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Fürbitte, Aspekt oder Teil des Gebets, das sich mit der Bitte um Hilfe, Eingreifen, Bewahrung oder Schonung an Gott richtet. Dabei kann die Bitte stellvertretend für andere oder für den Beter selbst geschehen.
Im Alten Testament der Bibel wird meist den Propheten die wichtige Aufgabe zugeschrieben, als Vermittler zwischen Gott und dem Volk Israel aufzutreten. So ringt Moses während der Wüstenwanderung mehrmals mit Gott, dass er das Volk für dessen Fehlverhalten nicht bestrafen und verwerfen möge (Exodus 32, 30), und Jeremia wird vom Volk selbst gebeten, Fürbitte bei Gott einzulegen (Jeremia 42, 2-4). Aber auch König Salomo bittet bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem für das Volk und um den Segen für das Heiligtum (1. Könige 8, 15-53). Darüber hinaus enthalten die Psalmen als fester Bestandteil der jüdischen Liturgie zahlreiche Fürbitten.
In der Tradition des Judentums stehend, übernahm auch das Christentum das fürbittende Gebet. Das Neue Testament bezeichnet die Fürbitte als eine der vorrangigen Aufgaben der christlichen Gemeinde und weist Jesus Christus die Funktion des Fürsprechers zwischen Gott und den Menschen zu (1. Timotheus 2, 1-6). In der gottesdienstlichen Liturgie nehmen die Fürbitten ihren Platz gewöhnlich zwischen Predigt und Abendmahl ein; sie sind in der Regel frei formuliert und behandeln meistens kirchliche, gesellschaftliche oder weltpolitische Anliegen.
In der katholischen Glaubenspraxis werden auch Heilige um Fürbitte angerufen, da diese nach katholischem Verständnis bereits in Gottes Gegenwart sind. Üblich ist zudem die Fürbitte für Verstorbene, damit Gott im Gericht gnädig mit ihnen sein möge, eine Praxis, die auch im Islam verwurzelt ist. Darüber hinaus gehen Muslime davon aus, dass Gebete für andere auch beim Beter wirksam werden und eher erhört werden als Bitten für sich selbst.