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Encarta Online: Ein Auster gibt seine Perle preis

Der amerikanische Romancier Paul Auster beschäftigt sich in seinem Essayband Die Kunst des Hungers. Essays und Interviews mit der Frage, was einen Schriftsteller zum Schreiben bringt. Ulrich von Werthern stellte das Werk im November 2000 in seinem Buchtipp Ein Auster gibt seine Perle preis bei Encarta Online vor.

Encarta Online: Ein Auster gibt seine Perle preis

Genügt es, stets einen Bleistift bei sich zu tragen, um ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden? Paul Auster zumindest geht seit seinem neunten Lebensjahr nie mehr ohne Stift aus dem Haus – und er ist ein international anerkannter Schriftsteller, Drehbuchautor und Übersetzer.

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In seinem neuen Band Die Kunst des Hungers, der im Mai 2000 in deutscher Übersetzung erschienen ist, kreist Auster immer wieder um das Problem, schreiben zu müssen. Er verspürt einen inneren Zwang, der über alle physischen Bedürfnisse hinausgeht und zum Schreiben führt. Und diesen Zwang entdeckt er auch bei berühmten Autoren des 20. Jahrhunderts, die mit ihrer Literatur stil- bzw. epochenprägend waren, wie etwa Franz Kafka, Knut Hamsun, Georges Perec, Samuel Beckett oder Hugo Ball.

Besonders interessant an diesen Essays ist, dass sie einerseits tiefe Rückschlüsse auf den Autor selbst erlauben. Man spürt geradezu, wie elementar die Literatur für ihn ist, und seine Leidenschaft, sich mit Texten auseinanderzusetzen, springt auf den Leser über. Andererseits bieten die Essays in ihren Analysen eine interessante Perspektive, denn die europäische Literaturtradition wird unter amerikanischem Vorzeichen betrachtet.

Der Leser findet aber noch einen weiteren Zugang zu Austers Person und seinem schriftstellerischen Werdegang. Der Band enthält außer den Essays auch Vorworte, die Auster seinen eigenen Übersetzungen französischer Werke voranstellte, und es sind einige Interviews mit Paul Auster abgedruckt, die sich mit seiner Existenz als Schriftsteller auseinandersetzen.

Damit ist dieser Band eine wahre Fundgrube für Auster-Fans und eine wichtige Ergänzung zu den eher autobiographischen Bänden Von der Hand in den Mund und Die Erfindung der Einsamkeit. Allerdings hätte man sich eine stärkere editorische Arbeit wünschen können. So stehen die einzelnen Texte recht unvermittelt und inkohärent nebeneinander. Außerdem fehlen ein Inhaltsverzeichnis und bibliographische Angaben. Letztere muss man sich zum Teil in dem Band Die Einsamkeit des Labyrinths von Auster und de Cortanze suchen.

Paul Auster: Die Kunst des Hungers. Essays und Interviews. Rowohlt, 2000. 270 Seiten, Paperback, 22,- DM.

Ulrich von Werthern

Aus Encarta Online.

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Schriftsteller; Auster, Paul

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