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| 1. | Einleitung |
Im Folgenden werden die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2007 chronologisch aufgelistet.
| 2. | Januar |
1. Januar: Bulgarien und Rumänien wurden als neue Mitglieder in die Europäische Union (EU) aufgenommen. Damit ist die EU auf 27 Länder mit etwa 486 Millionen Einwohnern angewachsen.
Deutschland übernahm turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union.
Slowenien führte als 13. EU-Mitglied den Euro ein.
Der Südkoreaner Ban Ki-moon löste Kofi Annan im Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen ab. Annan hatte zehn Jahre lang an der Spitze der Vereinten Nationen gestanden.
In der Schweiz übernahm für ein Jahr Micheline Calmy-Rey das Amt des Bundespräsidenten.
7. Januar: Vom 30. Dezember bis zum 7. Januar fand in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen die 55. Internationale Vierschanzentournee statt. Es siegte der Norweger Anders Jacobsen vor dem Österreicher Gregor Schlierenzauer und dem Schweizer Simon Ammann.
11. Januar: In Österreich wurde nach langen Koalitionsverhandlungen die neue SPÖ/ÖVP Regierung mit Alfred Gusenbauer (SPÖ) als Bundeskanzler und Wilhelm Molterer (ÖVP) als Vizekanzler vereidigt.
13. Januar: Der amerikanische Jazzsaxophonist Michael Brecker starb im Alter von 57 Jahren in New York City.
19. Januar: Mehr als sieben Monate nach den Parlamentswahlen wurde in der Tschechischen Republik die neue Mitte-rechts-Regierung unter Mirek Topolánek vom Parlament bestätigt.
21. Januar: Aus den ersten Parlamentswahlen im eigenständigen Serbien ging die ultranationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Vojislav Šešelj mit 81 Mandaten klar als stärkste Partei hervor, gefolgt von Boris Tadićs Demokratischer Partei (DS) mit 65 Mandaten, Vojislav Koštunicas Bündnis aus Demokratischer Partei Serbiens (DSS) und Neues Serbien (NS) mit 47 Mandaten und der G17 Plus mit 19 Mandaten.
Der deutsche Filmkomponist Peer Raben (eigentlich Wilhelm Rabenbauer), bekannt geworden durch seine intensive Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder, starb 66-jährig in Mitterfels bei Straubing (Bayern).
Bei den Sprintweltmeisterschaften im Eisschnelllauf, die am 20. und 21. Januar in Hamar (Norwegen) ausgetragen wurden, gewann bei den Männern der Südkoreaner Kyou-Hyuk Lee den Titel vor Pekka Koskela (Finnland) und Shani Davis (USA). Bei den Frauen siegte die deutsche Läuferin Anni Friesinger vor Ireen Wüst (Niederlande) und Cindy Klassen (Kanada).
22. Januar: Der französische Priester Abbé Pierre (eigentlich Henri Antoine Grouès), Gründer der Emmaus-Bewegung, einer karitativen Organisation zur Bekämpfung der Armut, starb im Alter von 94 Jahren in Paris.
26. Januar: Als Nachfolger des Schweden Lennart Johansson wurde der ehemalige französische Weltklassespieler Michel Platini in einer Kampfabstimmung zum neuen Präsidenten des europäischen Fußballverbandes UEFA gewählt.
27. Januar: Der deutsche Schriftsteller und Drehbuchautor Herbert Reinecker starb im Alter von 92 Jahren in Berg-Kempfenhausen am Starnberger See (Bayern). Bekannt wurde er als Autor der populären TV-Kriminalserien Der Alte (1968-1975) und Derrick (1974-1998).
28. Januar: Bei den Australian Open, dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, das vom 15. bis zum 28. Januar in Melbourne stattfand, besiegte der Schweizer Tennisprofi Roger Federer im Finale Fernando González (Chile) mit 7:6, 6:4 und 6:4. Das Endspiel der Damen gewann die nach längerer Verletzungspause zurückgekehrte Serena Williams (USA) mit 6:1 und 6:2 gegen Maria Scharapowa (Russland).
| 3. | Februar |
1. Februar: Der italienisch-amerikanische Komponist Gian Carlo Menotti starb im Alter von 95 Jahren in Monte Carlo (Monaco).
2. Februar: Der Weltklimarat (IPCC) präsentierte in seinem neuesten Sachstandsbericht mehrere Szenarien zur Entwicklung des globalen Klimas bis zum Jahr 2100. Das extremste geht von einem Anstieg der Lufttemperaturen um bis zu 6,4 °C und einem Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 59 Zentimeter aus.
4. Februar: Mit einem Teilnehmerfeld von 24 Mannschaften fand vom 19. Januar bis zum 4. Februar in Deutschland die 20. Handballweltmeisterschaft statt. Das Team des Gastgeberlandes unter Bundestrainer Heiner Brand gewann durch einen 29:24-Finalsieg gegen Polen nach 1938 und 1978 zum dritten Mal den Titel. Die Bronzemedaille ging an das dänische Team, das im Spiel um den dritten Platz Frankreich mit 34:27 besiegte.
7. Februar: Der Chemienobelpreisträger 2000 Alan G. MacDiarmid starb im Alter von 79 Jahren in Philadelphia (Pennsylvania).
11. Februar: In Antholz (Italien) wurden vom 2. bis zum 11. Februar die 41. Biathlon-Weltmeisterschaften ausgetragen. Mit fünf Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen ging Deutschland als erfolgreichste Nation hervor, gefolgt von Norwegen (3–2–2) und Frankreich (1–3–2). Die überragende Teilnehmerin war die 19-jährige deutsche Biathletin Magdalena Neuner mit drei Goldmedaillen. Erfolgreichster Athlet bei den Männern war der Norweger Ole Einar Bjørndalen mit zweimal Gold und einmal Silber.
