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Claudio Arrau

Claudio Arrau (1903-1991), chilenisch-amerikanischer Pianist. Schon in jungen Jahren zeigte sich Arraus musikalisches Talent; sein erstes öffentliches Konzert gab er bereits im Alter von fünf Jahren. Um ihm guten Unterricht gewährleisten zu können, zogen seine Eltern nach Santiago, wo er so schnelle Fortschritte machte, dass ihn die chilenische Regierung mit einem Studienstipendium für Berlin auszeichnete. Dort studierte er von 1913 bis 1918 bei Martin Krause, einem der letzten Schüler von Franz Liszt. In dieser Zeit konzertierte Arrau in Berlin und bereiste Deutschland und Skandinavien, danach ging er auf Europatournee. 1919 und 1920 erhielt er zweimal hintereinander den Lisztpreis, der 45 Jahre lang nicht vergeben worden war. 1927 gewann Arrau den ersten Preis beim internationalen Pianistenwettbewerb in Genf (in der Jury saßen Arthur Rubinstein und Alfred Cortot). Mitte der dreißiger Jahre begann Arrau mit einem ehrgeizigen Bachzyklus; 1935 spielte er in Berlin Bachs gesamtes Klavierwerk an zwölf Abenden. Arrau verließ Deutschland 1940, um in Chile eine eigene Schule zu gründen. 1941 unternahm er seine zweite, äußerst erfolgreiche Konzertreise in die Vereinigten Staaten, wo er sich später niederließ. Arraus Repertoire reichte von Bach bis zur zeitgenössischen Musik, wobei seine Vorliebe eindeutig den Romantikern galt. Seit den späten dreißiger Jahren widmete er sich verstärkt dem Werk von Brahms, Liszt und vor allem Schubert; seine Beethoveninterpretationen trugen ihm ebenfalls besondere Anerkennung ein. Von den Beethovensonaten machte er drei Einspielungen, die letzte mit über achtzig Jahren.