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FIAT SpA, Fabbrica Italiana Automobili Torino, führender italienischer Kraftfahrzeughersteller mit Hauptsitz in Turin. Neben dem Bereich Fahrzeugindustrie ist der FIAT-Konzern – u. a. durch verschiedene Tochterunternehmen – auch in den Marktsegmenten Hoch- und Tiefbau, Eisen und Stahl, Flugzeug- und Schienenfahrzeugbau, Baumaschinen, Telekommunikation, Tourismus sowie in den Segmenten Finanz-, Versicherungs- und Verlagswesen vertreten.
Das Unternehmen wurde 1899 von Giovanni Agnelli gegründet. 1908 begann die Produktion von Personenkraftwagen und Lastwagen. Zu den Modellen der ersten Stunde zählt der Fiat 1 Fiacre, von dem insgesamt 1 600 Stück vom Band liefen. Die erste Auslandsniederlassung von FIAT entstand 1910 in den Vereinigten Staaten. Im gleichen Jahr startete die Firma die Herstellung von Schiffsmotoren, 1915 folgte der Bau von Flugzeugmotoren. Während des 1. Weltkrieges produzierte FIAT Militärfahrzeuge und Motoren für die Streitkräfte verschiedener Länder.
In den Nachkriegsjahren von 1919 bis 1922 wurde Italien von Inflation und wirtschaftlichen Problemen heimgesucht. Jene Entwicklungen führten zu sozialen und politischen Unruhen, die u. a. auch auf den Turiner Automobilhersteller Auswirkungen hatte. So stimmte das Unternehmen beispielsweise in dieser Zeit den Forderungen nach höheren Löhnen und einem größeren Einfluss der Gewerkschaften zu und wandte dadurch Betriebsbesetzungen sowie Massenstreiks ab. 1920 wurde Agnelli zum Präsidenten des Konzerns ernannt. Nach einem Besuch der Ford-Werke in Detroit war man davon überzeugt, dass nur die serienmäßige Produktion die hohen Preise für FIAT-Fahrzeuge senken könne. In diesem Zuge wurde das Werksgelände zunächst erweitert (Torino Mirafiori) und anschließend mit der Serienproduktion des ersten FIAT-Kleinwagens begonnen. Dabei handelte es sich um den Typ 509, der in den Ausführungen Sportive, Taxi und Commerciale in den Handel kam. 1932 folgte der Typ 508, der auch unter dem Namen Balilla bekannt wurde. Ab 1936 lief der relativ preiswerte Zweisitzer Topolino erstmals vom Band.
Nach dem Tod von Agnelli im Jahr 1945 übernahm Vittorio Valletta die Leitung des Unternehmens. In den fünfziger Jahren brachte FIAT zahlreiche neue Modelle auf den Markt und startete ein Joint Venture mit Seat in Spanien. 1957 stellten die Turiner Automobilhersteller den FIAT 500 Nuova der Öffentlichkeit vor. Dieses Modell erlangte unter dem Namen Cinquecento große Berühmtheit – bis 1975 verließen über 3,5 Millionen Exemplare die Montagehallen. Das Nachfolgemodell 600 verfügte bereits über Einzelradaufhängung und eine selbsttragende Karosserie. Unter der Leitung Gianni (Giovanni) Agnellis (seit 1963 leitender Direktor, seit 1966 Präsident des FIAT-Konzerns) baute FIAT in den sechziger Jahren ein Werk in der Sowjetunion und investierte in anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks. 1969 erfolgten die Übernahmen von Lancia und Ferrari, 1987 die von Alfa Romeo.
Ende 2002 geriet der Konzern angesichts einer enormen Schuldenlast von 5,8 Milliarden Euro zunehmend in finanzielle Not. Zusätzlich negativ wirkten sich Absatzschwierigkeiten der Automobilsparte aus; FIAT verkaufte 2002 rund 20 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr. Das Unternehmen kündigte einen drastischen Abbau seiner Überproduktionen an. Dabei wurde auch über einen massiven Stellenabbau und die Schließung von Fabriken nachgedacht. Zur Überwindung der Absatzkrise sollte ein Neuanfang mit wettbewerbsfähigeren Modellen gestartet werden. Die Möglichkeit eines Totalverkaufs des Konzerns blieb im Bereich von Spekulationen.