13. Februar: Die australische Schriftstellerin Elizabeth Jolley starb im Alter von 83 Jahren in Perth.
14. Februar: Die Präsidentschaftswahlen in Turkmenistan gewann erwartungsgemäß Gurbanguli Berdymuchammedow, der unter Präsident Saparmurad Nijasow als dessen Stellvertreter amtiert und seit dessen Tod im Dezember 2006 interimistisch die Amtsgeschäfte geführt hatte.
17. Februar: Der österreichische Schriftsteller und Maler Jakov Lind starb im Alter von 80 Jahren in London.
18. Februar: Vom 8. bis zum 18. Februar fanden in der deutschen Bundeshauptstadt die 57. Filmfestspiele von Berlin statt. Als bester Film wurde der chinesische Beitrag Tu ya de hun shi (Tujas Ehe) von Wang Quan’an mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.
Im schwedischen Åre wurden vom 3. bis zum 18. Februar die 39. Alpinen Skiweltmeisterschaften ausgetragen. Platz eins der Nationenwertung belegte Österreich mit drei Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen vor Schweden (3–2–2) und Norwegen (2–0–0). Erfolgreichste Athletin war mit fünf Medaillen die Schwedin Anja Pärson, die jeweils Gold im Super-G, in der Abfahrt und in der Kombination sowie Silber im Teamwettbewerb und Bronze im Slalom errang. Erfolgreichster Rennläufer war der Norweger Aksel Lund Svindal, der den Titel in der Abfahrt und im Riesenslalom gewann.
22. Februar: Der deutsche Schriftsteller und Kunstsammler Lothar-Günther Buchheim starb 89-jährig in Starnberg (Bayern). Popularität erlangte er mit dem dokumentarischen Kriegsroman Das Boot (1973), erfolgreich verfilmt von Wolfgang Petersen 1981.
25. Februar: In Hollywood ging der amerikanische Regisseur Martin Scorsese als großer Gewinner der 79. Oscar-Verleihung hervor. Scorsese, der zuvor bereits sieben Mal nominiert, doch jedes Mal leer ausgegangen war, wurde für seinen ebenso effektvollen wie subtilen Polizeithriller Departed – Unter Feinden für den besten Film und die beste Regie ausgezeichnet. Darstellerpreise gingen an Forest Whitaker für Der letzte König von Schottland (beste männliche Hauptrolle), Helen Mirren für Die Queen (beste weibliche Hauptrolle), Alan Arkin für Little Miss Sunshine (beste männliche Nebenrolle) und Jennifer Hudson für Dreamgirls (beste weibliche Nebenrolle). Zum dritten Mal in der Geschichte der Oscar-Auszeichnungen wurde eine deutsche Produktion, das Stasi-Drama Das Leben der Anderen von Florian Henckel von Donnersmarck, mit dem Preis für den besten fremdsprachigen Film bedacht. Einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhielt der italienische Filmkomponist Ennio Morricone.
Bei den Präsidentschaftswahlen in Senegal wurde der Amtsinhaber Abdoulaye Wade bereits im ersten Durchgang mit mehr als 55 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
Der seit dem 12. Januar vermisste 75-jährige Schweizer Schriftsteller Jürg Federspiel wurde beim Stauwehr Märkt unterhalb von Weil am Rhein (Baden-Württemberg) tot aufgefunden.
28. Februar: Der amerikanische Historiker Arthur M. Schlesinger, der sich vor allem als Biograph und Analyst amerikanischer Präsidenten hervorgetan hatte, starb im Alter von 89 Jahren in New York.
| 4. | März |
1. März: Die World Meteorological Organization (WMO) und der International Council for Science (ICSU) eröffneten das Internationale Polarjahr 2007/08. Zwei Jahre lang werden Wissenschaftler aus mehr als 60 Ländern eine Aufnahme der gegenwärtigen Situation der Polargebiete beider Erdhalbkugeln vornehmen. Die Untersuchungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass Polargebiete, in denen gewaltige Wassermengen als Eismassen gebunden sind, auf Klimaänderungen besonders sensibel reagieren.
4. März: Aus den Parlamentswahlen in Estland ging die regierende Koalition des Ministerpräsidenten Andrus Ansip gestärkt hervor: Ansips Reformpartei gewann unter großen Zugewinnen 31 der insgesamt 101 Mandate, die Zentrumspartei kam auf 29 Mandate.
In Sapporo (Japan) fanden vom 22. Februar bis zum 4. März die 46. Nordischen Skiweltmeisterschaften statt. Aus den Wettkämpfen ging Norwegen mit fünf Gold-, vier Silber- und sieben Bronzemedaillen als beste Nation hervor, gefolgt von Finnland (5–1–2) und Deutschland (2–4–3). Erfolgreiche Teilnehmer waren u. a. der Schweizer Simon Ammann, der im Skispringen von der Großschanze Gold und von der Normalschanze Silber gewann. Der Pole Adam Małysz holte Gold im Springen von der Normalschanze. Deutsche Titelträger waren in der Nordischen Kombination Ronny Ackermann (Normalschanze/15 Kilometer) und im Skilanglauf Axel Teichmann (30 Kilometer Verfolgung).
5. März: Einem von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlichten Bericht zur Situation der Fischerei und Fischzucht zufolge werden derzeit 52 Prozent der Meeresfischbestände so intensiv ausgebeutet, dass eine Steigerung nicht möglich ist, weitere 25 Prozent sind bereits überfischt. In manchen Meeresgebieten, u. a. im Südostpazifik, Südostatlantik und dem Nordostatlantik einschließlich der Nordsee, liegt der Anteil der überfischten Bestände bereits bei 46 bis 66 Prozent.
