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| 1. | Einleitung |
Im Folgenden werden die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2006 chronologisch aufgelistet.
| 2. | Januar |
1. Januar: Österreich übernahm turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union.
In der Schweiz übernahm Moritz Leuenberger für ein Jahr das Amt des Bundespräsidenten.
6. Januar: In Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen fand vom 29. Dezember bis zum 6. Januar die 54. Internationale Vierschanzentournee im Skispringen statt. Es siegten punktgleich der Tscheche Jakub Janda und der Finne Janne Ahonen, der mit seinem vierten Tournee-Erfolg den Rekord von Jens Weißflog einstellte.
8. Januar: Der italienische Künstler Mimmo Rotella, ein Vertreter des Nouveau Réalisme, starb im Alter von 87 Jahren in Mailand.
15. Januar: Die Präsidentschaftswahlen in Chile gewann die Sozialistin Michelle Bachelet. Sie ist die erste Frau, die in einem südamerikanischen Land in das höchste Staatsamt gewählt wurde.
In Kuwait starb Emir Jabir al-Ahmad al-Jabir as-Sabah im Alter von 79 Jahren. Sein Nachfolger auf dem kuwaitischen Thron wurde der bisherige Ministerpräsident Scheich Sabah al-Ahmad as-Sabah.
21. Januar: Der Präsident des Kosovo, Ibrahim Rugova, starb im Alter von 61 Jahren, nur wenige Tage ehe die direkten kosovarisch-serbischen Verhandlungen über den endgültigen Status des Kosovo beginnen sollten.
22. Januar: Aus den Präsidentschaftswahlen in Portugal ging der Konservative Aníbal Cavaco Silva, der von 1985 bis 1995 als Ministerpräsident die Regierung geführt hatte, bereits im ersten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit der Stimmen als Sieger hervor.
23. Januar: In Kanada gewannen die Konservativen unter der Führung von Stephen Harper die Parlamentswahlen (mit 124 der insgesamt 308 Mandate) und lösten nach gut zwölf Jahren die Liberalen (103 Mandate) unter Premierminister Paul Martin in der Regierungsverantwortung ab.
25. Januar: Bei den Parlamentswahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten gewann die radikal-islamische Hamas mit 74 der insgesamt 132 Mandate klar die absolute Mehrheit. Die bisher dominierende Fatah erhielt nur 45 Mandate.
27. Januar: Der frühere Bundespräsident (1999-2004) Johannes Rau starb wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag in Berlin.
29. Januar: Der koreanisch-amerikanische Künstler Nam June Paik starb im Alter von 73 Jahren in Miami (Florida). Als wichtiger Vertreter der Fluxus-Bewegung und Pionier der Videokunst war er seit den sechziger Jahren eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der modernen Kunst.
Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer gewann durch seinen Finalsieg gegen den Zyprioten Marcos Baghdatis zum zweiten Mal in seiner Karriere die Australian Open, die vom 16. bis zum 29. Januar in Melbourne stattfanden. Bei den Damen setzte sich die Französin Amélie Mauresmo gegen die Belgierin Justine Henin-Hardenne durch. Im Doppel siegten die Amerikaner Bob und Mike Bryan (Herren), die Chinesinnen Zi Yan und Jie Zheng (Damen) sowie die schweizerisch-indische Paarung Martina Hingis und Mahesh Bhupati (Mixed).
| 3. | Februar |
4. Februar: Die amerikanische Schriftstellerin und Feministin Betty Friedan starb 85-jährig in Washington D.C.
5. Februar: Der Friedensnobelpreisträger Oscar Arias Sánchez wurde mit knapper Mehrheit zum Präsidenten von Costa Rica gewählt. Er hatte dieses Amt schon einmal, von 1986 bis 1990, inne.
7. Februar: Knapp zwei Jahre nach dem Sturz Jean-Bertrand Aristides wurde dessen ehemaliger Parteigänger René Préval zum neuen Präsidenten von Haïti gewählt.
8. Februar: Auf der Ostseeinsel Rügen wurden vier tote Höckerschwäne gefunden, die mit dem auf den Menschen übertragbaren Vogelgrippevirus H5N1 Asia infiziert waren. Das bis dahin nur in Asien und Osteuropa nachgewiesene Virus hat damit Mitteleuropa erreicht.
13. Februar: Der britische Philosoph Peter Strawson starb im Alter von 86 Jahren in Oxford (England).
19. Februar: Vom 9. bis zum 19. Februar fanden in Berlin die 56. Internationalen Filmfestspiele statt. Mit dem Goldenen Bären für den besten Film wurde das Kriegsdrama Grbavica der bosnischen Regisseurin Jasmila Zbanic ausgezeichnet.
20. Februar: In Wien fand unter Vermittlung der Vereinten Nationen die erste Runde der direkten serbisch-kosovarischen Verhandlungen über den künftigen Status der serbischen Provinz Kosovo statt.
22. Februar: Die deutsche Schriftstellerin Hilde Domin starb im Alter von 96 Jahren in Heidelberg.
23. Februar: In Uganda wurde der seit 1986 regierende Yoweri Museveni in den ersten Mehrparteienwahlen seit 1980 mit etwa 60 Prozent der Stimmen für eine weitere Amtszeit als Präsident bestätigt.
26. Februar: In Turin (Italien) fanden vom 10. bis zum 26. Februar die XX. Olympischen Winterspiele statt. Mehr als 2 600 Teilnehmer konkurrierten in 84 Wettkämpfen in sieben Sportarten um die Medaillen. Platz eins des Medaillenspiegels belegte Deutschland mit elf Gold-, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen, gefolgt von den USA (9–9–7) und Österreich (9–7–7). Zu den erfolgreichsten Athleten gehörten der südkoreanische Shorttrack-Läufer Ahn Hyun-Soo mit dreimal Gold und einmal Bronze, der deutsche Biathlet Michael Greis und die südkoreanische Shorttrack-Läuferin Jin Sun-Yu mit jeweils drei Goldmedaillen sowie der österreichische nordische Kombinierer Felix Gottwald mit zweimal Gold und einmal Silber. Jeweils zwei Goldmedaillen gewannen u. a. der deutsche Bobfahrer André Lange (Zweier- und Viererbob) sowie die österreichischen alpinen Skirennläufer Michaela Dorfmeister (Super-G und Abfahrt) und Benjamin Raich (Slalom und Riesenslalom).
