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Im März 1517 landeten Spanier – unter ihnen der Berichterstatter Bernal Díaz del Castillo – an der Küste des Golfes von Campeche, wo sie von Indianern zurückgedrängt werden konnten. Nach verlustreichen Kämpfen verließen die spanischen Eroberer zunächst das mexikanische Festland und segelten nach Florida. Hier ein Auszug aus Diaz del Castillos Bericht Verdadera historia de la conquista de la Nueva España, der 1632 zum ersten Mal erschien.
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Wir beschlossen nun, nach der Insel Kuba zurückzukehren. Da die meisten Seeleute mit uns an Land gewesen und verwundet waren, hatten wir aber nicht mehr genug Hände, um die Segel zu setzen und zu regieren. Wir mußten deshalb unser kleinstes Schiff anzünden und den Wellen überlassen. Die unverwundeten Seeleute, die Segel, Anker und Taue verteilten wir auf die zwei großen Schiffe. Das war aber noch nicht unser schlimmstes Übel. Viel schwerer wog der Wassermangel. Wir hatten unsere Fässer zwar in Potonchan frisch gefüllt, konnten sie aber in der Hitze des Gefechts nicht mit an Bord bringen. So waren wir nun ohne Wasser und ohne Fässer. Wir hatten solchen Durst, daß wir die Schneiden unserer Beile an die Lippen und die Zungen hielten, um uns zu erfrischen. Oh, es ist ein mühevolles Unternehmen, neue Länder zu entdecken. Das vermag nur der zu ermessen, der diese harte Schule selbst durchlaufen hat.
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Wir segelten wieder dicht unter Land, um keine Wasserstelle zu übersehen. Vergeblich schickten wir achtzehn Mann zum Brunnengraben in eine kleine Bucht. Sie brachten nur bitteres Salzwasser, das niemand ohne Gefahr trinken konnte. Zu dieser Zeit kam übrigens wieder ein heftiger Nordoststurm auf, der uns tagelang festhielt. Unser Steuermann veränderte deshalb die Fahrtrichtung und versuchte, die Breite von Florida zu gewinnen, von wo der Heimweg kürzer war als die Hinreise.
Nach vier Tagen hatten wir die Küste von Florida vor uns. Der Steuermann Anton Alaminos und ich gingen mit zwanzig Mann an Land, deren Wunden einigermaßen verheilt waren. Wir nahmen alle erreichbaren Fässer und Krüge und unsere Armbrüste und Musketen mit. Der schwerverwundete Hauptmann, der durch den großen Durst besonders geschwächt war, bat uns um Gottes willen, ihm süßes Wasser mitzubringen. Er müsse sonst vermachten.
Der Steuermann erkannte den Landstrich wieder, den er vor zehn oder zwölf Jahren unter Ponce de Leon entdeckt hatte. Sie hatten damals in einem schweren Gefecht mit den Indianern viele Leute verloren. Wir waren deshalb besonders auf der Hut und stellten zwei Posten aus. Dann gruben wir nach süßem Wasser. Die Flut ging gerade zurück, und Gott gab, daß wir sehr gutes Wasser fanden. In unserer Freude labten wir uns reichlich an dem frischen Trunk und wuschen die Verbandstücke unserer Verwundeten aus. Darüber mochte eine gute Stunde vergangen sein, und wir wollten uns gerade wieder einschiffen, als einer unserer Posten schrie: „Zu den Waffen! Zu den Waffen! Indianer kommen zu Land und vom Meer her!” Fast gleichzeitig mit diesem Soldaten waren die Indianer auch schon da, mit mächtigen Bogen und scharfen Pfeilen, mit Lanzen und Spießen, von denen einige wie Schwerter aussahen. Sie gingen geraden Weges auf uns zu, schossen ihre Pfeile ab und verwundeten beim erstenmal sechs unserer Leute. Auch ich wurde leicht am rechten Arm verletzt. Wir empfingen sie mit Hieben, Stichen und Musketenschüssen, so daß sie bald von unserer Gruppe, die das Wasser aus dem Brunnen holte, abließen. Sie wandten sich der Küste zu, um den Indianern zu helfen, die unsere Männer in ihrem Boot angegriffen hatten. Dort kämpfte Mann gegen Mann. Die Feinde hatten unser Boot schon ins Schlepptau genommen; vier Seeleute waren blessiert, der Steuermann Alaminos hatte eine böse Halswunde. Wir griffen tapfer an, gingen schließlich bis zum Gürtel ins Wasser und warfen sie mit Hilfe unserer Degen wieder aus dem Boot. Zweiundzwanzig Indianer ließen wir für tot am Strand liegen; drei Verwundete brachten wir mit an Bord, wo sie freilich an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben sind.
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Denkwürdigkeiten des Hauptmanns Bernal Diaz del Castillo oder Wahrhafte Geschichte der Entdeckung und Eroberung von Neuspanien (Mexiko). Anhand der neuesten spanischen und mexikanischen Ausgaben und unter Verwendung alter deutscher Übersetzungen durchgesehen, bearbeitet und neu ans Licht gebracht. Herausgegeben und bearbeitet von Dr. Georg A. Narciß. Stuttgart 1965, S. 33-35.
Erscheint in:
Díaz del Castillo, Bernal; Mexiko; Lateinamerikanische Literatur; Lateinamerika
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