6. März: Der französische Philosoph und Soziologe Jean Baudrillard starb im Alter von 77 Jahren in Paris.
7. März: Aus den Wahlen zur Regionalversammlung in Nordirland gingen die radikalen Parteien des protestantischen und des katholischen Lagers gestärkt und als die führenden Kräfte hervor: Die protestantische Democratic Unionist Party (DUP) von Ian Paisley wurde mit 36 der insgesamt 108 Mandate stärkste Kraft, gefolgt von der katholischen Sinn Féin unter Gerry Adams mit 28 Mandaten.
18. März: In Lenzerheide (Schweiz) wurde die Weltcupsaison im alpinen Skisport abgeschlossen. Bei den Männern gewann der Norweger Aksel Lund Svindal zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup vor dem Österreicher Benjamin Raich und dem Schweizer Didier Cuche. Bei den Frauen belegte die Österreicherin Nicole Hosp erstmals Platz eins in der Gesamtwertung vor ihrer Landsfrau Marlies Schild und der Amerikanerin Julia Mancuso. Die Disziplinwertungen gingen bei den Männern an Raich (Slalom), Lund Svindal (Riesenslalom), den Amerikaner Bode Miller (Super-G) und Cuche (Abfahrt), bei den Frauen an Schild (Slalom), Hosp (Riesenslalom) und die Österreicherin Renate Götschl (Super-G und Abfahrt).
Mit den Wettkämpfen in Chanty-Mansijsk (Russland) ging die Weltcupsaison im Biathlon zu Ende. Bei den Männern gewann der Deutsche Michael Greis den Gesamtweltcup vor dem Norweger Ole Einar Bjørndalen und dem Franzosen Raphaël Poirée. Bei den Frauen belegte die Deutsche Andrea Henkel Platz eins des Gesamtklassements vor ihrer Landsfrau Kati Wilhelm und der Schwedin Anna Carin Olofsson.
Die Parlamentswahlen in Finnland bestätigten die Zentrumspartei von Ministerpräsident Matti Vanhanen mit 51 Mandaten knapp als stärkste Kraft; an die zweite Stelle rückte mit 50 Mandaten die Nationale Sammlungspartei vor, die Sozialdemokraten wurden mit 45 Sitzen drittstärkste Partei.
25. März: Während der Feiern zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge wurde unter der Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland die „Berliner Erklärung” verabschiedet, in der sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union darauf verständigten, „die Europäische Union bis zu den Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 auf eine erneuerte gemeinsame Grundlage zu stellen”.
Die deutsche Schriftstellerin Geno Hartlaub (Pseudonym Muriel Castorp) starb im Alter von 91 Jahren in Hamburg.
Auf der Leipziger Buchmesse stellten 2 348 Verlage aus 36 Ländern ihre Neuerscheinungen vor. Vom 22. bis zum 25. März frequentierten etwa 127 000 Besucher die Bücherschau. Die Preise der Leipziger Buchmesse gingen an Ingo Schulze (Belletristik), Saul Friedländer (Sachbuch/Essayistik) und Swetlana Geier (Übersetzung).
In Falun (Schweden) wurden die letzten Weltcupwettbewerbe im Skilanglauf ausgetragen. Wie im Jahr zuvor gewann bei den Männern der Deutsche Tobias Angerer den Gesamtweltcup, bei den Frauen belegte die Finnin Virpi Kuitunen Platz eins der Gesamtwertung.
Mit den Wettkämpfen in Planica (Slowenien) endete die Weltcupsaison im Skispringen. Der Pole Adam Małysz holte nach 2001, 2002 und 2003 zum vierten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup vor dem Norweger Anders Jacobsen und dem Schweizer Simon Ammann.
Vom 19. bis zum 25. März fanden in Tokyo (Japan) die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften statt. Bei den Herren gewann der Franzose Brian Joubert die Goldmedaille, bei den Damen setzte sich die Japanerin Miki Andō durch. Im Paarlauf siegte das chinesische Duo Shen Xue/Zhao Hongbo, im Eistanz verteidigte das bulgarische Paar Albena Denkowa/Maxim Stawiski seinen Titel.
31. März: Der österreichische Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick starb 85-jährig in Palo Alto (Kalifornien).
| 5. | April |
1. April: In Melbourne (Australien) fanden vom 17. März bis zum 1. April die zwölften Schwimmweltmeisterschaften statt. Mit 21 Gold-, 14 Silber- und fünf Bronzemedaillen gingen die USA als erfolgreichste Nation aus den Wettbewerben hervor, gefolgt von Russland (11–6–7) und Australien (9–7–10). Überragende Athleten waren der Amerikaner Michael Phelps, der sieben Goldmedaillen gewann und fünf Weltrekorde aufstellte, und die Australierin Lisbeth Lenton mit fünf WM-Titeln.
Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Hans Filbinger, starb im Alter von 93 Jahren.
2. April: Ein Beben der Stärke 8,0 im südlichen Pazifik löste einen zehn Meter hohen Tsunami aus, der auf einigen Inseln der Salomonen schwere Schäden hinterließ.
8. April: Der amerikanische Künstler Sol LeWitt starb 78-jährig in New York.
11. April: Der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut starb im Alter von 84 Jahren in New York City.
21. April: In Nigeria gewann der Kandidat der Regierungspartei PDP, Umaru Yar’Adua, die von zahlreichen, gravierenden Unregelmäßigkeiten begleiteten Präsidentschaftswahlen.
23. April: Boris Jelzin, der erste frei gewählte Präsident Russlands (1991-2000), starb 76-jährig in Moskau.
27. April: Der russische Cellist Mstislaw Rostropowitsch starb 80-jährig in Moskau.
28. April: Der deutsche Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker starb im Alter von 94 Jahren in Söcking bei Starnberg (Bayern).