28. Februar: Der US-Physiker Owen Chamberlain starb im Alter von 85 Jahren in San Francisco. Chamberlain teilte sich 1959 den Physiknobelpreis mit Emilio Gino Segrè für die Entdeckung des Antiprotons.
| 4. | März |
2. März: Die Kultusministerkonferenz folgte den Empfehlungen des im Oktober 2004 eingesetzten Rates für deutsche Rechtschreibung und beschloss eine moderate Korrektur der umstrittenen Rechtschreibreform, die am 1. August 2005 gültig geworden war. Als Termin für das In-Kraft-Treten der geänderten Reform wurde der 1. August 2006 festgelegt, verbindlich für die Notengebung an den Schulen ist das geänderte Regelwerk ab 1. August 2007.
5. März: Im Kodak Theatre in Hollywood fand die 78. Oscar-Verleihung statt. Als bester Film wurde das Rassismusdrama L.A. Crash von Paul Haggis prämiert, der chinesisch-amerikanische Filmemacher Ang Lee erhielt die Auszeichnung für die beste Regie für sein homoerotisches Westerndrama Brokeback Mountain. Darstellerpreise für ihre schauspielerische Leistung gingen an Philip Seymour Hoffman für Capote (beste männliche Hauptrolle), Reese Witherspoon für Walk the Line (beste weibliche Hauptrolle), George Clooney für Syriana (beste männliche Nebenrolle) und Rachel Weisz für Der ewige Gärtner (beste weibliche Nebenrolle). Einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhielt der amerikanische Regisseur Robert Altman.
9. März: Der aus Österreich stammende australische Architekt Harry Seidler starb im Alter von 82 Jahren in Sydney (Australien).
10. März: Die amerikanische Sopranistin Anna Moffo, italienischstämmiger Opernstar der sechziger Jahre, starb im Alter von 73 Jahren in New York City.
11. März: Der frühere serbische und jugoslawische Staatspräsident Slobodan Milosević starb im Alter von 64 Jahren im Untersuchungsgefängnis des Internationalen Tribunals für Verbrechen im früheren Jugoslawien (ICTY) in Scheveningen (Niederlande). Milosević war dort wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes während der Kriege in den neunziger Jahren im ehemaligen Jugoslawien angeklagt.
18. März: Im schwedischen Åre ging die Weltcupsaison im alpinen Skisport zu Ende. Bei den Männern gewann der Österreicher Benjamin Raich zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup vor dem Norweger Aksel Lund Svindal und dem Amerikaner Bode Miller. Bei den Frauen belegte die Kroatin Janica Kostelić zum dritten Mal nach 2001 und 2003 Rang eins im Gesamtklassement vor der Schwedin Anja Pärson und der Österreicherin Michaela Dorfmeister. Die Disziplinwertungen gewannen bei den Männern der Italiener Giorgio Rocca (Slalom), Raich (Riesenslalom), Svindal (Super-G) und der Österreicher Michael Walchhofer (Abfahrt), bei den Frauen Kostelić (Slalom), Pärson (Riesenslalom) und Dorfmeister (Super-G und Abfahrt).
19. März: Die Leipziger Buchmesse ging mit einem Besucherrekord zu Ende. Etwa 126 000 Bücherfreunde frequentierten vom 16. bis zum 19. März das Messegelände, wo 2 162 Aussteller aus 36 Ländern ihre Veröffentlichungen präsentierten.
In Weißrussland wurde in einer als undemokratisch und manipuliert kritisierten Wahl Alexander Lukaschenko mit – nach offiziellen Angaben – mehr als 86 Prozent der Stimmen im Amt des Staatspräsidenten bestätigt. Tausende Weißrussen demonstrierten in der Folgezeit trotz der angedrohten Repressionen gegen das autoritäre Regime.
22. März: Die baskische Separatistenorganisation ETA verkündete eine unbefristete Waffenruhe, um „einen demokratischen Prozess im Baskenland in Gang zu setzen”, an dessen Ende die Bürger des Baskenlandes selbst über ihre Zukunft entscheiden sollten.
26. März: Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt bestätigten die regierenden Ministerpräsidenten und – nach weit verbreiteter Einschätzung – auch die große Koalition im Bund: In Baden-Württemberg wurde die CDU unter Günther Oettinger wieder klar stärkste Kraft; in Rheinland-Pfalz gewann erneut die SPD unter Kurt Beck, diesmal sogar die absolute Mehrheit der Mandate, und in Sachsen-Anhalt führte Wolfgang Böhmer die CDU wieder zum Sieg, jedoch verlor er den Koalitionspartner FDP.
Aus den Parlamentswahlen in der Ukraine ging die prorussische Partei der Regionen des früheren Ministerpräsidenten Viktor Janukowitsch mit 32,1 Prozent der Stimmen und 186 der insgesamt 450 Mandate als stärkste Partei hervor. Zweitstärkste Kraft wurde der Block Julia Timoschenko (BJuT) der früheren Ministerpräsidentin Timoschenko (22,3 Prozent, 129 Mandate), gefolgt von der Partei Unsere Ukraine (13,9 Prozent, 81 Mandate) des Präsidenten Viktor Juschtschenko.
Vom 20. bis zum 26. März fanden in Calgary (Kanada) die Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf statt. Bei den Herren siegte der Schweizer Titelverteidiger Stéphane Lambiel, bei den Damen setzte sich die 16-jährige Amerikanerin Kimmie Meissner durch. Den Paarlaufwettbewerb gewann das chinesische Duo Qing Pang und Jian Tong, Gold im Eistanz holte das bulgarische Paar Albena Denkowa und Maxim Stawiski.
Mit den Wettkämpfen am Holmenkollen in Oslo (Norwegen) ging die Weltcupsaison im Biathlon zu Ende. Bei den Männern belegte der Norweger Ole Einar Bjørndalen zum vierten Mal nach 1998, 2003 und 2005 den ersten Rang im Gesamtklassement. Die deutsche Biathletin Kati Wilhelm gewann zum ersten Mal in ihrer Karriere den Gesamtweltcup.
