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Vegetation

Vegetation (lateinisch vegetare: wachsen, beleben), botanischer Begriff für die aus bestimmten Pflanzengesellschaften aufgebaute Gesamtheit des Pflanzenbewuchses in einem Gebiet.

Aufgrund von geologischen Vorgängen, klimatischen Veränderungen und der Evolution der Pflanzen hat sich die Flora im Lauf der Erdgeschichte zum Teil drastisch geändert. Es tauchten charakteristische Gemeinschaften von Pflanzen auf, die auch botanische Laien als typisch erkennen, wie Wälder, Moore und Seeufer (natürliche Vegetation) oder Äcker, Forste und Weiden (vom Menschen beeinflusste oder aktuelle Vegetation). Die Vegetationskunde versucht, die Gesetzmäßigkeiten hinter der horizontalen und vertikalen Verteilung dieser Gemeinschaften zu ermitteln. Klima und Mikroklima bedingen in erster Linie die Existenz von Vegetationszonen sowie ganzer Florenreiche.

Zur möglichst feinen Gliederung natürlicher Vegetationstypen identifiziert die Pflanzensoziologie Pflanzengesellschaften, die über einen längeren Zeitraum in einer bestimmten Zusammensetzung erscheinen: Viele Arten treten überproportional häufig zusammen mit bestimmten anderen Arten auf. Entscheidend für dieses Phänomen ist in erster Linie der Standort der Pflanze mit seinen speziellen ökologischen Bedingungen. Von Bedeutung sind dabei z. B. ökologisch dominante Pflanzen, wie Baumriesen im Regenwald oder Kelp-Arten an Meeresküsten. Ebenfalls entscheidend sind klimatische Faktoren wie Temperatur, Luft- und Bodenfeuchtigkeit. Die Bodenchemie spielt eine große Rolle: So gibt es Kalk liebende (Salbei oder Rittersporn) und Stickstoff liebende (Brennnessel), aber auch salz- (Queller) und schwermetalltolerante (Galmei-Veilchen) Arten. Diese Spezies dienen dem Botaniker als Zeigerpflanzen, wobei die Grenze zwischen liebend zu tolerant oft schwer zu ziehen ist.

Schließlich wird die Vegetation neben den genannten autökologischen Bedingungen auch durch die Synökologie beeinflusst, vor allem durch die Konkurrenz mit anderen Arten. Die Zusammensetzung der Vegetation variiert über einen größeren Zeitraum aufgrund der Sukzession verschiedener Besiedlungsstadien. Der Einfluss des Menschen kann auch hier sehr groß sein, etwa durch Abholzen von Wäldern mit anschließender Aufforstung, oder die Vernichtung von so genannten Unkräutern.