29. April: Im Alter von 63 Jahren starb in Zagreb Ivica Račan, der Vorsitzende der kroatischen Sozialdemokratischen Partei und frühere Ministerpräsident Kroatiens.
| 6. | Mai |
2. Mai: Der US-Astronaut Walter Schirra starb im Alter von 84 Jahren in La Jolla (Kalifornien). Schirra war der einzige US-Astronaut, der im Rahmen der drei Raumfahrtprogramme Mercury, Gemini und Apollo ins All flog.
3. Mai: Die Drogenbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Sabine Bätzing, legte den Drogenbericht für das Jahr 2006 vor: Danach starben im vergangenen Jahr 1 296 Menschen an den unmittelbaren Folgen des Konsums illegaler Drogen. Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland seit 2000 rückläufig.
6. Mai: Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich gewann mit gut 53 Prozent der Stimmen der Kandidat der bürgerlichen Regierungspartei UMP, Nicolas Sarkozy, gegen seine sozialistische Herausforderin Ségolène Royal. Zehn Tage später, am 16. Mai, löste Sarkozy Jacques Chirac im Amt des Staatspräsidenten ab.
8. Mai: Nach fast fünf Jahren der Direktregierung und zwei Monate nach den Wahlen zum Regionalparlament nahm in Nordirland wieder eine Regionalregierung unter Ian Paisley als Erstem Minister und Martin McGuinness als dessen Stellvertreter die Arbeit auf.
13. Mai: Bei der 71. Eishockey-Weltmeisterschaft, die vom 27. April bis zum 13. Mai in Russland ausgetragen wurde, gewann Kanada den Titel durch einen 4:2-Endspielsieg gegen Finnland. Im Spiel um den dritten Platz besiegte Russland Schweden mit 3:1 Toren.
Bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen wurde die SPD unter Jens Böhrnsen mit 36,8 Prozent der Stimmen erneut stärkste Kraft, allerdings unter Verlusten; ebenso verlor der bisherige Koalitionspartner CDU und kam nur noch auf 25,7 Prozent. Zugewinne konnten Bündnis 90/Die Grünen verbuchen, die ihr bis dahin bestes Ergebnis in einem Bundesland erzielten, die FDP, die sich um vier Mandate auf nun fünf verbesserte, und die Linkspartei, die hier zum ersten Mal in einen westdeutschen Landtag einzog.
19. Mai: Der deutsche Schriftsteller und Übersetzer Hans Wollschläger starb 72-jährig in Bamberg.
Der VfB Stuttgart gewann zum fünften Mal in seiner Vereinsgeschichte die deutsche Fußballmeisterschaft. Auf Rang zwei der Bundesligatabelle, der ebenfalls für die Teilnahme an der Champions League berechtigt, kam Schalke 04. Der drittplatzierte SV Werder Bremen erreichte die Qualifikationsrunde für die Champions League. Die Ränge vier und fünf, die für den UEFA-Pokal berechtigen, belegten der FC Bayern München und Bayer Leverkusen.
20. Mai: In Timor-Leste trat der Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta als Nachfolger von Xanana Gusmão das Amt des Staatspräsidenten an, nachdem er sich bei den Wahlen klar hatte durchsetzen können.
Der US-amerikanische Biochemiker Stanley Lloyd Miller, der nachwies, dass aus einfachen anorganischen Substanzen komplexe organische Moleküle entstehen können, starb 77-jährig in National City (Kalifornien).
24. Mai: Aus den Parlamentswahlen in Irland ging die Fianna Fáil unter Bertie Ahern mit 78 der insgesamt 165 Mandate erneut als stärkste Partei hervor. Als erster Premierminister der Republik Irland hatte Ahern damit drei Wahlen in Folge gewonnen.
26. Mai: Im Endspiel um den DFB-Pokal besiegte der 1. FC Nürnberg den VfB Stuttgart mit 3:2 (2:2) nach Verlängerung. Bei den Frauen setzte sich der 1. FFC Frankfurt mit 5:2 (1:1/1:1) im Elfmeterschießen gegen den FCR Duisburg durch.
27. Mai: Mit der Vergabe der Preise endeten die 60. Filmfestspiele von Cannes. Für sein Abtreibungsdrama 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage wurde der rumänische Regisseur Cristian Mungiu mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.
28. Mai: Der deutsche Maler und Bildhauer Jörg Immendorff starb im Alter von 61 Jahren in Düsseldorf.
30. Mai: Der französische Filmschauspieler und -regisseur Jean-Claude Brialy starb 74-jährig in Paris.
| 7. | Juni |
1. Juni: Auf der 59. Tagung der Internationalen Walfangkommission, die in Anchorage stattfand, scheiterte Japan erneut mit dem Antrag, den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen.
2. Juni: Der deutsche Schriftsteller Wolfgang Hilbig starb im Alter von 65 Jahren in Berlin.
3. Juni: Der italienische Radprofi Danilo Di Luca vom Team Liquigas gewann den Giro d’Italia vor dem Luxemburger Andy Schleck und seinem Landsmann Eddy Mazzoleni.
4. Juni: Der britische Architekt Sir Richard Rogers wurde in London mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet.
8. Juni: In dem Ostseebad Heiligendamm hielten die Staats- und Regierungschefs der G8 – in diesem Jahr unter der Präsidentschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel – vom 6. bis 8. Juni ihr alljährliches Gipfeltreffen ab. Im Mittelpunkt standen die Themen Afrika, Klimaschutz und Energiepolitik. In Bezug auf Afrika sagten die G8-Staaten 60 Milliarden US-Dollar für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, vor allem AIDS, Malaria und Tuberkulose zu sowie die Erfüllung der bereits 2005 zugesagten (und bisher nur in geringem Umfang verwirklichten) Hilfen, außerdem die Verdoppelung der Entwicklungshilfe bis 2010. Bei der Energie setzten die G8-Staaten auf eine Steigerung der Effizienz, aber auch auf den Ausbau alternativer Energiequellen sowie die Kernenergie (bei Letzterer wurde die Sonderrolle Deutschlands berücksichtigt). Für den Klimaschutz einigte man sich zumindest darauf, eine Halbierung der weltweiten Emission von Treibhausgasen bis 2050 „ernsthaft in Betracht” zu ziehen. Begleitet war der G8-Gipfel – wie auch schon die vorangegangenen Gipfel – von zahlreichen globalisierungskritischen Demonstrationen, wobei es auch zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften kam.
