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Ab Ende 1808 bereitete Österreich einen weiteren Krieg gegen das napoleonische Frankreich vor, um seine Unabhängigkeit zu verteidigen. Am 9. April 1809 marschierten österreichische Truppen in dem Rheinbundstaat Bayern ein und lösten damit den Krieg gegen Frankreich aus. Am Tag zuvor, am 8. April, hatte Kaiser Franz I. von Österreich seine Untertanen zum Kampf für die Freiheit ihres Landes aufgerufen; zugleich hatte Erzherzog Karl von Österreich, der Bruder des Kaisers und Oberbefehlshaber der österreichischen Truppen, einen Appell An die deutsche Nazion gerichtet, in dem er die deutschen Länder zum Beistand im Kampf gegen Napoleon aufforderte. Sein Appell verhallte jedoch ohne Resonanz; im Juli 1809 musste sich Österreich geschlagen geben.
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Seine Majestät der Kaiser von Oesterreich ergreifen gezwungen die Waffen; weil der französische Kaiser nicht will, daß ein Staat bestehe, der nicht seine Oberherrschaft erkenne, seinen Eroberungs-Absichten diene; weil er verlanget, daß Oesterreich seiner Selbstständigkeit entsage, seine Streitkräfte entwaffne, und sich der Willkühr des Eroberers anheim gebe; weil die Heere des Kaisers von Frankreich und seiner abhängigen Bundesgenossen feindlich gegen Oesterreich vorrücken.
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Oesterreichs Streitkräfte sind auf den Wink Ihres Monarchen zur Selbstvertheidigung aufgestanden; ich führe sie dem Feinde entgegen, um dem gewissen nahen Angriff zuvorzukommen.
Wir überschreiten die Gränze nicht als Eroberer, nicht als Feinde Deutschlands; Nicht, um deutsche Verfassungen, Rechte, Sitten und Gebräuche zu vernichten, und fremde aufzudringen: Nicht, um Thronen zu stürzen, und damit nach Willkühr zu schalten: Nicht, um Deutschlands Habe uns zuzueignen, und deutsche Männer in entfernten Unterjochungs-Kriegen aufzuopfern. Wir kämpfen, um die Selbstständigkeit der österreichischen Monarchie zu behaupten – um Deutschland die Unabhängigkeit und die Nazional-Ehre wieder zu verschaffen, die ihm gebühren.
Dieselben Anmaßungen, die uns jetzt bedrohen, haben Deutschland bereits gebeugt. Unser Widerstand ist seine letzte Stütze zur Rettung. Unsere Sache ist die Sache Deutschlands. Mit Oesterreich war Deutschland selbstständig und glücklich; nur durch Oesterreichs Beystand kann Deutschland wieder beydes werden.
Deutsche! würdigt Eure Lage! Nehmt die Hilfe an, die wir Euch bieten; Wirkt mit zu Eurer Rettung! Wir verlangen nur die Anstrengungen, die der Krieg für die gemeinsame Sache erfordert. Euer Eigenthum, Euer häuslicher Friede ist durch die Mannszucht des Heeres gesichert. Die österreichische Armee will Euch nicht berauben, nicht bedrücken; sie achtet Euch als Brüder, die berufen sind, für dieselbe Sache, die die Eure, wie die unsrige ist, mit uns vereint zu kämpfen. Seyd unserer Achtung werth! nur der Deutsche, der sich selbst vergißt, ist unser Feind.
Baut auf mein Wort, daß ich schon mehrmahl zu Euerer Rettung gelößt habe! Baut auf das Wort meines Kaisers und Bruders, das nie gebrochen worden ist!
Erzherzog Karl Generalissimus
Hans-Bernd Spies (Hg.): Die Erhebung gegen Napoleon 1806-1814/15. Quellen zum politischen Denken der Deutschen im 19. und 20. Jahrhundert. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe. Begründet von Rudolf Buchner und fortgeführt von Winfried Baumgart. Band II. Darmstadt 1981, S. 117f.
Erscheint in:
Österreich; Befreiungskriege; Franz II. Joseph Karl (Heiliges Römisches Reich); Napoleonische Kriege
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