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| 4. | Pflanzengesellschaften |
Der morphologische Übergang von Wasserpflanzen zu Sumpfpflanzen ist fließend, da manche Arten stark wechselnde Wasserstände vertragen und auch am feuchten Ufer wachsen können. Doch gibt es charakteristische Wasserpflanzen. Zu den an der Oberfläche schwimmenden Pflanzen zählt die auf fast allen Gewässern vorkommende Kleine Wasserlinse. In nährstoffreicheren Gewässern gesellt sich die Vielwurzelige Teichlinse (Spirodela polyrhiza) hinzu. Zu den frei an der Oberfläche schwimmenden Pflanzen zählen auch Froschbiss und Krebsschere; beide haben frei im Wasser flotierende (schwebende) Wurzeln, mit denen sie bei sinkendem Wasserstand auch im Schlick Fuß fassen können.
Völlig frei unter Wasser schwimmen der Gemeine Wasserschlauch, (siehe Insekten fressende Pflanzen) und das Zarte Hornblatt (Ceratophyllum submersum). Ebenfalls unter Wasser, aber im Schlick verwurzelt, lebt die bestandsbildende Filzige Armleuchteralge (Chara tomentosa), das Quirl-Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum) und das Krause Laichkraut (Potamogeton crispus). Auch die vielerorts als „Unkraut der Gewässer” angesehene, nach Europa eingeschleppte Kanadische Wasserpest gehört dazu.
Besonders eindrucksvolle Wasserpflanzen umfasst die Gesellschaft der See- und Teichrosen. Mit ihren großen, glänzenden Blättern bedecken sie manchmal die gesamte Oberfläche von Teichen, wobei die Weiße Seerose (Nymphaea alba) durch ihre großen, weißen, teils rosa überlaufenen Blüten und die Gelben Teichrosen (Nuphar lutea) mit leuchtend gelben Blüten ein idyllisches Bild bieten. Sie assimilieren über ihre schwimmenden Blätter, die durch das interzellulare Röhrensystem auch den im Schlick verankerten Spross und die Wurzeln mit Sauerstoff versorgen. Im Uferbereich trifft man auf eine Übergangsgesellschaft mit Simsen (siehe Binsengewächse), Schilf und Rohrkolben; diese Pflanzen lieben die üppige Versorgung mit Wasser, sind aber standfest wie typische Landpflanzen gebaut.
Zu den weltweit berühmtesten Wasserpflanzen gehören die Seerose Victoria amazonica, die mit bestachelten Schwimmblättern von bis zu zwei Metern Durchmesser auf dem Amazonas schwimmt, sowie die Wasserhyazinthe, die in riesigen Mengen auf der Oberfläche tropischer Gewässer wuchert.