Der amerikanische Philosoph Richard Rorty starb 75-jährig in Palo Alto (Kalifornien).
9. Juni: Der senegalesische Schriftsteller und Filmregisseur Ousmane Sembène starb 84-jährig in Dakar.
Der deutsch-amerikanische Medienwissenschaftler und Kunstpsychologe Rudolf Arnheim starb im Alter von 102 Jahren in Ann Arbor (Michigan).
10. Juni: Bei den Parlamentswahlen in Belgien musste die regierende sozialliberale Koalition unter Ministerpräsident Guy Verhofstadt erhebliche Verluste hinnehmen und büßte ihre Mehrheit im Parlament ein. Stärkste Kraft wurden die flämischen Christdemokraten CD&V unter Yves Leterme, dem Ministerpräsidenten von Flandern.
Durch einen Finalsieg in vier Sätzen gegen den Schweizer Weltranglistenersten Roger Federer verteidigte der spanische Tennisprofi Rafael Nadal zum zweiten Mal in Folge seinen Titel bei den French Open in Paris. Bei den Frauen gewann die Belgierin Justine Henin nach 2003, 2005 und 2006 ihren vierten French-Open-Titel durch einen Zweisatzerfolg im Endspiel gegen die Serbin Ana Ivanović.
14. Juni: Der frühere UN-Generalsekretär (1972-1981) und österreichische Bundespräsident (1986-1992) Kurt Waldheim starb im Alter von 88 Jahren in Wien. Als Bundespräsident war er wegen seiner kurz vor Amtsantritt enthüllten Wehrmachtsvergangenheit außerordentlich umstritten.
22. Juni: Der deutsche Photograph Bernd Becher starb 75-jährig in Rostock.
26. Juni: Der deutsche Fußballtrainer Jupp Derwall, Bundestrainer der DFB-Auswahl von 1978 bis 1984, starb im Alter von 80 Jahren in Sankt Ingbert (Saarland).
27. Juni: Nach zehn Jahren im Amt trat in Großbritannien Tony Blair als Premierminister zurück und übergab das Amt an Gordon Brown. Drei Tage zuvor hatte er bereits den Parteivorsitz der Labour Party niedergelegt; auch hier war ihm Brown im Amt nachgefolgt.
| 8. | Juli |
1. Juli: Portugal übernahm turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union.
2. Juli: Die amerikanische Sängerin Beverly Sills starb 78-jährig in New York City.
3. Juli: Die Schweizer Alinghi-Crew besiegte im Finale des America’s Cup in den Gewässern vor Valencia das Team New Zealand mit 5:2 und verteidigte damit seinen Titel bei dem traditionsreichen Segelwettbewerb für Hightechjachten.
8. Juli: Zum fünften Mal in Folge gewann der Schweizer Roger Federer das Tennisturnier in Wimbledon. Im Endspiel setzte er sich in fünf Sätzen (7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2) gegen den Spanier Rafael Nadal durch. Bei den Damen siegte die Amerikanerin Venus Williams im Finale gegen die Französin Marion Bartoli in zwei Sätzen (6:4, 6:1) und sicherte sich damit ihren vierten Einzeltitel in Wimbledon.
15. Juli: In Israel wurde der Friedensnobelpreisträger Shimon Peres im Amt des Staatspräsidenten vereidigt. Nach etwa einem halben Jahrhundert in der aktiven Politik war er im Monat zuvor in das oberste Staatsamt gewählt worden.
22. Juli: Die Parlamentswahlen in der Türkei gewann die seit 2002 regierende AKP unter Ministerpräsident Recep Erdoğan; mit 341 von insgesamt 550 Mandaten errang sie erneut eine klare absolute Mehrheit im Parlament.
23. Juli: Der frühere afghanische König (1933-1973) Mohammed Sahir Schah starb im Alter von 92 Jahren in Kabul.
Der britisch-ungarische Dramatiker, Regisseur und Schauspieler George Tabori starb 93-jährig in Berlin.
Der Chemienobelpreisträger von 1973, Ernst Otto Fischer, starb im Alter von 88 Jahren in München.
25. Juli: In Indien trat Pratibha Patil, eine Politikerin der Kongresspartei, das Amt der Staatspräsidentin an. Sie ist die erste Frau an der Staatsspitze in Indien.
29. Juli: Der französische Schauspieler Michel Serrault starb 79-jährig in Honfleur (Basse-Normandie).
Bei der 94. Tour de France, die vom 7. bis zum 29. Juli auf einer Gesamtdistanz von etwa 3 550 Kilometern in einem Prolog und 20 Etappen von London nach Paris führte, gewann der Spanier Alberto Contador vor dem Australier Cadel Evans und dem Amerikaner Levi Leipheimer. Das rot gepunktete Trikot des besten Bergfahrers ging an den Kolumbianer Mauricio Soler, das grüne Trikot für den besten Sprinter errang der Belgier Tom Boonen. Das amerikanische Discovery-Team gewann die Mannschaftswertung. Wiederum war die Tour de France von der Doping-Problematik überschattet.
30. Juli: Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman, einer der großen Filmemacher des 20. Jahrhunderts, starb im Alter von 89 Jahren auf Fårö.
