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| 2. | Geschichte und Theorieansätze |
Die Marx’sche Gesellschaftstheorie entstand, als sich Marx und andere so genannte Junghegelianer kritisch mit der Religionsphilosophie Hegels auseinanderzusetzen begannen. Marx entwickelte dabei in Negation des philosophischen Idealismus Hegels seine materialistische Weltanschauung, hielt aber an der von Hegel entwickelten dialektischen Methode fest. Entscheidenden Einfluss auf Marx und Engels übte auch das Gedankengut der europäischen Aufklärung aus, vor allem deren Vernunft- und Fortschrittsgläubigkeit, wie sie zu Lebzeiten Marx’ vor allem in den Utopien der englischen und französischen Frühsozialisten formuliert wurden. Die materialistischen Studien zur historischen Entwicklung erforderten eine immer intensivere Auseinandersetzung Marx’ mit den Schriften der Klassiker der englischen Nationalökonomie, so dass die Kritik der politischen Ökonomie, wie sie Marx in seinem dreibändigen Hauptwerk Das Kapital (1867-1894) entwickelte, als Kernstück seiner Theorie anzusehen ist.
Der Marxismus lässt sich in vier miteinander zusammenhängende Theorieansätze gliedern: Erstens den dialektischen Materialismus (DIAMAT), als der Theorie von den allgemeinen Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen der Natur und der Welt; zweitens den historischen Materialismus (HISTOMAT), der sich mit den Entwicklungsgesetzen der „Menschengesellschaft” befasst; drittens der politischen Ökonomie, als der Wissenschaft von den Gesetzen, die die sozioökonomischen Grundlagen menschlicher Gesellschaften beschreiben; und viertens dem wissenschaftlichen Sozialismus, einer Revolutionstheorie, die als theoretischer Ausdruck der politischen Kämpfe der Arbeiterbewegung den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus und schließlich zum Kommunismus erfassen und vorantreiben soll. Mit Marx gesprochen handelt es sich bei diesem Prozess um den „... Sprung der Menschheit aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit”.