27. März: Der polnische Schriftsteller Stanislaw Lem, einer der bedeutendsten Sciencefiction-Autoren des 20. Jahrhunderts, starb im Alter von 84 Jahren in Krakau (Polen).
Der britische Schriftsteller und Gartenbaukünstler Ian Hamilton Finlay starb 80-jährig in Edinburgh (Schottland).
28. März: Die vorgezogenen Knesset-Wahlen in Israel gewann die vier Monate zuvor von Ariel Sharon gegründete und nun von Ehud Olmert geführte Partei Kadima; sie errang 29 Mandate. Zweitstärkste Kraft wurde mit 19 Mandaten die Israelische Arbeitspartei unter Amir Peretz, während der bisher dominierende Likud unter Benjamin Netanjahu ebenso wie die Shas-Partei nur zwölf Mandate gewann.
In den Palästinensergebieten wurde die neue, von der Hamas gestellte palästinensische Regierung mit Ismail Hanija als Ministerpräsidenten vereidigt.
| 5. | April |
2. April: Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Thailand gewann die Partei Thai Rak Thai (TRT) des umstrittenen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra mit gut 61 Prozent der Stimmen 460 der insgesamt 500 Mandate. Jedoch hatten die wichtigsten Oppositionsparteien die Wahlen boykottiert und die Wähler dazu aufgerufen, gegen die TRT-Kandidaten mit Nein zu stimmen. Drei Tage nach den Wahlen kündigte Thaksin seinen Rücktritt an.
5. April: Der amerikanische Environment- und Happeningkünstler Allan Kaprow starb im Alter von 78 Jahren in San Diego (Kalifornien).
7. April: Der deutsche Bundesrat hob unter heftigen Protesten von Tierschützern das für 2007 beschlossene Verbot der Käfighaltung von Legehennen auf.
9. April: Der Schweizer Fabian Cancellara gewann den Radsportklassiker Paris–Roubaix.
10. April: Bei den Parlamentswahlen in Italien am 9. und 10. April setzte sich das bisher oppositionelle Mitte-links-Bündnis Unione unter Romano Prodi gegen das regierende Mitte-rechts-Bündnis Casa delle Libertà unter Silvio Berlusconi durch: Für das Abgeordnetenhaus gewann Unione 49,8 Prozent der Stimmen und 348 Mandate, Casa delle Libertà kam auf 49,7 Prozent und 281 Mandate. Im Senat gewann Prodis Bündnis 158 Mandate, Berlusconis Parteien errangen 156 Mandate.
13. April: Die britische Schriftstellerin Muriel Spark starb im Alter von 88 Jahren in Florenz (Italien).
17. April: Mit einem 3:0-Erfolg in den Play-off-Endspielen um die deutsche Eishockey-Meisterschaft bezwang der EHC Eisbären Berlin die DEG Metrostars aus Düsseldorf und verteidigte damit seinen Titel.
23. April: Die Parlamentswahlen in Ungarn am 9. und 23. April gewann die regierende MSzP unter Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány, und zwar mit 192 der insgesamt 386 Mandate.
29. April: Durch einen 1:0-Endspielsieg gegen Eintracht Frankfurt gewann der FC Bayern München zum 13. Mal in seiner Vereinsgeschichte den DFB-Pokal. Bei den Frauen setzte sich Turbine Potsdam mit 2:0 gegen den FFC Frankfurt durch.
30. April: Paul Spiegel, der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, starb im Alter von 68 Jahren in Düsseldorf.
In Nepal wurde Girija Prasad Koirala als Premierminister vereidigt, nachdem König Gyanendra nach wochenlangen Massenprotesten der Bevölkerung gegen seine Alleinherrschaft die Rückkehr zu demokratisch-parlamentarischen Verhältnissen eingeleitet und das vier Jahre zuvor aufgelöste Parlament wieder eingesetzt hatte.
| 6. | Mai |
4. Mai: Der niederländische Maler Karel Appel, Ende der vierziger Jahre führendes Mitglied der Künstlergruppe Cobra, starb 85-jährig in Zürich (Schweiz).
5. Mai: Die sudanesische Regierung und die größere Fraktion der Rebellenbewegung Sudan Liberation Army (SLA) unterzeichneten ein Friedensabkommen für die Region Darfur, das den seit Jahren andauernden Bürgerkrieg beenden soll.
7. Mai: In Singapur gewann bei den Parlamentswahlen die regierende People’s Action Party (PAP) von Premierminister Lee Hsien Loong 82 der insgesamt 84 Mandate.
8. Mai: In Thailand erklärte das Oberste Gericht die Parlamentswahlen vom 2. April für ungültig.
10. Mai: Im Endspiel um den UEFA-Pokal, das in Eindhoven ausgetragen wurde, besiegte der spanische Verein FC Sevilla den britischen Vertreter FC Middlesbrough mit 4:0 Toren.
11. Mai: Der amerikanische Boxer Floyd Patterson, Weltmeister im Schwergewicht von 1956 bis 1959 und von 1960 bis 1962, starb im Alter von 71 Jahren in New Paltz (Bundesstaat New York).
12. Mai: Der israelische Dirigent und Pianist Daniel Barenboim wurde in Wien mit dem renommierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet.
13. Mai: Der FC Bayern München gewann zum 20. Mal in seiner Vereinsgeschichte die deutsche Fußballmeisterschaft. Auf Rang zwei der Bundesligatabelle, der ebenfalls für die Teilnahme an der Champions League berechtigt, kam Werder Bremen. Der drittplatzierte Hamburger SV erreichte die Qualifikationsrunde für die Champions League. Die Ränge vier und fünf, die für den UEFA-Pokal berechtigen, belegten Schalke 04 und Bayer Leverkusen.
14. Mai: Auf einem Sonderparteitag wählte die SPD Kurt Beck zu ihrem neuen Vorsitzenden. Beck hatte den Parteivorsitz bereits seit dem Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Matthias Platzeck im April kommissarisch inne.
15. Mai: In Italien wurde Giorgio Napolitano als neuer Staatspräsident vereidigt. Er war fünf Tage zuvor als Kandidat des Mitte-links-Bündnisses, das die Parlamentswahlen am 9./10. April gewonnen hatte, in dieses Amt gewählt worden.