Der italienische Filmregisseur Michelangelo Antonioni, einer der renommiertesten Vertreter des europäischen Autorenfilms in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, starb 94-jährig in Rom.
| 9. | August |
9. August: Der deutsche Schriftsteller Ulrich Plenzdorf starb im Alter von 72 Jahren in einer Klinik bei Berlin.
15. August: Der amerikanische Jazzschlagzeuger Max Roach starb im Alter von 83 Jahren in New York.
24. August: Der deutsche Schauspieler Hansjörg Felmy starb im Alter von 76 Jahren in Eching bei Landshut (Bayern).
25. August: Der frühere französische Ministerpräsident Raymond Barre starb 83-jährig in Paris.
26. August: Der ehemalige Ministerpräsident von Luxemburg, Gaston Thorn, starb im Alter von 78 Jahren in der Stadt Luxemburg.
28. August: Der ehemalige Außenminister der Türkei, Abdullah Gül, wurde als Nachfolger von Ahmed Necdet Sezer zum Staatspräsidenten gewählt.
Der spanische Schriftsteller Francisco Umbral starb im Alter von 72 Jahren in Madrid.
| 10. | September |
2. September: In Osaka (Japan) fanden vom 25. August bis zum 2. September die 11. Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Mit 14 Gold-, vier Silber- und acht Bronzemedaillen gingen die USA als erfolgreichste Nation aus den Wettkämpfen hervor, auf den Rängen zwei und drei folgten Kenia (5–3–5) und Russland (4–9–3). Favoritensiege gab es bei den Männern u. a. über 10 000 Meter durch Kenenisa Bekele (Äthiopien), im Zehnkampf durch Roman Šebrle (Tschechische Republik), über 110 Meter Hürden durch Liu Xiang (China) und im Hammerwerfen durch Iwan Tichon (Weißrussland), bei den Frauen im Stabhochsprung durch Jelena Isinbajewa (Russland), im Siebenkampf durch Carolina Klüft (Schweden), über 5 000 Meter durch Meseret Defar und über 10 000 Meter durch Tirunesh Dibaba (beide Äthiopien). Eine Goldmedaille für das deutsche Team erreichten Franka Dietzsch im Diskuswerfen und Betty Heidler im Hammerwerfen.
3. September: Die Parlamentswahlen in Jamaika gewann nach 18 Jahren in der Opposition die Jamaica Labour Party (JLP); neuer Premierminister wurde ihr Vorsitzender Bruce Golding.
5. September: Der Deutsche Dominique Görlitz gab 900 Kilometer vor den Azoren den Versuch auf, mit einem „prähistorischen” Schilfboot von New York aus den Nordatlantik zu überqueren.
6. September: Der italienische Sänger Luciano Pavarotti starb im Alter von 71 Jahren in Modena.
8. September: Bei den 64. Filmfestspielen von Venedig wurde der historische Spionagethriller Gefahr und Begierde von Ang Lee mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Die Darstellerpreise gingen an Brad Pitt für Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford von Andrew Dominik und an Cate Blanchett für I’m Not There von Todd Haynes. Der italienische Filmregisseur Bernardo Bertolucci erhielt einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk.
Aus den Präsidentschaftswahlen in Sierra Leone ging in der zweiten Runde Ernest Bai Koroma vom bisher oppositionellen All People’s Congress (APC) als Sieger hervor; er löste Alhaji Ahmad Kabbah im Präsidentenamt ab. Bei den Parlamentswahlen am 11. August hatte der APC bereits die absolute Mehrheit der Mandate gewonnen.
9. September: Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer gewann durch einen Dreisatz-Finalerfolg gegen den Serben Novak Djoković zum vierten Mal in Folge die US Open in New York. Bei den Damen setzte sich die Belgierin Justine Henin im Endspiel in zwei Sätzen gegen die Russin Swetlana Kusnezowa durch.
11. September: Der österreichische Jazzmusiker Joe Zawinul starb im Alter von 75 Jahren in Wien.
13. September: Nach mehr als 20 Jahren der Verhandlungen verabschiedete die UN-Vollversammlung eine Deklaration, in der den indigenen Völkern das Recht auf Selbstbestimmung, auf ihr Land und auf die dort liegenden Bodenschätze garantiert wird, soweit durch diese Rechte die territoriale Integrität und politische Einheit souveräner Staaten nicht verletzt wird.
16. September: Bei den Parlamentswahlen in Griechenland konnte die regierende Partei Neue Demokratie (ND) unter Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis mit 152 der insgesamt 300 Mandate ihre absolute Mehrheit knapp verteidigen. Die sozialistische PASOK wurde mit 102 Mandaten zweitstärkste Kraft.
22. September: Der französische Pantomime Marcel Marceau starb 84-jährig in Paris.
23. September: Nach 100 Tagen endete in Kassel die zwölfte documenta, weltweit eine der bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Über 500 Werke von mehr als 100 Künstlern aus aller Welt wurden gezeigt.
29. September: In Myanmar erklärte die Militärregierung Frieden und Stabilität für wiederhergestellt, nachdem sie Massendemonstrationen gewaltsam niedergeschlagen und Tausende Demonstranten verhaftet hatte. Die friedlichen Proteste gegen das Regime hatten sich bereits im August an der drastischen Erhöhung der Preise für Benzin und Gas entzündet. Zunächst waren sie von Studenten getragen, dann aber übernahmen buddhistische Mönche die Führung, immer mehr Menschen schlossen sich den Demonstrationen an, und die Protestwelle weitete sich über das ganze Land aus. Internationale Proteste zeigten keine Wirkung.
In Mexiko-Stadt fand vom 13. bis zum 29. September die Schachweltmeisterschaft statt. Mit 9,0 Punkten aus 14 Partien gewann der indische Großmeister Viswanathan Anand das WM-Turnier der wiedervereinigten Schachwelt und wurde damit zum zweiten Mal Weltmeister, nachdem er schon 2000 den Titel der FIDE errungen hatte.
