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Ersatzgesellschaft

Ersatzgesellschaft, in der Ökologie eine naturferne bzw. naturfremde Pflanzen- und Lebensgemeinschaft, die durch intensive regelmäßige Eingriffe des Menschen (z. B. Rodung, Beweidung, Trockenlegung) entstanden ist und den Platz der natürlichen, dem jeweiligen Standort entsprechenden Pflanzengesellschaft einnimmt.

Derartige anthropogene, also durch menschliches Einwirken entstandene Pflanzengesellschaften lassen sich zwei Gruppen zuordnen: Agrar- und Forstgesellschaften (u. a. Ackerfluren, Wiesen, Weiden, Forste), die vom Menschen bewusst geschaffen und durch ständige Bewirtschaftung erhalten werden, und solche, die sich nach der Zerstörung der ursprünglichen Vegetation von selbst als Sekundärvegetation entwickeln. Zur zweiten Gruppe gehören z. B. die als Folge des Brandrodungsfeldbaus aus Regenwäldern hervorgegangenen Sekundärwälder der Tropen, die Macchien des Mittelmeergebiets, die den Platz der ehemals weit verbreiteten immergrünen Hartlaubwälder einnehmen, oder die nur noch in kleinen Resten erhaltenen Zwergstrauchheiden im norddeutschen Binnenland.

Ersatzgesellschaften sind meist artenärmer und im Aufbau eintöniger als die primären Pflanzengesellschaften. Andererseits stellen die über Jahrhunderte hinweg durch extensive Beweidung aus Wärme liebenden Eichenmischwäldern entstandenen Kalktrockenrasen die artenreichsten Pflanzengesellschaften Mitteleuropas dar. Wie alle durch menschliches Einwirken entstandenen Pflanzengesellschaften entwickeln sie sich im Rahmen einer Sukzession (Aufeinanderfolge verschiedener Pflanzengesellschaften) wieder in Richtung der primären Vegetation und sollten durch gezielte Maßnahmen (vor allem Beweidung und Rodung von Sträuchern) gepflegt werden. Ohne Eingriffe wird jedoch im Allgemeinen auch bei unverändertem Klima und Wasserhaushalt der ursprüngliche Zustand der Vegetation nie wieder erreicht, da sich unter dem Einfluss der Ersatzgesellschaften in der Zwischenzeit der Boden verändert hat.