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Blücher an Scharnhorst

Im Dezember 1812 war Napoleons Grande Armée in Russland nahezu vollständig untergegangen; am 30. Dezember kam die ohne Wissen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. geschlossene preußisch-russische, gegen Napoleon gerichtete Konvention von Tauroggen zustande. Aber obwohl sich nun das Kriegsglück gegen Napoleon gewendet hatte, zögerte Friedrich Wilhelm III., in einen Befreiungskrieg gegen Napoleon einzutreten. Seinem Unmut über den unentschlossenen König machte Gebhardt Leberecht von Blücher in einem Brief an Gerhard von Scharnhorst Luft.

Blücher an Scharnhorst

5. Januar 1813

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Mich juckts in alle Finger, den Säbel zu ergreifen. Wenn es jetzt nich Sr. Majestät unseres Königs und aller übrigen deutschen Fürsten und der ganzen Nation Führnehmen ist, alles Schelmfranzosenzeug mitsammt dem Bonaparte und all seinem ganzen Anhang vom deutschen Boden weg zu vertilgen: so scheint mich, daß kein deutscher Mann mehr des deutschen Namens werth sei. Jetzo ist es wiederum die Zeit zu duhn, was ich schon Anno 9 angerathen, nämlich die ganze Nation zu den Waffen anzurufen, und wann die Fürsten nicht wollen und sich dem entgegensetzen, sie sammt dem Bonaparte wegzujagen. Denn nicht nur Preußen allein, sondern das ganze deutsche Vaterland muß wiederum heraufgebracht und die Nation hergestellt werden.

Hans-Bernd Spies (Hg.): Die Erhebung gegen Napoleon 1806-1814/15. Quellen zum politischen Denken der Deutschen im 19. und 20. Jahrhundert. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe. Begründet von Rudolf Buchner und fortgeführt von Winfried Baumgart. Band II. Darmstadt 1981, S. 209.

Erscheint in:

Befreiungskriege; Blücher, Gebhard Leberecht von, Fürst von Wahlstatt; Scharnhorst, Gerhard Johann David von

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