30. September: Bei der Fußballweltmeisterschaft der Frauen, die vom 10. bis zum 30. September in China stattfand, verteidigte die deutschen Mannschaft ihren Titel. Im Endspiel besiegte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid Brasilien mit 2:0.
Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in der Ukraine kamen die beiden großen prowestlichen Parteien, Julia Timoschenkos BJuT und Viktor Juschtschenkos Unsere Ukraine, zusammen auf eine knappe absolute Mehrheit von 228 Mandaten; die prorussische Partei der Regionen von Ministerpräsident Viktor Janukowitsch kam auf 175 Mandate.
| 11. | Oktober |
1. Oktober: Der amerikanische Leichtathlet Al Oerter, zwischen 1956 und 1968 viermal in Folge Olympiasieger im Diskuswerfen, starb im Alter von 71 Jahren in Fort Myers (Florida).
Die österreichische Schriftstellerin Marianne Fritz starb 58-jährig in Wien.
4. Oktober: In Pjöngjang endete das Treffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il und dem südkoreanischen Staatspräsidenten Roh Moo-hyun mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung, in der sie die Absicht bekunden, einen Friedensvertrag abzuschließen. Es war das erste nord-südkoreanische Gipfeltreffen seit 2000 und das zweite in der Geschichte der beiden Länder überhaupt.
5. Oktober: Der deutsche Schriftsteller Walter Kempowski starb im Alter von 78 Jahren in Rotenburg (Wümme, Niedersachsen).
6. Oktober: In Pakistan wurde Staatspräsident Pervez Musharraf mit fast 99 Prozent der Stimmen vom nationalen Parlament und den vier Provinzparlamenten im Amt bestätigt. Die Opposition hatte die Wahlen boykottiert.
9. Oktober: In Bayern wurde Günther Beckstein zum neuen Ministerpräsidenten gewählt, nachdem der bisherige Amtsinhaber Edmund Stoiber wie im Januar angekündigt zum 30. September seinen Rücktritt eingereicht hatte. Zum neuen CSU-Vorsitzenden war bereits am 29. September Erwin Huber gewählt worden.
10. Oktober: Der amerikanische Schriftsteller Norman Mailer starb 84-jährig in New York.
12. Oktober: Der japanische Architekt Kurokawa Kishō starb im Alter von 73 Jahren in Tokyo.
14. Oktober: Vom 10. bis zum 14. Oktober waren Verlage aus aller Welt zu Gast bei der Frankfurter Buchmesse. Mehr als 7 400 Aussteller aus rund 110 Ländern präsentierten etwa 390 000 Bücher und andere Medien. Als Ehrengast wurde die katalanische Literatur vorgestellt.
Der israelische Historiker Saul Friedländer wurde in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
21. Oktober: Mit seinem Grand-Prix-Sieg im letzten Rennen der Saison wurde der finnische Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen erstmals Formel-1-Weltmeister. Er verwies den Briten Lewis Hamilton und den Spanier Fernando Alonso (beide McLaren-Mercedes) auf die Ränge zwei und drei. Die Teamwertung ging ebenfalls an Ferrari.
Bei den Nationalratswahlen in der Schweiz wurde die SVP mit ihrer Galionsfigur Christoph Blocher unter deutlichen Zugewinnen erneut stärkste Partei: Sie erreichte 29 Prozent der Stimmen – keine andere Partei hatte seit 1919 einen so hohen Stimmenanteil gewonnen – und 62 Mandate. Die SPS auf der anderen Seite des politischen Spektrums innerhalb der Regierung rutschte auf 19,5 Prozent (43 Mandate) ab; die beiden Parteien der Mitte, CVP und FDP, konnten sich mit je 31 Mandaten in etwa behaupten. Auch die Grünen gewannen erheblich hinzu und kamen nun auf 20 Mandate.
Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen in Polen ging die oppositionelle liberale Bürgerplattform (PO) unter Donald Tusk überraschend deutlich mit 41,5 Prozent der Stimmen (209 Mandate) als Siegerin hervor. Die regierende rechtskonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Jarosław Kaczyński wurde mit 32,1 Prozent der Stimmen (166 Mandate) nur noch zweitstärkste Kraft. Das von Aleksander Kwaśniewski geführte sozialdemokratische Parteienbündnis Linke und Demokraten (LiD) zog mit 53 Abgeordneten als drittstärkste Kraft ins Parlament ein.
26. Oktober: Arthur Kornberg, Medizinnobelpreisträger von 1959, starb im Alter von 89 Jahren in Stanford.
27. Oktober: In Darmstadt wurde der deutsche Schriftsteller Martin Mosebach von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
28. Oktober: Die Präsidentschaftswahlen in Argentinien gewann bereits im ersten Wahlgang die Peronistin Cristina Fernández de Kirchner, die Ehefrau des amtierenden Staatspräsidenten Néstor Kirchner.
| 12. | November |
4. November: In Guatemala setzte sich in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen der Sozialdemokrat Álvaro Colom gegen den rechtsgerichteten ehemaligen General Otto Pérez Molina durch.
13. November: Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Dänemark behauptete sich die die rechtsliberale Partei Venstre von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen nur noch knapp als stärkste Kraft, und auch die regierende Mitte-rechts-Koalition aus Venstre und Konservativer Volkspartei verfügte zusammen mit der sie unterstützenden Dänischen Volkspartei nur noch über die knappe Mehrheit von 90 der insgesamt 179 Mandate. Die oppositionellen Sozialdemokraten wurden zweitstärkste Kraft, die größten Zugewinne erfuhr die Sozialistische Volkspartei.
