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Lebensstil, Lebensweise von Individuen und Gruppen, die sich in ihrem Sozialverhalten (etwa Heiratsverhalten), Freizeitverhalten (beispielsweise Musik- und Sportvorlieben) sowie ihren Konsumgewohnheiten, an ihren Wertorientierungen, Einstellungen, der Selbstidentifikation und der Wahrnehmung der sozialen Welt beobachten lässt. In der Soziologie ist die Lebensstilforschung eng mit der Milieuforschung verbunden.
Im Gegensatz zum Lebensstandard ist der Lebensstil nicht direkt von der wirtschaftlichen Situation einer Person abhängig. Als Ausdruck persönlicher Selbstdarstellung wird er im Rahmen der materiellen Lebensbedingungen und Handlungsspielräume gewählt, beeinflusst durch verschiedene Faktoren wie etwa Lebensalter, Schichtzugehörigkeit, Bildungsniveau oder individuelle psychische Reaktionen. Lebensstile dienen zur persönlichen Selbstdarstellung und Identitätssicherung, zur Demonstration von Gemeinsamkeit mit oder von Abgrenzung zu gesellschaftlichen Teilgruppen und sind in hohem Maß bewusst inszenierte soziale Ungleichheit. Erste wissenschaftliche Deutungen des Begriffes Lebensstil erarbeiteten Max Weber und Alfred Adler, bedeutende Beiträge zur Lebensstilforschung lieferte der französische Kultursoziologe Pierre Bourdieu.