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Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung

Von den lyrischen Werken des deutschen Schriftstellers Alfred Lichtenstein sind etwa 130 publiziert worden. Im März 1911 veröffentlichte Lichtenstein das Gedicht Die Dämmerung, das Literaturgeschichte geschrieben hat. Bemerkenswert sind die surrealen Sprachbilder mit denen, wie der Schriftsteller selbst sagte, „die Unterschiede der Zeit und des Raumes zu Gunsten der Idee des Gedichts” aufgehoben werden sollen.

Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung

Die Dämmerung

Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.
Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.
Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,
Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.

Auf lange Krücken schief herabgebückt
Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.
Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.
Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.

An einem Fenster klebt ein fetter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.

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Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung. In: Gesammelte Gedichte. Zürich 1967, S. 44.

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Lichtenstein, Alfred

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