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Paul Wolfowitz

Paul Wolfowitz (*1943), amerikanischer Politikwissenschaftler und Politiker (Republikanische Partei), stellvertretender Verteidigungsminister der USA (2001-2005), Präsident der Weltbank (2005-2007).

Paul Wolfowitz wurde am 22. Dezember 1943 in Brooklyn (New York City) als Sohn einer polnischen Einwandererfamilie geboren. Er folgte zunächst dem Berufsweg seines Vaters, eines bekannten Mathematikers, und studierte an der Cornell University Mathematik (Bachelor 1965). Anschließend erwarb er 1972 an der Universität von Chicago den Doktortitel in Politischen Wissenschaften. In Chicago soll Wolfowitz von der Theorie des politischen Philosophen Leo Strauss und dessen Schüler Allen Bloom geprägt worden sein, die mit ihrer Kritik am Werteverfall der modernen Gesellschaft zu den Mitbegründern der ideologischen Richtung des so genannten Neokonservativismus zählen.

Ab Anfang der siebziger Jahre wechselte Wolfowitz mehrmals zwischen Forschungs- und Lehrtätigkeiten, außen- und sicherheitspolitischen Beraterfunktionen für Regierungsstellen und der Beteiligung an der Regierungsarbeit selbst. So lehrte er zwischen 1970 und 1973 an der Yale University, und von 1994 bis 2001 war er Rektor der School of Advanced International Studies an der John Hopkins University in Washington. Zwischendurch war er u. a. als stellvertretender Außenminister für ostasiatische und pazifische Angelegenheiten zuständig (1982-1986) und Botschafter in Indonesien (1986-1989).

Im Amt des stellvertretenden Verteidigungsministers, in das ihn Präsident George W. Bush im Februar 2001 berief, gehörte Wolfowitz zu den treibenden Kräften einer militärischen Intervention im Irak (siehe Irak-Krieg), die er, zusammen mit anderen politischen Vordenkern, schon 1998 Präsident Bill Clinton empfohlen und seitdem konzeptionell vorbereitet hatte. So entwarf Wolfowitz zusammen mit anderen „Neokons” die so genannte Dominotheorie, nach der ein Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein und die Installation beispielhafter demokratischer Verhältnisse im Irak eine Demokratisierungs- und Modernisierungswelle in der gesamten arabischen Welt auslösen würde.

Im März 2005 nominierte Präsident Bush Wolfowitz für das Amt des Weltbankpräsidenten, das traditionell einem US-Amerikaner zusteht. Am 1. April wählte das Direktorium der Bank Wolfowitz einstimmig, und am 1. Juni 2005 trat Wolfowitz als Nachfolger von James Wolfensohn sein neues Amt an. Nach nur zwei Jahren musste Wolfowitz wegen „unethischen Verhaltens” – er hatte seiner Lebensgefährtin bei der Weltbank zu einem deutlich erhöhten Gehalt verholfen – im Juni 2007 wieder zurücktreten. Sein Nachfolger wurde der frühere amerikanische Vizeaußenminister Robert Zoellick.