17. Mai: Mehr als einen Monat nach den Parlamentswahlen wurde in Italien Romano Prodi als neuer Ministerpräsident vereidigt und seine Mitte-links-Regierung in ihr Amt eingeführt.
Im Finale der Fußball-Champions-League, das im Stade de France in Saint-Denis bei Paris stattfand, setzte sich der FC Barcelona mit 2:1 Toren gegen Arsenal London durch.
20. Mai: Im bayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurden drei tote Schafe entdeckt, die von einem aus Österreich eingewanderten Braunbären gerissen worden waren. Nach der Ausrottung des Braunbären 1835 hielt sich damit erstmals wieder ein frei lebender Braunbär in Deutschland auf.
Mehr als sechs Monate nach den Parlamentswahlen nahm im Irak die neue Regierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki die Arbeit auf. Sie war die erste reguläre Regierung seit dem Sturz Saddam Husseins.
21. Mai: Die Parlamentswahlen in Zypern bestätigten die Regierungskoalition von Präsident Tassos Papadopoulos, die 34 der insgesamt 56 Mandate gewann.
Die amerikanische Tänzerin Katherine Dunham starb im Alter von 96 Jahren in New York City.
Bei der 70. Eishockey-Weltmeisterschaft, die vom 5. bis zum 21. Mai in Lettland stattfand, gewann Schweden den Titel durch einen 4:0-Finalsieg gegen die Tschechische Republik. Im Spiel um den dritten Platz besiegte Finnland Kanada mit 5:0 Toren.
28. Mai: Bei den 59. Filmfestspielen von Cannes wurde das Bürgerkriegsdrama The Wind that Shakes the Barley des britischen Regisseurs Ken Loach mit der Goldenen Palme prämiert. Der Große Preis der Jury ging an den französischen Filmemacher Bruno Dumont für sein umstrittenes Werk Flandres.
Der italienische Radsportprofi Ivan Basso vom dänischen CSC-Team siegte beim Giro d’Italia.
30. Mai: Bei einem Erdbeben der Stärke 6,2 auf der Richterskala starben auf der indonesischen Insel Java etwa 5 800 Menschen, mehrere Hunderttausend wurden obdachlos.
Der brasilianische Architekt Paulo Mendes la Rocha wurde in Istanbul mit dem angesehenen Pritzker-Preis ausgezeichnet.
31. Mai: Der US-Astrophysiker und Nobelpreisträger Raymond Davis starb im Alter von 91 Jahren in Blue Point (New York). Davis konnte Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts als erster Wissenschaftler experimentell nachweisen, dass die Sonne ihre Energie aus der Kernfusion bezieht.
| 7. | Juni |
3. Juni: Nachdem sich die Montenegriner am 21. Mai in einem Referendum mit 55,4 Prozent der Stimmen für die Unabhängigkeit ausgesprochen hatten, rief das Parlament von Montenegro formell die Unabhängigkeit des Landes aus und schied aus dem Staatenbund Serbien und Montenegro aus, zu dessen Rechtsnachfolger sich nun Serbien erklärte. Damit waren auch die letzten beiden der sechs Teilrepubliken des früheren Jugoslawien souveräne Staaten.
Aus den Parlamentswahlen in der Tschechischen Republik am 2./3. Juni 2006 ging die bisher oppositionelle, bürgerliche ODS unter ihrem Vorsitzenden Mirek Topolánek mit 35,4 Prozent der Stimmen und 81 Mandaten als stärkste Fraktion hervor. Die regierende ČSSD von Ministerpräsident Jiří Paroubek wurde mit 32,3 Prozent und 74 Mandaten zweitstärkste Kraft. Die potentiellen Koalitionspartner der ODS, KDU/ČSL und Grüne, gewannen 13 bzw. sechs Mandate; die Kommunistische Partei errang 26 Mandate. Somit ergab sich ein Patt, denn das bürgerliche und das linke Lager kamen jeweils auf 100 Mandate.
5. Juni: Bei den Präsidentschaftswahlen in Peru setzte sich in der Stichwahl der Sozialdemokrat Alan García mit etwa 54 Prozent der Stimmen gegen den Linkspopulisten Ollanta Humala durch. García stand bereits von 1985 bis 1990 an der Spitze des Staates.
7. Juni: Zur Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland wurde Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der Münchner Jüdischen Gemeinde, gewählt.
9. Juni: Der deutsche Pop- und Schlagersänger, Komponist und Produzent Drafi Deutscher starb im Alter von 60 Jahren in Frankfurt/Main. Große Popularität erlangte er Mitte der sechziger Jahre mit dem Evergreen Marmor, Stein und Eisen bricht.
11. Juni: Im Endspiel der French Open in Paris setzte sich bei den Männern der spanische Tennisprofi Rafael Nadal gegen den Schweizer Roger Federer in vier Sätzen durch. Bei den Frauen gewann die Belgierin Justine Henin-Hardenne nach 2003 und 2005 ihren dritten French-Open-Titel durch einen Zweisatzerfolg im Finale gegen die Russin Swetlana Kusnezowa.
12. Juni: Der ungarische Komponist György Ligeti, einer der großen Avantgardisten des 20. Jahrhunderts, starb im Alter von 83 Jahren in Wien.
17. Juni: Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen in der Slowakischen Republik ging die bisher oppositionelle sozialdemokratische Partei SMER von Robert Fico mit 29,1 Prozent der Stimmen und 50 der insgesamt 150 Mandate klar als stärkste Partei hervor; die christdemokratische SDKU von Ministerpräsident Mikuláš Dzurinda wurde mit 18,4 Prozent (31 Mandate) zweitstärkste Fraktion. Die linksnationalistische HZDS des früheren Ministerpräsidenten Vladimir Mečiar kam nur auf 8,8 Prozent (15 Mandate).