17. November: Bei den Parlamentswahlen im Kosovo verlor die regierende LDK mehr als die Hälfte ihres Stimmenanteils und wurde mit etwa 22 Prozent der Stimmen nur noch zweitstärkste Kraft. Die Wahlen gewann mit etwa 34 Prozent die aus der UÇK hervorgegangene PDK von Hashim Thaçi.
20. November: Im Alter von 88 Jahren starb Ian Smith, der als Premierminister von Rhodesien (heute Simbabwe) 1965 einseitig die Unabhängigkeit der Kolonie von Großbritannien erklärte und trotz internationaler Ächtung und umfassender Sanktionen sein weißes Minderheitsregime aufrechterhielt.
21. November: In Deutschland wurde Olaf Scholz (SPD) zum Bundesminister für Arbeit und Soziales ernannt, und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) übernahm das Amt des Vizekanzlers, nachdem Franz Müntefering (SPD) als Arbeitsminister und Vizekanzler der großen Koalition zurückgetreten war.
22. November: Der französische Tänzer, Choreograph und Regisseur Maurice Béjart starb im Alter von 80 Jahren in Lausanne (Schweiz).
24. November: Die Parlamentswahlen in Australien führten nach elfeinhalb Jahren einen Machtwechsel herbei: Die regierende konservative Koalition aus Liberal Party und National Party unter John Howard büßte gegenüber 2004 mehr als 20 Mandate ein und kam nur noch auf 64 der insgesamt 150 Sitze, während die Labor Party unter Kevin Rudd erheblich hinzugewann und mit 83 Mandaten klar die absolute Mehrheit im Parlament erreichte.
25. November: Die Parlamentswahlen in Kroatien bestätigten die regierende konservative Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) von Ministerpräsident Ivo Sanader mit 66 Mandaten als stärkste Kraft und die oppositionelle Sozialdemokratische Partei (SDP) mit 56 Mandaten als zweitstärkste Partei.
Der deutsche Schriftsteller Wilhelm Genazino wurde in Berlin mit dem angesehenen, mit 20 000 Euro dotierten Kleist-Preis ausgezeichnet.
30. November: Der amerikanische Motorradstuntman Evel Knievel starb im Alter von 69 Jahren in Clearwater (Florida).
| 13. | Dezember |
1. Dezember: In Berlin wurde das Abtreibungsdrama 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.
2. Dezember: Bei den Duma-Wahlen in Russland gewann die Partei des Präsidenten Wladimir Putin, Einiges Russland, mit 64,2 Prozent der Stimmen 315 der insgesamt 450 Mandate und damit die für Verfassungsänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit der Mandate. Zweitstärkste Kraft wurde mit 11,6 Prozent (57 Mandate) die Kommunistische Partei (KPRF), die einzige echte Oppositionspartei in der neuen Duma. Außerdem zogen noch zwei weitere regierungsnahe Parteien in die Duma ein: die Liberaldemokratische Partei Russlands (LDPR, 40 Mandate) und Gerechtes Russland (38 Mandate).
In Venezuela wurde eine von Staatspräsident Hugo Chávez vorgelegte Verfassungsreform, die die Macht des Präsidenten erheblich ausweiten und den Sozialismus als Staatsziel verankern sollte, in einem Referendum knapp abgelehnt.
5. Dezember: Der deutsche Komponist Karlheinz Stockhausen starb im Alter von 79 Jahren in Kürten (Nordrhein-Westfalen). Als Pionier der elektronischen Musik, der seriellen Musik und der Aleatorik war er einer der einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.
13. Dezember: In Lissabon (Portugal) unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder den so genannten Vertrag von Lissabon, einen Reformvertrag, der nach seiner Ratifikation in den Mitgliedsländern die gescheiterte Europäische Verfassung ersetzt.
15. Dezember: Auf Bali (Indonesien) ging die UN-Klimakonferenz zu Ende. Zwar einigte man sich auf einen Rahmen für weitere Verhandlungen und ein neues Umweltschutzabkommen als Nachfolgedokument für das Kyoto-Protokoll, eine Festlegung auf konkrete Ziele, etwa in Bezug auf eine Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen, wurde jedoch vermieden.
17. Dezember: Der Schweizer Illustrator und Graphiker Celestino Piatti starb 85-jährig in Duggingen (Kanton Basel-Landschaft).
21. Dezember: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn traten dem so genannten Schengen-Raum bei. Damit entfallen die Passkontrollen zu anderen Schengen-Staaten.
23. Dezember: Aus den Parlamentswahlen in Thailand ging die Phak Palang Prachachon (PPP, Volksmachtpartei) als Siegerin hervor. Die PPP wurde erst wenige Monate zuvor als Nachfolgeorganisation der Partei Thai Rak Thai (TRT) des im September 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gegründet.
Der kanadische Jazzpianist Oscar Peterson starb im Alter von 82 Jahren in Mississauga (Ontario).
27. Dezember: In Rawalpindi (Pakistan) fiel während einer Wahlkampfveranstaltung die Oppositionsführerin Benazir Bhutto einem Attentat zum Opfer. Bhutto war erst im Oktober nach langjährigem Exil nach Pakistan zurückgekehrt, um an der Spitze ihrer Partei, der Pakistan People’s Party (PPP), an den für Januar 2008 geplanten Parlamentswahlen teilzunehmen.
Die Präsidentschaftswahlen in Kenia gewann laut offiziellen Angaben der Wahlkommission Amtsinhaber Mwai Kibaki vor seinem Herausforderer Raila Odinga. Die Opposition erkannte das offensichtlich manipulierte Wahlergebnis allerdings nicht an und organisierte Proteste. Aus den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen ging das von Odinga geführte Oppositionsbündnis Orange Democratic Movement (ODM) als stärkste Kraft hervor.
31. Dezember: Der italienische Architekt und Designer Ettore Sottsass starb 90-jährig in Mailand.