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Michelle Bachelet

Michelle Bachelet (*1951), chilenische Ärztin und Politikerin, Verteidigungsministerin (2002-2006) und Staatspräsidentin von Chile (seit 2006).

Michelle Bachelet wurde am 29. September 1951 in Santiago de Chile geboren. Ihr Vater, Luftwaffengeneral Alberto Bachelet, wurde nach dem Putsch von Augusto Pinochet 1973 verhaftet, weil er dem gestürzten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende gegenüber loyal geblieben war, und starb 1974 an den Folgen der Folter, der er während der Haft unterzogen wurde. Seine zunächst im linken Untergrund gegen das Pinochet-Regime aktive Tochter Michelle ging 1975 mit ihrer Mutter Ángela Bachelet in die DDR ins Exil. Zuvor waren beide zwei Wochen in der berüchtigten Folterzentrale Villa Grimaldi festgehalten und misshandelt und schließlich aufgrund internationaler Proteste freigelassen worden.

In Leipzig und Berlin setzte Michelle neben dem Germanistikstudium ihre Medizinausbildung fort. 1979 kehrte sie nach Chile zurück und betreute in den achtziger Jahren als Ärztin u. a. die Kinder von Regimeopfern. Nach Rückkehr des Landes zur Demokratie (1990) engagierte sie sich verstärkt in der Sozialistischen Partei (Partido Socialista, PS), 1995 stieg sie in die Parteiführung auf. An die militärische Tradition ihrer Familie anknüpfend, qualifizierte sie sich in der Folge zur militärpolitischen Expertin, u. a. durch Kurse an einer Militärakademie in der US-Hauptstadt Washington. Seit 1998 Beraterin des chilenischen Verteidigungsministers, wurde sie 2000 von Präsident Ricardo Lagos als Gesundheitsministerin ins Kabinett geholt; 2002 übernahm sie das Verteidigungsministerium und damit die Führung der Armee, in der noch viele Offiziere des Pinochet-Regimes aktiv sind. Dieser Schritt wurde weithin als bisher deutlichstes Zeichen für einen erfolgreichen Kurs der gesellschaftlichen Versöhnung gewertet.

Mit ihrer qualifizierten Amtsführung und ihrem kooperativen Politikstil erwarb sich die erste Verteidigungsministerin Südamerikas Respekt in der Armee und im konservativen Lager. Zugleich trugen ihr das Engagement für die Gleichberechtigung der Frau und zur Beseitigung der sozialen Ungleichheit Sympathie in weiten Teilen der katholisch geprägten Bevölkerung ein, obwohl sie, Mutter von drei Kindern, nicht verheiratet und religiös ungebunden ist.

Bei den Präsidentschaftswahlen setzte sich Michelle Bachelet in der zweiten Runde am 15. Januar 2006 mit 53,5 Prozent der Stimmen gegen den konservativen Großunternehmer Sebastián Piñera durch. Am 11. März 2006 trat die erste demokratisch gewählte Staatspräsidentin Südamerikas ihr Amt an. Beispiellos für den Kontinent ist auch, dass sie in ihr Kabinett gleich viele Frauen wie Männer berief.