26. Juni: Etwa 170 Jahre nach der Ausrottung des Braunbären in Deutschland wurde der erste wieder nach Deutschland eingewanderte (im italienischen Wiedereinbürgerungsprojekt JJ1 genannte) Braunbär unterhalb der Rotwand nahe dem Spitzingsee im Landkreis Miesbach (Oberbayern) von Jägern erschossen. Da der Bär als potentiell gefährlich eingestuft worden war, hatte der bayerische Umweltminister eine Abschussgenehmigung erteilt. Der Tod des Bären löste in Deutschland und anderen Ländern einen Sturm der Entrüstung aus.
28. Juni: Nach der Entführung eines israelischen Soldaten durch Palästinenser drang Israel in einer Großoffensive zum ersten Mal seit seinem Abzug im vorangegangenen Jahr mit Panzerverbänden wieder in den Gazastreifen ein.
30. Juni: Der deutsche Schriftsteller und Zeichner Robert Gernhardt starb im Alter von 68 Jahren in Frankfurt/Main.
| 8. | Juli |
1. Juli: Finnland übernahm turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union.
2. Juli: Die Präsidentschaftswahlen in Mexiko gewann der PAN-Kandidat Felipe de Jesús Calderón Hinojosa mit 36,7 Prozent der Stimmen. Der Zweitplatzierte, der Linkspopulist Andrés Manuel López Obrador vom PRD, errang 36,1 Prozent, erkannte das Ergebnis jedoch nicht an und reichte Klage dagegen ein.
5. Juli: Aus den Parlamentswahlen in der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien ging die oppositionelle konservative VMRO-DPMNE unter Nikola Gruevski mit 45 der insgesamt 120 Sitze als stärkste Kraft hervor, während das regierende Bündnis „Gemeinsam für Mazedonien” nur noch 32 Mandate errang.
7. Juli: Der Gitarrist und Songwriter Syd Barrett, in den sechziger Jahren kreativer Kopf der britischen Popgruppe Pink Floyd, starb im Alter von 60 Jahren in Cambridge.
Der niederländische Entertainer und Showmaster Rudi Carrell, eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Fernsehunterhaltung, starb im Alter von 71 Jahren in Bremen.
9. Juli: Vom 9. Juni bis zum 9. Juli fand in Deutschland die 18. Fußballweltmeisterschaft statt. Im Endspiel siegte Italien gegen Frankreich im Berliner Olympiastadion mit 5:3 im Elfmeterschießen, nachdem die Partie nach regulärer Spielzeit 1:1 geendet hatte. Die Überraschungsmannschaft des Turniers war das offensiv eingestellte, spielstarke deutsche Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, das durch einen 3:1-Sieg gegen Portugal im kleinen Finale Rang drei belegte. Das Gastgeberland präsentierte sich weltoffen und begeisterungsfähig und zeigte einen neuartigen, unverkrampften Umgang mit nationalen Symbolen.
Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer gewann durch einen Viersatzerfolg im Endspiel gegen den Spanier Rafael Nadal zum vierten Mal in Folge das Turnier von Wimbledon. Bei den Damen setzte sich die Französin Amélie Mauresmo in drei Sätzen gegen die Belgierin Justine Henin-Hardenne durch.
12. Juli: In Reaktion auf die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die Hisbollah leitete Israel eine Großoffensive gegen die Stellungen der Hisbollah im Libanon ein.
23. Juli: Bei der 93. Tour de France, die auf einer Gesamtdistanz von 3 639 Kilometern in 20 Etappen von Straßburg nach Paris führte, gewann der Amerikaner Floyd Landis vor Oscar Pereiro (Spanien) und Andreas Klöden (Deutschland). Da Landis’ A- und B-Probe von der 17. Etappe einen erhöhten Testosteronwert aufwies, ist dieses Ergebnis als inoffiziell anzusehen. Das rot gepunktete Trikot des besten Bergfahrers ging an den Dänen Michael Rasmussen, das grüne Trikot für den besten Sprinter errang der Australier Robbie McEwan. Der Italiener Damiano Cunego erhielt als bester Jungprofi das weiße Trikot. Das deutsche T-Mobile-Team gewann die Mannschaftswertung.
30. Juli: In der Demokratischen Republik Kongo fanden die ersten freien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen seit mehr als 40 Jahren statt. Internationale Wahlbeobachter stuften den Wahlverlauf als weitgehend fair und friedlich ein.
| 9. | August |
1. August: In Deutschland, Österreich und der Schweiz trat die neue, korrigierte Rechtschreibung in Kraft (siehe Rechtschreibreform).
In der Schweiz löste Doris Leuthard den Bundesrat Joseph Deiss an der Spitze des Volkswirtschaftsdepartements ab.
2. August: Im Alter von 75 Jahren starb in Kassel der frühere hessische Ministerpräsident Holger Börner.
3. August: Die britisch-deutsche Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf starb 90-jährig in Schruns (Vorarlberg, Österreich).
4. August: Mehr als vier Monate nach den Parlamentswahlen in der Ukraine wurde Viktor Janukowitsch, Vorsitzender der prorussischen Partei der Regionen, zum Ministerpräsidenten gewählt, nachdem es Staatspräsident Viktor Juschtschenko nicht gelungen war, die prowestliche Regierungskoalition zu erneuern.
11. August: Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete die Resolution 1701, mit der der einen Monat zuvor begonnene Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon beendet wurde.
13. August: Bei den 19. Leichtathletik-Europameisterschaften, die vom 7. bis zum 13. August in Göteborg (Schweden) stattfanden, ging Russland mit zwölf Gold-, zwölf Silber- und zehn Bronzemedaillen als erfolgreichste Nation hervor, gefolgt von Deutschland (4–4–2) und Weißrussland (4–3–2). Bemerkenswerte Leistungen zeigten die Sprinter Francis Obikwelu (Portugal) und Kim Gevaert (Belgien), die jeweils auf der 100- und der 200-Meter-Distanz die Goldmedaille gewannen. Im Mehrkampf siegten bei den Männern Roman Šebrle (Tschechische Republik) und bei den Frauen Carolina Klüft (Schweden).
15. August: Im Alter von 75 Jahren starb in Ngaruawahia auf der Nordinsel von Neuseeland die Maori-Königin Te Atairangikaahu. Mehr als vier Jahrzehnte lang war sie das Oberhaupt der Maori.
16. August: Alfredo Stroessner, langjähriger Diktator von Paraguay (1954-1989), starb im Alter von 94 Jahren im Exil in Brasília.
