum Ende des Jahrhunderts andauerte und die Halbinsel vor Interventionen ausländischer Mächte bewahrte. |