24. August: Auf ihrer 26. Vollversammlung erkannte die Internationale Astronomischen Union (IAU) Pluto den Planetenstatus ab. Künftig wird Pluto zu den Zwergplaneten gezählt, einer Gruppe von Himmelsobjekten, die die IAU neu einführte. Mit der Änderung von Plutos Status verringerte sich die Zahl der Planeten im Sonnensystem von neun auf acht.
Im Alter von 91 Jahren starb in Bonn der Vertriebenenpolitiker Herbert Hupka.
26. August: Im Alter von 82 Jahren starb der CDU-Politiker Rainer Barzel. Er war u. a. Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag (1964-1973) sowie CDU-Vorsitzender (1971-1973) und versuchte 1972 vergeblich, Bundeskanzler Willy Brandt durch ein konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen.
30. August: Der ägyptische Schriftsteller Nagib Machfus starb im Alter von 94 Jahren in Kairo. Für sein dem sozialen Realismus verpflichtetes literarisches Werk wurde er 1988 als erster und bislang einziger arabischsprachiger Schriftsteller mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Der amerikanische Schauspieler Glenn Ford, in den fünfziger Jahren einer der populärsten Stars des Hollywoodkinos, starb im Alter von 90 Jahren in Beverly Hills (Kalifornien).
| 10. | September |
3. September: Bei der Basketball-Weltmeisterschaft der Männer, die vom 19. August bis zum 3. September in Japan stattfand, gewann Spanien den Titel durch einen 70:47-Endspielsieg gegen Griechenland.
4. September: Drei Monate nach den Parlamentswahlen in der Tschechischen Republik wurde die neue, bürgerliche ODS-Minderheitsregierung mit Mirek Topolánek als Ministerpräsidenten eingesetzt.
Die amerikanische Sopranistin Astrid Varnay starb 88-jährig in München.
Der italienische Fußballer Giacinto Facchetti starb im Alter von 64 Jahren in Mailand.
9. September: Papst Benedikt XVI. begann seine vierte Auslandsreise, die ihn nach Deutschland in seine bayerische Heimat führte. Hier besuchte er wichtige Stationen seines Lebens: München, den Marienwallfahrtsort Altötting, seinen Geburtsort Marktl am Inn, Regensburg und Freising.
Bei den 63. Filmfestspielen von Venedig wurde der Beitrag Sanxia Haoren (Still Life) des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-Ke, ein Film über den umstrittenen Bau des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtsekiang, mit dem Goldenen Löwen prämiert. Ein Silberner Löwe für die beste Regie ging an den französischen Filmemacher Alain Resnais für sein Werk Private Fears in Public Places.
10. September: Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer gewann durch einen Viersatzerfolg im Endspiel gegen den Amerikaner Andy Roddick zum dritten Mal in Folge die US Open in New York. Bei den Damen setzte sich die Russin Maria Scharapowa gegen die Belgierin Justine Henin-Hardenne in zwei Sätzen durch. In der Mixed-Konkurrenz siegten die Amerikaner Bob Bryan und Martina Navratilova, die mit diesem Erfolg im Alter von 49 Jahren vom aktiven Sport zurücktrat.
Die ersten Parlamentswahlen in Montenegro seit der Unabhängigkeit drei Monate zuvor gewann das Parteienbündnis „Koalition für ein europäisches Montenegro” von Ministerpräsident Milo Djukanović.
In Tonga starb König Taufa’ahau Tupou IV. im Alter von 88 Jahren; er hatte das Land 45 Jahre lang regiert. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Georg Tupou V.
11. September: Im Alter von 79 Jahren starb in Kronberg (Taunus) der Publizist und Historiker Joachim Fest, der insbesondere mit seinen Biographien Adolf Hitlers und Albert Speers einem breiten Publikum bekannt wurde.
17. September: Aus den Abgeordnetenhauswahlen in Berlin ging die SPD unter Klaus Wowereit unter leichten Zugewinnen gegenüber 2001 mit 30,8 Prozent der Stimmen (53 Mandate) erneut als stärkste Kraft hervor, die CDU blieb mit 21,3 Prozent (37 Mandate) bei leichten Verlusten zweitstärkste Partei, Linkspartei und Grüne gewannen mit 13,4 Prozent bzw. 13,1 Prozent jeweils 23 Mandate. Die bisher regierende rot-rote Koalition unter Bürgermeister Wowereit verfügte also weiterhin über eine Mehrheit.
Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern verlor die SPD gegenüber 2002 mehr als 10 Prozentpunkte, blieb jedoch mit 30,2 Prozent der Stimmen (23 Mandate) weiterhin knapp stärkste Partei vor der CDU mit 28,8 Prozent (22 Mandate). Drittstärkste Kraft wurde wieder die Linkspartei mit 16,8 Prozent (13 Mandate). Erstmals zog auch die rechtsextreme NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ein (7,3 Prozent, sechs Mandate). Die bisherige rot-rote Koalition von Ministerpräsident Harald Ringstorff hatte ihre Mehrheit verloren.
Die Reichstagswahlen in Schweden leiteten einen Machtwechsel ein: Zwar blieben die seit zwölf Jahren regierenden Sozialdemokraten mit 35,2 Prozent der Stimmen stärkste Partei, aber die bürgerliche Vier-Parteien-Allianz unter der Führung der Moderaten und ihres Vorsitzenden Fredrik Reinfeldt gewannen zusammen die absolute Mehrheit der Mandate. Ministerpräsident Göran Persson reichte seinen Rücktritt ein.
Bei der Hockey-Weltmeisterschaft der Männer, die vom 6. bis zum 17. September in Mönchengladbach stattfand, verteidigte die deutsche Mannschaft unter Bundestrainer Bernhard Peters ihren Titel durch einen 4:3-Sieg im Endspiel gegen Australien.
19. September: In Thailand wurde in einem gewaltlosen Militärputsch Ministerpräsident Thaksin Shinawatra gestürzt.
22. September: Auf der Versuchsstrecke in Lathen (Emsland) fuhr ein Transrapid mit einer Geschwindigkeit von rund 170 Kilometern pro Stunde auf ein Wartungsfahrzeug auf. Bei dem Unglück kamen 23 Menschen ums Leben, weitere zehn wurden zum Teil schwer verletzt. Wie sich bei Untersuchungen später herausstellte, war menschliches Versagen Ursache des Unglücks. Außerdem wurde festgestellt, dass die Versuchsstrecke über kein modernes Sicherheitskonzept verfügte.
23. September: In Estland wurde der sozialdemokratische Europaparlamentarier und frühere Außenminister Toomas Hendrik Ilves zum Nachfolger von Arnold Rüütel im Amt des Staatspräsidenten gewählt.
Bei der Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen, die vom 12. bis zum 23. September in Brasilien stattfand, gewann Australien den Titel durch einen 91:74-Sieg im Finale gegen Russland.
24. September: Im irischen Straffan bei Dublin besiegte Europa, angeführt von Kapitän Ian Woosnam, die Mannschaft der USA mit 18,5:9,5 Punkten im Ryder Cup, dem wichtigsten Teamwettbewerb im Golfsport.
26. September: In Japan wurde Abe Shinzo zum Nachfolger von Koizumi Junichiro im Amt des Ministerpräsidenten gewählt.
| 11. | Oktober |
1. Oktober: Aus den Nationalratswahlen in Österreich ging die bisher oppositionelle SPÖ unter Alfred Gusenbauer mit 35,3 Prozent (68 Mandate) als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der bisher regierenden ÖVP unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, die unter erheblichen Verlusten nur noch 34,3 Prozent der Stimmen (66 Mandate) errang. Die Grünen und die FPÖ errangen jeweils 11 Prozent (21 Mandate), dem bisher mitregierenden BZÖ gelang mit 4,1 Prozent (7 Mandate) nur knapp der Einzug in den Nationalrat.
Der deutsche Regisseur Frank Beyer, einer der renommiertesten Filmemacher der DDR, starb im Alter von 74 Jahren in Berlin.
4. Oktober: Der deutsche Lyriker Oskar Pastior, ausgezeichnet mit dem diesjährigen Georg-Büchner-Preis, starb 78-jährig in Frankfurt/Main.
6. Oktober: Der deutsche Biologe und Tierfilmer Heinz Sielmann starb im Alter von 89 Jahren in München.
8. Oktober: Der deutsche Soziologe und Publizist Wolf Lepenies wurde in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
Mit den Rekordzahlen von 7 272 Ausstellern aus 113 Ländern und etwa 286 600 Besuchern ging die Frankfurter Buchmesse zu Ende. Das Gastland Indien präsentierte die Vielfalt der indischen Literaturen.
Die Hockey-Weltmeisterschaft der Frauen, die vom 27. September bis zum 8. Oktober in Madrid ausgetragen wurde, endete mit dem sechsten Titelgewinn der Niederlande, die das australische Team im Finale mit 3:1 besiegte.
9. Oktober: Die französische Filmemacherin Danièle Huillet, Ehefrau und künstlerische Weggefährtin von Jean-Marie Straub, starb im Alter von 70 Jahren in Cholet (Departement Maine-et-Loire, Frankreich). Aus ihrer Zusammenarbeit gingen seit Anfang der sechziger Jahre mehr als 20 avantgardistische Filme hervor.
13. Oktober: In New York wählte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den südkoreanischen Außenminister Ban Ki-moon zum neuen UN-Generalsekretär; in diesem Amt löst er am 1. Januar 2007 Kofi Annan ab.
17. Oktober: In Elista, der Hauptstadt der autonomen russischen Teilrepublik Kalmückien, fand vom 21. September bis zum 17. Oktober der Vereinigungswettkampf um die Schachweltmeisterschaft zwischen Wladimir Kramnik (Russland) und Wesselin Topalow (Bulgarien) statt. Nachdem es nach Ablauf der zwölf regulären Partien 6:6 unentschieden gestanden hatte, setzte sich Kramnik in den vier Tiebreakpartien mit 2,5:1,5 Punkten durch und wurde damit alleiniger Schachweltmeister. 13 Jahre nach der Aufspaltung in die beiden Verbände FIDE und PCA endete damit die Spaltung im Weltschach.
21. Oktober: Der deutsche Lyriker Oskar Pastior wurde in Darmstadt posthum mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Pastior, der seit Mitte der sechziger Jahre experimentelle Arbeiten veröffentlicht hatte, war am 4. Oktober in Frankfurt/Main gestorben.
22. Oktober: Mit dem Grand Prix von Brasilien in São Paulo endete die Rennsaison in der Formel 1. Der Spanier Fernando Alonso verteidigte auf Renault seinen WM-Titel und distanzierte den deutschen Ferrari-Piloten Michael Schumacher. Dritter der Fahrer-WM wurde der Brasilianer Felipe Massa (Ferrari). Die Konstruktionswertung ging an Renault vor Ferrari und McLaren-Mercedes. Mit sieben Weltmeistertiteln und zahlreichen Rekorden beendete Michael Schumacher seine erfolgreiche Karriere.
25. Oktober: Der italienische Künstler Emilio Vedova starb im Alter von 87 Jahren in Venedig.
29. Oktober: In Brasilien wurde in der Stichwahl zum Präsidentenamt der Sozialist Luiz Inácio („Lula”) da Silva mit etwa 61 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
Bei den Präsidentschaftswahlen in Bulgarien wurde Amtsinhaber Georgi Parwanow mit rund 75 Prozent der Stimmen wiedergewählt.
In der Demokratischen Republik Kongo wurde in der Stichwahl zum Präsidentenamt Amtsinhaber Joseph Kabila mit etwa 58 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
Die Grand-Prix-Rennen in Valencia (Spanien) beendeten die Rennsaison im Straßenmotorradsport. In der 125-Kubikzentimeter-Klasse gewann der Spanier Álvaro Bautista auf Aprilia überlegen den Weltmeistertitel. Mit einem vierten Platz im letzten Rennen setzte sich der Spanier Jorge Lorenzo auf Aprilia in der 250er-Klasse durch. In der MotoGP-Klasse wurde der Amerikaner Nicky Hayden auf Honda erstmals Weltmeister vor dem Italiener Valentino Rossi, dem Titelträger der vergangenen Jahre.
30. Oktober: Der amerikanische Ethnologe Clifford Geertz starb 80-jährig in Philadelphia (Pennsylvania).
31. Oktober: Im Alter von 90 Jahren starb der frühere südafrikanische Präsident Pieter Willem Botha.
| 12. | November |
1. November: In Wien gründeten Delegierte von mehr als 300 Gewerkschaften aus über 150 Ländern den Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB; englisch International Trade Union Confederation, ITUC). Der IGB, der etwa 180 Millionen Mitglieder hat, ist im Wesentlichen ein Zusammenschluss des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) und des Weltverbandes der Arbeitnehmer (WVA), die sich beide im Vorfeld der Neugründung auflösten.
Der amerikanische Schriftsteller William Styron starb im Alter von 81 Jahren auf Martha’s Vineyard (Massachusetts).
5. November: Der frühere türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit starb 81-jährig in Ankara.
Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein wurde von einem Sondertribunal in Bagdad wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt.
7. November: Bei den Kongresswahlen in den USA gewannen die Demokraten nach zwölf Jahren die Mehrheit in beiden Häusern zurück: Im Repräsentantenhaus errangen sie 232 der insgesamt 435 Mandate, und im Senat verbesserten sie sich auf 51 Sitze (inklusive zweier den Demokraten nahestehender Unabhängiger).
Die Präsidentschaftswahlen in Nicaragua gewann der frühere Präsident Daniel Ortega von der linksgerichteten Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN); aus den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen ging die FSLN klar als stärkste Kraft hervor.
9. November: Im Alter von 83 Jahren starb Markus Wolf, langjähriger Chef des Auslandsspionagedienstes der DDR, in Berlin.
12. November: Bei den WTA-Weltmeisterschaften in Madrid gewann die belgische Tennisspielerin Justine Henin-Hardenne zum ersten Mal in ihrer Karriere den Titel. Im Endspiel besiegte sie die Französin Amélie Mauresmo mit 6:4 und 6:3.
16. November: Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger von 1976 Milton Friedman starb im Alter von 94 Jahren in San Francisco.
17. November: Der ungarische Fußballer Ferenc Puskás starb 79-jährig in Budapest. Er zählt zu den überragenden Spielern in der Geschichte des Fußballs. In den fünfziger Jahren galt er als bester Offensivspieler der Welt.
19. November: Mit einem klaren Dreisatzerfolg (6:0, 6:3, 6:4) besiegte der Schweizer Tennisprofi Roger Federer den Amerikaner James Blake im Endspiel des Masters Cups in Shanghai und wurde damit zum dritten Mal nach 2003 und 2004 ATP-Weltmeister.
20. November: Der amerikanische Filmregisseur Robert Altman starb im Alter von 81 Jahren in Los Angeles (Kalifornien). Mit seinen gesellschaftskritischen Arbeiten abseits der Ästhetik des Hollywood-Kinos gehörte er seit Anfang der siebziger Jahre zu den bedeutendsten Regisseuren des amerikanischen Films.
21. November: Im Libanon fiel Industrieminister Pierre Gemayel, der Sohn des früheren Präsidenten Amin Gemayel, einem Attentat zum Opfer. Der Mord an dem christlichen, antisyrischen Politiker ließ eine neuerliche Eskalation der Spannungen im Libanon befürchten.
In Nepal schlossen Regierung und maoistische Rebellen ein Friedensabkommen, das den seit zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg beenden soll. Das Abkommen sieht u. a. die Entwaffnung der Rebellen und die Wahl einer verfassunggebenden Nationalversammlung vor.
Der frühere Staatspräsident von Dschibuti (1977-1999), Hassan Gouled Aptidon, starb im Alter von 90 Jahren.
22. November: Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen in den Niederlanden ging überraschend wieder der CDA des amtierenden Ministerpräsidenten Jan-Peter Balkenende mit 41 Mandaten als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der sozialdemokratischen PvdA (32 Mandate), der Sozialistischen Partei (26 Mandate) und dem bisherigen Koalitionspartner der CDA, der VVD (22 Mandate). Weder das konservative noch das linke Lager erreichten eine klare Mehrheit.
23. November: Der französische Filmschauspieler Philippe Noiret starb 76-jährig in Paris.
26. November: Die Präsidentschaftswahlen in Ecuador gewann in der Stichwahl der Kandidat der Linken, Rafael Correa, der sich politisch an den Linkspopulisten Chávez in Venezuela und Morales in Bolivien orientiert.
| 13. | Dezember |
1. Dezember: Sein erster Besuch in einem islamischen Land führte Papst Benedikt XVI. in die Türkei, wo er sich vom 28. November bis zum 1. Dezember aufhielt. Die schwierige diplomatische Mission stand im Zeichen des Dialogs und der Versöhnung mit der islamischen Welt und der orthodoxen Kirche.
3. Dezember: In Venezuela wurde bei den Präsidentschaftswahlen der linkspopulistische Amtsinhaber Hugo Chávez mit etwa 62 Prozent der Stimmen wiedergewählt.
5. Dezember: In Fidschi übernahm nach einem Putsch gegen die Regierung Qarase das Militär unter der Führung von Frank Bainimarama die Macht.
10. Dezember: Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet starb im Alter von 91 Jahren in Santiago de Chile.
16. Dezember: In Bhutan dankte König Jigme Singye Wangchuk zugunsten seines Sohnes Jigme Khesar Namgyel Wangchuk ab.
21. Dezember: Im Alter von 66 Jahren starb der turkmenische Präsident Saparmurad Nijasow, der sein Land seit der Unabhängigkeit 1991 diktatorisch regiert und sich mit einem beispiellosen Personenkult umgeben hatte.
25. Dezember: Der amerikanische Soulmusiker James Brown starb im Alter von 73 Jahren in Atlanta (Georgia).
26. Dezember: Der frühere US-Präsident Gerald Ford starb 93-jährig in Rancho Mirage (Kalifornien).
30. Dezember: In Bagdad wurde der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein hingerichtet, nachdem ihn im November ein Sondertribunal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt hatte.
31. Dezember: Die österreichische Innenministerin Liese Prokop starb überraschend im Alter von 65 Jahren in Sankt Pölten.